Der Landkreis Cham hat seinen Digitalen Zwilling bei der Veranstaltung „Neue Ideen für Bayern: Wie sichern wir die Attraktivität der Oberpfalz und Niederbayerns in Zeiten von KI, Energiewende und Fachkräftemangel?“ in Landshut vorgestellt. Unter dem Motto „Regio.PULS: Die Region der Zukunft – smart und sichtbar!“ trafen sich auf Einladung des Bayerischen Wirtschaftsministeriums Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Regionalmanagement, um sich über innovative Ansätze auszutauschen.
Der Digitale Zwilling bildet das gesamte Kreisgebiet Cham virtuell ab und verknüpft Daten aus zentralen Bereichen der Verwaltung. Technische Grundlage ist das interkommunale Geoinformationssystem (GIS), das im Landkreis bereits seit Jahren aufgebaut wird.
„Einem Gebiet in dem der Landkreis Cham deutschlandweit führend ist“, erklärt Dr. Ulrich Huber, der die Entwicklungsarbeit verantwortet. Als gemeinsame Plattform für alle Kommunen kommt ArcGIS zum Einsatz. Dadurch arbeiten Gemeinden und Landkreis auf einer einheitlichen digitalen Basis.
Über das interkommunale GIS werden auch KI-gestützte Anwendungen angeboten. Dazu gehören unter anderem ein Solarpotenzialkataster sowie Anwendungen zur automatisierten Ermittlung des Baumbestands.
Das GIS bildet gleichzeitig das Rückgrat des Digitalen Zwillings. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Energiewende, Klimaanpassung und Infrastrukturplanung. Entwicklungen können simuliert und ihre Auswirkungen frühzeitig bewertet werden.
„Wir schaffen damit eine neue Qualität der Zusammenarbeit“, betont Landrat Franz Löffler. Daten würden nicht isoliert genutzt, sondern über Verwaltungs- und Gemeindegrenzen hinweg vernetzt.
Ergänzt wird das System durch Augmented-Reality- und Virtual-Reality-Anwendungen. Der Landkreis Cham gilt dabei als digitaler Vorreiter in Deutschland. Ziel sei es, Planungsprozesse transparenter zu gestalten und fundiertere Entscheidungen zu ermöglichen. Politische Beschlüsse ersetzt der Digitale Zwilling jedoch nicht – er verbessert die fachliche Grundlage.
Auch bei der Vorstellung in Landshut stieß das Projekt auf großes Interesse. „Mit seinem Engagement unterstreicht der Landkreis Cham einmal mehr seine Rolle als aktiver Mitgestalter der regionalen Zukunft und als Impulsgeber für eine starke, sichtbare und smarte Entwicklung im ländlichen Raum“, betont Lemberger, der das Projekt präsentierte.
Andere Landkreise stellten zahlreiche Fragen zu diesem Leuchtturmprojekt. Gleichzeitig konnte der Chamer Regionalmanager auch von Projekten anderer Regionen neue Anregungen mitnehmen.
Pressestelle Landkreis Cham / TK