Do., 31.03.2022 , 15:02 Uhr

Sabotagehandlungen geplant?

Landkreis Neumarkt i.d.OPf.: Umfangreicher Polizeieinsatz

In den frühen Morgenstunden kam es zu einem größeren Polizeieinsatz im Landkreis Neumarkt i.d.OPf. Mehrere Wohnungen wurden mittels richterlichem Beschluss zur Gefahrenabwehr betreten und durchsucht.

Mittwochfrüh hat es in Neumarkt einen großen Polizeieinsatz gegeben. Insgesamt fast 300 Einsatzkräfte haben mehrere Gebäude und Wohnungen durchsucht. Die Aktion richtete sich gegen sechs Männer, bei denen Hinweise zu Vorbereitungen von Sabotagehandlungen gegen die kritische Infrastruktur vorlagen. Die Männer planten offenbar Anschläge auf Strommasten, um die Stromversorgung in großen Teilen Deutschlands zu unterbrechen. Die Polizei hatte am Mittwoch rund 70 zum Teil illegale Waffen und mehrere zehntausend Schuss Munition gefunden. Auch Laptops sowie Smartphones wurden sichergestellt. Die Auswertung wird wohl wochenlang dauern. Die Kriminalpolizei ermittelt.

MF/JM

 

 

Update

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen planten die betroffenen Personen Anschläge auf Freileitungsmasten von großen Stromtrassen. Auf diese Weise sollte die Stromversorgung in großen Teilen von Deutschland unterbrochen werden. Gegen insgesamt sechs Personen wurden deshalb richterliche Durchsuchungsbeschlüsse nach dem Polizeiaufgabengesetz zur Abwehr von Gefahren durchgeführt.

Es wurden circa 70 Schusswaffen sichergestellt, darunter eine größere Anzahl mutmaßlich illegaler Kurz- und Langwaffen, sowie mehrere zehntausend Schuss Munition. Hier besteht der Verdacht von verschiedenen Verstößen gegen das Waffengesetz. Außerdem beschlagnahmte die Polizei unter anderem mehrere technische Geräte wie Laptops und Mobiltelefone, welche nun akribisch ausgewertet werden.

 

Erstmeldung

Am Mittwoch, 30. März 2022, durchsuchten etwa 290 Einsatzkräfte der Polizei mehrere Wohnungen und Gebäude im Landkreis Neumarkt i.d.OPf. Die polizeirechtlichen Maßnahmen, denen jeweils ein richterlicher Beschluss zugrunde lag, richteten sich gegen sechs deutsche Männer im Alter zwischen 34 und 59 Jahren. Sie waren erforderlich, da der Polizei Hinweise auf mögliche Vorbereitungen zu Sabotagehandlungen an kritischer Infrastruktur der Bundesrepublik Deutschland vorlagen, woraus sich Erfordernisse zur polizeilichen Gefahrenabwehr ergaben.

Ein Teil der betroffenen Personen war im legalen Besitz von Schusswaffen, weshalb die Polizei Spezialeinheiten aus Bayern und Baden-Württemberg einsetzte. Darüber hinaus lagen Anhaltspunkte für einen möglichen illegalen Waffenbesitz vor. Die bisherigen Erkenntnisse deuten ferner auf „Prepper“*-Verhaltensmuster beteiligter Personen hin. Konkrete Hinweise auf ein terroristisches Motiv oder eine terroristische Organisation haben sich jedoch bislang nicht ergeben.

Bei den heutigen Durchsuchungsmaßnahmen, die auch von der Bayerischen Bereitschaftspolizei unterstützt wurden, sind u.a. mehrere und zum Teil illegale Lang- und Kurzwaffen sowie elektronische Geräte, wie Laptops und Smartphones sichergestellt worden. Deren Auswertung dürfte mehrere Wochen andauern. Die polizeilichen Ermittlungen werden von der Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben Oberpfalz geführt.

Nähere Auskünfte sind mit Blick auf die laufenden Maßnahmen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich.

* Der Begriff «Prepper» leitet sich vom englischen «to be prepared» ab, was so viel wie «vorbereitet sein» bedeutet. «Prepper» bereiten sich auf Katastrophenszenarien bis hin zum Weltuntergang vor.

