Mi., 29.06.2022 , 15:26 Uhr

Landkreis Regensburg trauert um Kulturpreisträger und ehemaligen Kreisheimatpfleger Josef Fendl

Der Landkreis Regensburg ist um eine herausragende Persönlichkeit ärmer geworden: Mit Josef Fendl starb am Samstag, 18. Juni, der bayernweit bekannte Schriftsteller, verdiente Mundart-Dichter und temperamentvolle Rezitator aus Neutraubling im Alter von 93 Jahren.

Für die Spuren, die Fendls Schaffen im Landkreis hinterlassen hat, bedachte der Landkreis ihn im Jahre 2017 mit dem Kulturpreis für sein Lebenswerk.

Neben seiner ehrenamtlichen Aufgabe als langjähriger Kreisheimatpfleger von 1974 bis 2009 legte der gebürtige Schönbühler (Kreis Straubing-Bogen) ein großes bürgerschaftliches Engagement an den Tag. Durch seinen Beruf als Lehrer (später Konrektor) an Schulen in Regensburg und Neutraubling in den Landkreis Regensburg gekommen, war er von 1966 bis 2002 Mitglied des Gemeinde- beziehungsweise Stadtrates von Neutraubling und prägte dort das politische, gesellschaftliche und kulturelle Leben über Jahrzehnte aktiv mit. Nicht zuletzt wegen seiner Verdienste um die Ortsgeschichte, die Verfassung der Ortschronik und für den Entwurf des Stadtwappens wurde ihm im Jahr 2004 die Ehrenbürgerwürde der Stadt Neutraubling verliehen. Von 1972 bis 2002 gehörte Josef Fendl dem Kreistag des Landkreises Regensburg an.

Für seine heimatpflegerische Tätigkeit verlieh ihm Landrat Rupert Schmid 1993 die Ehrennadel des Landkreises. Im Jahr 2001 wurde Fendl mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Mit der Verleihung des renommierten Poetentalers wurde ihm im Jahr 2002 eine weitere wichtige Ehrung zuteil. Der Poetentaler wird jährlich durch die Literatenvereinigung Münchner Turmschreiber an Institutionen und Personen vergeben, die sich um die bayerische Kultur verdient gemacht haben.

Dass Josef Fendl auch überregional bekannt und beliebt war, liegt an seinem vielfältigen literarischen Schaffen. So war er Verfasser und Herausgeber von rund 100 Druckwerken, darunter zehn Ortschroniken, er hielt hunderte von Lesungen und Vorträgen, redigierte elf Jahre lang den Straubinger Kalender und schrieb Beiträge in 150 Anthologien, Kalendern und Lese- und Sachbüchern. Auf CDs hat Josef Fendl Sagen aus dem Bayerischen Wald, Geschichten und Erinnerungen erzählt, sowie Schwänke und Sprüche für die Nachwelt erhalten. Auch im Bayerischen Rundfunk war Fendl in unzähligen Sendungen vertreten, in einer regionalen Tageszeitung brachte er den Menschen mit einem wöchentlichen Sprachquiz den Dialekt näher.

Landrätin Tanja Schweiger hat Josef Fendl nicht nur als überzeugten Kreisheimatpfleger, sondern auch leidenschaftlichen Schriftsteller, Geschichtenerzähler und Kulturbotschafter des Landkreises in Erinnerung. „Mit Josef Fendl verliert der Landkreis eine prägende Persönlichkeit. Wir danken ihm für sein engagiertes Wirken und werden sein Andenken in Ehren bewahren. Unser Mitgefühl gilt seinen Angehörigen.“

Pressemitteilung Landkreis Regensburg

 

Erinnerung an Josef Fendl: Videos aus dem TVA-Archiv
Servus TVA vom 16. Januar 2019
Stephanie Birnthaler hat in Servus TVA den Schriftsteller Josef Fendl getroffen. Er feiert 2019 Jubiläum, denn er wird 90 Jahre alt!
Servus TVA vom 20. Dezember 2017
In Servus TVA spricht Stephanie Birnthaler mit dem Neutraublinger Autor Josef Fendl vor seiner Lesung.
Ostbayern Persönlich - Josef Fendl
11.06.2013 - Ostbayern persönlich mit Josef Fendl.

Das könnte Dich auch interessieren

03.03.2026 Regensburg: Tag der Archive 2026 am 6. und 7. März Unter dem bundesweiten Motto „Alte Heimat – Neue Heimat“ öffnen staatliche, kommunale, kirchliche und private Archive ihre Türen und gewähren Einblicke in ihre Arbeit und Bestände. Besucherinnen und Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Angebot mit Führungen, Präsentationen und Vorträgen. Führungen am 6. März: Spitalarchiv, Universitätsarchiv und Fürst Thurn und Taxis Zentralarchiv Am Freitag, 6. März 2026, 03.03.2026 Regensburg: Jeder zehnte Arbeitnehmer suchtgefährdet – Caritas setzt klares Zeichen In Deutschland gilt jeder zehnte Arbeitnehmer als suchtgefährdet. Suchtprobleme machen damit auch vor Werkstoren und Bürotüren nicht halt. Die Folgen sind spürbar: mehr Fehlzeiten, mehr Arbeitsunfälle und sogar Frühverrentungen. Der bundesweite wirtschaftliche Schaden liegt laut Deutscher Hauptstelle für Suchtfragen bei über 30 Milliarden Euro . Bei der Fachambulanz für Suchtprobleme im Caritasverband Regensburg ist nun 23.02.2026 Bayern: Exporte steigen 2025 leicht Bayerns exportabhängige Industrie hat sich im Jahr 2025 trotz schwieriger Bedingungen behauptet. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, stiegen die weltweiten Ausfuhren um 0,9 Prozent auf knapp 227 Milliarden Euro. Gleichzeitig legten auch die Importe um 0,9 Prozent auf 229,3 Milliarden Euro zu. Damit bleibt es bei einem – wenn auch vergleichsweise kleinen – Handelsdefizit. Besonders 23.02.2026 75 Jahre Krones: Vom Neutraublinger Handwerksbetrieb zum globalen Technologiepartner