Fr., 06.12.2019 , 08:21 Uhr

Lehrerverband schlägt Alarm: «Die Hütte brennt jetzt»

Der Lehrerverband BLLV wirft der bayerischen Staatsregierung nach Bekanntwerden einer neuen Prognose zum Lehrermangel schwere Versäumnisse vor. «Die Hütte brennt jetzt», sagte die BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. Schon heute sei die Situation vor allem an Grund-, Mittel- und Realschulen im Freistaat dramatisch. «Das hat starke Auswirkungen auf die Bildungsqualität», betonte sie. «Es wird sich langfristig auch an der Pisa-Studie zeigen; wir werden das noch schwarz auf weiß sehen.»

Eine Prognose der Kultusministerkonferenz (KMK) bestätigt, dass sich der Lehrermangel in den Bayern in den kommenden Jahren noch verschärfen wird. An Grundschulen wird es vor allem 2021 noch knapper als ohnehin schon. Dann werden laut der Studie 2080 neue Grundschullehrer gebraucht, aber nur 1270 Absolventen verfügbar sein. Ähnlich sieht es auch bei Haupt- und Realschullehrern aus. Im Sekundarbereich II – also vor allem an Gymnasien – wird der Mangel im Jahr 2025 besonders groß sein. Dann fehlen der Prognose zufolge bayernweit rund 1700 Lehrer.

Der BLLV befürchtet nun Maßnahmen der Staatsregierung mit schwerwiegenden Folgen für die Lehrer an bayerischen Schulen – darunter verpflichtende Arbeitszeitkonten. Es seien Maßnahmen, gegen die der Verband sich wehren wolle, betonte Fleischmann. «Es sind alles nur Maßnahmen, die zeigen, dass man es verpennt hat.»

Fleischmann forderte bessere Bezahlung für Grund- und Hauptschullehrer und in Zeiten eines Überangebotes an Absolventen Einstellungen über den Bedarf hinaus, damit ein Mangel gar nicht mehr entstehen könne. «Der Schweinezyklus muss endlich ein Ende haben», forderte die Lehrerpräsidentin.

Die Prognose zeigt auch, dass sich die Situation mittelfristig umkehren wird. Damit wächst dann allerdings der Druck auf die Lehramtsabsolventen. 2030 werden beispielsweise nur noch 890 neue Lehrkräfte an Bayerns Grundschulen benötigt – aber fast doppelt so viele Absolventen werden laut Prognose eine Stelle suchen. Insgesamt wird die Zahl der Schüler an allgemeinbildenden Schulen im Freistaat demnach deutlich steigen – von rund 1,26 Millionen in diesem Jahr auf knapp 1,46 Millionen im Jahr 2030.

dpa

Das könnte Dich auch interessieren

14.02.2026 Bayern: 95 Millionen Euro Hochwasserhilfe von der EU Bayern hat nach dem verheerenden Hochwasser im Juni 2024 rund 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds erhalten. Das bestätigte eine Sprecherin des Finanzministeriums auf dpa-Anfrage. Zuvor hatte die „Augsburger Allgemeine“ darüber berichtet. Den Antrag auf die europäischen Hilfen hatte der Freistaat gemeinsam mit Baden-Württemberg gestellt. 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds Mit den 09.02.2026 München: diese Themen standen beim Treffen mit Babiš im Fokus  Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen und Chancen der bayerisch-tschechischen Grenzregion. Pragmatischer Einstieg in die Gespräche Löffler betonte als stellvertretender Vorsitzender des Beirats der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit den konstruktiven Beginn des Austauschs. „Wir konnten sofort bei den Alltagsthemen unserer gemeinsamen Grenzregion ansetzen.“ Der Dialog sei von Beginn an lösungsorientiert gewesen. Auch Hopp unterstrich die Bedeutung des frühen 05.02.2026 Bayern: Jagdgesetz im Landtag – Opposition übt scharfe Kritik Während die Staatsregierung von einem zukunftsfähigen Gesetz spricht, kommt aus der Opposition deutliche Kritik. Heftige Debatte im Parlament Nach einem langen Dauerstreit innerhalb der Koalition hat die Staatsregierung ihren Gesetzentwurf zur Reform des Jagdrechts in den Landtag eingebracht. In der ersten Debatte hagelte es Kritik von Grünen und SPD. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger verteidigte das Vorhaben 03.02.2026 Weltkrebstag: Gerlach ruft zur Krebsvorsorge auf Zum Weltkrebstag (am Mittwoch, 4. Februar) hat Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) an die Bedeutung der Krebsvorsorge erinnert. „Krebserkrankungen sind weiterhin die zweithäufigste Todesursache in Deutschland“, erklärte die Ministerin. Im Jahr 2024 seien allein in Bayern über 33.000 Menschen an Krebs gestorben. Etwa 65.000 Männer und Frauen im Freistaat erhielten jährlich die Diagnose. „Diese Zahlen