 

Innenminister Herrmann: Durchsuchungsaktion voller Erfolg

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat die heutige Durchsuchungsaktion der Polizei mit rund 290 Einsatzkräften im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz als vollen Erfolg bezeichnet.

„Unseren Ermittlern ist ein empfindlicher Schlag gegen eine Gruppierung mit rücksichtslosen und verfassungsfeindlichen Absichten gelungen“,

erklärte Herrmann.

„Dank der konsequenten Polizeiarbeit konnten geplante Sabotageakte an großen Stromleitungen erfolgreich verhindert werden.“

Wie Herrmann deutlich machte, nimmt die Bayerische Polizei entsprechende Hinweise immer sehr ernst. Ebenfalls sehr wichtig sei die konsequente Entwaffnung. Entsprechend wurden bei den sechs Männern heute mehrere legale und illegale Schusswaffen sichergestellt.

„Die Durchsuchungsergebnisse zeigen die bedenkliche Affinität zu Waffen und Verhaltensmuster der Prepper-Szene“,

betonte der Innenminister.

Laut Herrmann hat die Entwaffnung von Extremisten höchste Priorität:

„Jeder Verdachtsfall wird geprüft und alle rechtlichen Möglichkeiten werden ausgeschöpft.“

Nach Herrmanns Worten haben bayerische Waffenbehörden 2021 insgesamt 189 erlaubnispflichtige Waffen wegen Verdacht auf Extremismus eingezogen, davon 125 bei Rechtsextremisten und 48 bei Reichsbürgern.

 

PP Oberpfalz/dpa/stmi.bayern/JM

Das könnte Dich auch interessieren

18.09.2026 Manching: Haftstrafen nach Diebstahl des keltischen Goldschatzes rechtskräftig Nach dem spektakulären Diebstahl des mehr als 2.000 Jahre alten keltischen Goldschatzes aus dem Kelten Römer Museum in Manching sind die Haftstrafen gegen vier Männer rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat die vom Landgericht Ingolstadt verhängten Strafen in vollem Umfang bestätigt. Goldschatz mit mehr als 480 Münzen gestohlen Der Einbruch in das Kelten Römer Museum 18.09.2026 Mut beginnt im Alltag: Zivilcourage stärkt unsere Gesellschaft Schulen, Vereine und weitere Institutionen können ab sofort Informations- und Präventionsangebote zum Thema Zivilcourage nutzen. Zivilcourage bedeutet nicht, sich selbst in Gefahr zu bringen. Sie beginnt häufig mit kleinen Gesten: aufmerksam sein, Hilfe organisieren, die Polizei verständigen oder Betroffene unterstützen. Gerade diese alltäglichen Handlungen tragen wesentlich dazu bei, Straftaten zu verhindern, Menschen zu schützen und 15.09.2026 Oberpfalz: Erschreckende Zahlen – jeder dritte tödlich verunglückte Autoinsasse war nicht richtig gesichert Zwölf Todesopfer waren nicht richtig gesichert Im Jahr 2025 kamen in der Oberpfalz 38 Menschen im Auto ums Leben. Zwölf von ihnen waren nicht angeschnallt oder nicht mit einer erforderlichen Kindersicherung geschützt. 2024 waren es noch drei Fälle. Damit hat sich die Zahl innerhalb eines Jahres vervierfacht. Polizeivizepräsident Erwin Frankl warnt angesichts dieser Entwicklung: „Diese 11.09.2026 Niederbayern: Sicher zur Schule – darauf achtet die Polizei zum neuen Schuljahr In Niederbayern verstärkt die Polizei zum Beginn des neuen Schuljahres ihre Maßnahmen für einen sicheren Schulweg. Unter dem bayernweiten Motto „Sicher zur Schule – Sicher nach Hause“ sollen Kontrollen und Präventionsmaßnahmen helfen, Unfälle mit Kindern zu vermeiden. Im vergangenen Jahr ereigneten sich im Regierungsbezirk 40 Schulwegunfälle. Dabei wurden 45 Kinder verletzt. Todesopfer gab es nicht.