Do., 10.04.2014 , 14:23 Uhr

Landesausstellung „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“

Vom oberbayerischen Herzogssohn hat Ludwig IV. es zum römisch-deutschen Kaiser geschafft. Als Kaiser Ludwig „der Bayer“ genannt führte er Auseinandersetzungen mit dem Papst und der reichen Amtskirche und machte so die ersten Schritte zur Trennung von Staat und Kirche und somit auch zu den Grundfesten des modernen Europas. Vom 16. Mai bis zum 2. November ist in Regensburg die Bayerische Landesausstellung zu Gast, die sich mit diesem „bayerischen Kaiser“ auseinandersetzt.

 

Ludwig selbst war knapp vierzig Mal zu Gast in Regensburg. Mit der Landesausstellung „Ludwig der Bayern. Wir sind Kaiser!“ kommt er jetzt mit Unterstützung des Haus der Bayerischen Geschichte und der Stadt Regensburg zurück in die Domstadt und kann bis in den Herbst von interessierten Bürgern besucht werden.

Um 1300 zählte Regensburg zu den reichsten Städten Deutschlands. Ludwig nutzte die Handelsmetropole für sehe Zwecke. In seiner Amtszeit setzte er viele Neuerungen, sowohl in der Politik, der Wirtschaft als auch in kulturellerer Hinsicht durch. 1314 – also vor genau 700 Jahren – wurde Ludwig als erster Wittelsbacher zum römisch-deutschen König gekrönt und förderte in seiner Regentschaft den Handel und die Städte, worunter auch Regensburg weiter florieren konnte. Während seiner Auseinandersetzung mit dem Papsttum förderte Ludwig auch Bettelorden wie die der Minoriten, die zu dieser Zeit florierten, und die mit der Minoritenkirche damals ihr größtes Ordenshaus in ganz Süddeutschland in Regensburg stehen hatten.

 

Neben der Minoritenkirche werden die ehemalige Palastkapelle St. Ulrich am Dom, sowie der Dom selbst und der Domkreuzgang ab 16. Mai Teile der Bayerischen Landesausstellung beherbergen. Neben kostbaren Originalobjekten und aufwändigen Rekonstruktionen wird auch neueste Technik die Besucher begeistern: Mittels moderner Museumstechnologie wird ein Film mit beeindruckenden holographischen Effekten zu sehen sein. Hauptrolle spiel quer-Moderator Christoph Süß. Der witzelt zum Schluss: „Wer könnte das Mittelalter nicht lieben. Es gab keinen Zahnarzt, keine Zentralheizung und keine Dusche“, schiebt aber nach: „Aber im Ernst: Die Zeit im 14. Jahrhundert ist hochinteressant und inspirierend“ und empfiehlt damit einen Besuch der Landesausstellung, die neben dem Werdegang Kaiser Ludwigs den Besuchern auch das Alltagsleben dieser Zeit näher bringen soll.

 

SC

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