Der Kreistag des Landkreises Regensburg hat in seiner Sitzung am 26. Oktober 2026 einen Prüfauftrag beschlossen. Es soll geprüft werden, ob das Rufbussystem elma auf das gesamte Landkreisgebiet ausgeweitet werden kann. Grundlage sind die positiven Erfahrungen im westlichen Landkreis.
Im ersten Schritt soll in einer Bürgermeisterkonferenz die grundsätzliche Bereitschaft der Gemeinden abgefragt werden. Es geht darum, ob sie sich eine Beteiligung an der bestehenden Projekt- und Finanzierungsstruktur vorstellen könnten. Danach soll das weitere Vorgehen in den Gremien der landkreiseigenen Nahverkehrsgesellschaft GFN beraten werden.
Der Beschluss erging, nachdem die Kreistagsfraktionen von CSU und JU einen entsprechenden Antrag eingereicht hatten. Nach der Meinungsbildung im Kreistag muss für eine elma-Erweiterung gelten, dass sich teilnehmende Gemeinden finanziell beteiligen und die staatliche Förderung gesichert ist.
elma fährt seit Dezember 2022 im westlichen Landkreis. Das Angebot umfasst die Gemeinden Brunn, Laaber, Nittendorf, Sinzing, Deuerling, Hemau und Beratzhausen sowie Teilbereiche von Duggendorf und Kallmünz. Auf rund 380 Quadratkilometern mit etwa 46.000 Einwohnerinnen und Einwohnern bedienen die Fahrzeuge mehr als 900 Haltepunkte.
Bis Ende September 2026 gingen mehr als 152.000 Fahrgastanfragen ein. Daraus entstanden 35.724 Fahrten mit 42.843 Fahrgästen. Im Jahr 2025 nutzten 15.820 Fahrgäste das Angebot. Zuletzt waren es bis zu 450 pro Woche. Von 6.658 Bewertungen in der elma-App entfielen 92 Prozent auf fünf Sterne.
Eine Ausweitung auf den gesamten Landkreis könnte das bestehende Angebot um die Sektoren Nord, Ost und Süd ergänzen und somit einen landkreisweiten Betrieb gewährleisten. Voraussetzung dafür ist zunächst, dass der Betrieb im westlichen Landkreis nach dem Ende des Probebetriebs am 8. Dezember 2027 fortgeführt wird.
Die Kalkulation für alle vier Sektoren geht von einer staatlichen Förderung von 40 Prozent aus. Sie weist einen Defizitanteil der Gemeinden von rund 700.000 Euro und einen Anteil der GFN von rund 300.000 Euro aus. Für die Ausweitung und die Organisation des laufenden Betriebs kämen rund 100.000 Euro hinzu. Einschließlich dieser zusätzlichen Kosten läge der GFN-Anteil bei rund 400.000 Euro.
Mögliche Einsparungen durch Änderungen im Linienverkehr sind in der Kalkulation nicht berücksichtigt. Auch ob und in welchem Umfang Anpassungen möglich wären, müsste gemeinsam mit den Gemeinden geprüft werden.
„elma hat sich im westlichen Landkreis etabliert. Die hohe Nutzung und die positiven Rückmeldungen zeigen, dass der flexible Rufbus für viele Menschen eine gute Ergänzung zum bestehenden Angebot ist. Ob elma auch in weiteren Teilen des Landkreises sinnvoll ist, wollen wir gemeinsam mit den Gemeinden prüfen“, sagte Landrätin Tanja Schweiger.
Ein umfassendes Informationsangebot zum gemeinsamen Mobilitätsprojekt elma gibt es unter https://www.elma-mobil.de/
Pressemitteilung Landkreis Regensburg / MF