Die U18-Wahl anlässlich der bayerischen Kommunalwahl am 8. März hat im Landkreis Regensburg ein deutliches Zeichen für moderne Jugendbeteiligung gesetzt. Junge Menschen nutzten die Möglichkeit, ihre politische Meinung einzubringen – erstmals auch digital.
Der Landkreis nahm eine besondere Rolle ein: Er gehörte zu nur neun Gemeinden und einem Landkreis in Bayern, die die Abstimmung als Pilotprojekt auch online ermöglichten.
Vom 16. bis 27. Februar konnten Jugendliche in ganz Bayern ihre Stimme abgeben. Neben rund 350 analogen Wahllokalen in Einrichtungen der Jugendarbeit, an Schulen und in Rathäusern stand in ausgewählten Kommunen erstmals eine sichere Online-Abstimmung zur Verfügung.
Bayernweit waren 17.850 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren zur digitalen Wahl eingeladen. 2.981 Jugendliche beteiligten sich – eine Wahlbeteiligung von 16,7 Prozent.
Im Landkreis Regensburg lag die Beteiligung darüber: Von 7.166 wahlberechtigten Jugendlichen gaben 1.247 ihre Stimme ab. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 17,40 Prozent und liegt damit über dem bayernweiten Durchschnitt.
Mitte Februar erhielten die Jugendlichen eine persönliche Wahlbenachrichtigung mit individuellem QR-Code, der direkt zur digitalen Wahlplattform führte.
Das digitale Angebot wurde gemeinsam vom Bayerischen Jugendring (BJR) und dem Bayerischen Staatsministerium für Digitales umgesetzt. Ziel des Projekts war es, politische Bildung mit innovativen und niedrigschwelligen Beteiligungsformaten zu verbinden.
Die technische Umsetzung übernahm der zertifizierte Anbieter POLYAS. Die Zusammenführung und Präsentation der analogen und digitalen Ergebnisse erfolgt durch die Winkhardt + Spinder GmbH & Co. KG, die als Wahldienstleister tätig ist.
Bei der Wahl zur Landrätin beziehungsweise zum Landrat im Landkreis Regensburg ergab sich folgendes Ergebnis:
Tanja Schweiger (Freie Wähler): 477 Stimmen (38,3 Prozent)
Patrick Grossmann (CSU): 341 Stimmen (27,3 Prozent)
Daniela Deisenroth (Die Linke): 196 Stimmen (15,7 Prozent)
Silvia Gross (SPD): 121 Stimmen (9,7 Prozent)
Dr. Merten Niebelschüzu (GRÜNE): 112 Stimmen (9,0 Prozent)
Auch in den beteiligten Gemeinden des Landkreises zeigten Jugendliche großes Interesse.
Markt Lappersdorf (U18-Bürgermeisterwahl):
Dr. Franz Rumstadt (CSU): 42 Stimmen (38,9 Prozent)
Christian Hauner (Freie Wähler): 34 Stimmen (31,5 Prozent)
Janis Wessely (Die Linke): 19 Stimmen (17,6 Prozent)
Christian Hammer (SPD): 13 Stimmen (12,0 Prozent)
Gemeinde Zeitlarn (U18-Bürgermeisterwahl):
Andrea Dobsch (Freie Wähler): 35 Stimmen (85,4 Prozent)
Dr. Erik Schlegel (CSU): 4 Stimmen (9,8 Prozent)
Stefanie Grünauer (SPD): 2 Stimmen (4,9 Prozent)
Bayernweit beteiligten sich insgesamt über 30.000 junge Menschen an der U18-Wahl. Aus organisatorischen und technischen Gründen war die Abstimmung auf die Wahl der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie der Landrätinnen und Landräte beschränkt.
Mit der erfolgreichen Durchführung der digitalen U18-Wahl leistet der Landkreis Regensburg einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung moderner Beteiligungsformen und setzt ein starkes Signal für eine zeitgemäße und jugendgerechte Demokratie.
Pressestelle Landkreis Regensburg / FH