Do., 07.06.2018 , 07:52 Uhr

Lehren für die Zukunft? Schlussakt im Bayern-Ei-Skandal

Mit Salmonellen belastete Eier aus einer Hühnerfabrik in Niederbayern kosteten 2014 mindestens einen Menschen das Leben, Hunderte erkrankten – jetzt ist die politische Aufarbeitung des Lebensmittelskandals bei der Firma Bayern-Ei abgeschlossen. Der Untersuchungsausschuss präsentierte Mittwochnacht im Münchner Landtag seinen Schlussbericht. 

Die CSU wiederholte ihre Sichtweise, wonach es keine Anhaltspunkte dafür gebe, dass die Firma Bayern-Ei begünstigt worden oder die Bevölkerung mangelhaft über den Skandal aufgeklärt worden sei. Die SPD dagegen blieb bei ihren Vorwürfen, wonach die Staatsregierung Interessen der Industrie vor das Interesse der Verbraucher gestellt habe.

Aus dem niederbayerischen Großbetrieb mit mehreren 100 000 Legehennen waren 2014 mit Salmonellen-Erregern verseuchte Eier in mehrere europäische Länder geliefert worden. Hunderte Menschen in Frankreich, Österreich und Großbritannien wurden krank, mindestens einer starb.

Die Ausschussvorsitzende Mechthilde Wittmann (CSU) betonte am Mittwoch, dass die Behörden unmittelbar nach Bekanntwerden der Erkrankungen «umfassende Maßnahmen» getroffen hätten. So habe es in den Tagen darauf beinahe täglich Kontrollen in den entsprechenden Betrieben gegeben. Zudem verwies sie auf die Gründung der Bayerischen Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV), die seit 1. Januar arbeitet. Mittlerweile gebe es zudem neue mikrobiologische Untersuchungsverfahren, die Erkenntnisse ermöglichten, die die Behörden 2014 noch nicht gehabt hätten.

Der SPD-Abgeordnete Florian von Brunn warf der Regierung «falsche Rücksicht auf Profitinteressen vor». Er forderte für die Zukunft unter anderem einen unabhängigen Beauftragten für Verbraucherschutz mit eigenem Stab. Der Untersuchungsausschuss hatte im Laufe der vergangenen Monate mehr als 80 Zeugen gehört, darunter den früheren Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU).

dpa/MF

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