Do., 04.06.2026 , 11:21 Uhr

Landkreis Cham: Bündnis reagiert auf die antisemitistische Äußerung des Hotels in Lam

Das Bündnis für Toleranz und Menschenrechte im Landkreis Cham / Cham gegen Rechts verurteilt antisemitische Äußerung – Entschuldigung ist wichtiger Schritt, ersetzt aber nicht die notwendige gesellschaftliche Auseinandersetzung

Das Bündnis für Toleranz und Menschenrechte im Landkreis Cham / Cham gegen Rechts zeigt sich bestürzt über die bekannt gewordene antisemitische Antwort eines Hotelbetreibers aus Lam auf eine Buchungsanfrage aus Israel. Die Aussage, jüdische Gäste seien nicht erwünscht, widerspricht grundlegenden Werten einer offenen und demokratischen Gesellschaft und darf nicht unwidersprochen bleiben. Christian Oberthür, Mitglied des Sprecher*innenkreises des Bündnisses:

„Antisemitismus hat keinen Platz im Landkreis Cham und keinen Platz in unserer Gesellschaft. Menschen aufgrund ihrer Religion oder Herkunft abzulehnen, verletzt die Menschenwürde und greift die Grundwerte unseres Zusammenlebens an.“

Das Bündnis begrüßt zugleich, dass sich der Hotelchef inzwischen öffentlich für seine Äußerung entschuldigt und diese als Fehler bezeichnet hat.
Sabine Ebert, Mitglied des Sprecher*innenkreises:

„Wer einen Fehler macht und dafür Verantwortung übernimmt, verdient die Chance zur Korrektur. Die öffentliche Entschuldigung und das Eingeständnis, falsch gehandelt zu haben, sind wichtige Schritte. Dennoch müssen wir klar benennen, dass solche Aussagen nicht einfach aus dem Nichts entstehen. Sie machen deutlich, dass antisemitische Denkmuster auch heute noch vorhanden sind.“

Nach Angaben des Hotelbetreibers war die Äußerung im Zusammenhang mit einer Vielzahl von Fake-Buchungen und belastenden Erfahrungen entstanden. Für das Bündnis kann dies jedoch keine Rechtfertigung sein.
Ruth Meissner, Mitglied des Sprecher*innenkreises:

„Auch in Ausnahmesituationen dürfen Frust, Ärger oder Überforderung niemals dazu führen, ganze Bevölkerungsgruppen pauschal abzuwerten oder auszugrenzen. Gerade in angespannten Zeiten zeigt sich, wie wichtig demokratische Haltung und ein respektvoller Umgang miteinander sind. Antisemitismus darf niemals als verständliche Reaktion relativiert werden.“

Das Bündnis sieht in dem Vorfall zugleich einen Anlass zur gesellschaftlichen Selbstreflexion. Antisemitismus sei nicht nur ein Problem extremistischer Randgruppen, sondern zeige sich immer wieder auch im Alltag, in Vorurteilen, Sprache und Denkmustern.
Die Drei Specher*innen:

„Der Vorfall erinnert uns daran, dass die Auseinandersetzung mit Antisemitismus nie abgeschlossen ist. Es reicht nicht, antisemitische Aussagen zu verurteilen, wenn sie öffentlich werden. Wir müssen kontinuierlich daran arbeiten, Vorurteile abzubauen, Empathie zu fördern und Menschenfeindlichkeit in all ihren Formen entgegenzutreten.“

Das Bündnis für Toleranz und Menschenrechte im Landkreis Cham / Cham gegen Rechts steht für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft, in der Menschen unabhängig von Herkunft, Religion oder Weltanschauung mit Respekt und Würde behandelt werden.

 

PM Bündnis für Toleranz und Menschenrechte im Landkreis Cham / Cham gegen Rechts / TVA Onlineredaktion

Weitere Berichterstattung:



Das könnte Dich auch interessieren

21.09.2026 Furth im Wald: Ein Besuch im Rotlichtmilieu ohne Happy End Um Mitternacht kontrollierten Fahndungskräfte ein Auto am Grenzübergang Furth im Wald bei der Einreise. Der 59-jährige Fahrer gab an, seine Begleiterin arbeite in Tschechien im Rotlichtmilieu und sie seien auf dem Weg zu ihm nach Hause. Da die 28-Jährige über keine gültigen Grenzübertrittsdokumente verfügte, verweigerten die Beamten ihr die Einreise. Die Bundespolizeiinspektion Waldmünchen ermittelt gegen 20.09.2026 Painten: Werkstatttür beschädigt – Schaden im vierstelligen Bereich Schaden am frühen Morgen entdeckt Am Samstag, 19. September, gegen 6 Uhr meldete ein 43-jähriger Mann die Beschädigungen an der Werkstatttür seiner Firma. Nach bisherigen Erkenntnissen entstanden diese in der Nacht vom 18. auf den 19. September. Türrahmen stark nach innen gedrückt Bei der Überprüfung vor Ort stellte die Polizei fest, dass die Werkstatttür weiterhin 20.09.2026 Arrach: Unbekannter manipuliert Bremsen an Auto – Polizei sucht Zeugen Muttern an Bremssätteln gewaltsam entfernt Nach bisherigen Erkenntnissen wurden mehrere Muttern der Bremssättel an der Vorderachse gewaltsam entfernt. Durch die Manipulation an den Bremsen entstand ein Sachschaden von rund 600 Euro. Die Polizeiinspektion Bad Kötzting ermittelt wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr sowie wegen Sachbeschädigung. Polizei Bad Kötzting sucht Zeugen Wer zwischen 19.09.2026 Rettenbach: Überholmanöver endet mit Unfall – Motorradfahrer verletzt Zusammenstoß beim Überholen Der 36-Jährige war am 17. September gegen 14.45 Uhr mit einem BMW von Rettenbach in Richtung Wörth an der Donau unterwegs. Auf Höhe der Abzweigung nach Haag überholte er mehrere vorausfahrende Fahrzeuge. Dabei kollidierte das Auto mit einem Motorrad, dessen Fahrer gerade nach links in Richtung Haag abbiegen wollte. Motorradfahrer leicht verletzt