Do., 13.11.2025 , 13:50 Uhr

Lam: Toter Wolf stammt aus Tschechien – Ermittlungen gegen Wildtierbeobachter

Im Fall des toten Wolfs, der Ende Oktober nahe der Grenze gefunden wurde, gibt es neue Erkenntnisse: Das Tier stammt aus Tschechien und wurde offenbar absichtlich nach Bayern gebracht. Jetzt wird gegen einen ehrenamtlichen Naturschützer ermittelt.

Ende Oktober wurde in Lam im Landkreis Cham ein toter Wolf gefunden – jetzt ist klar: Das Tier stammt ursprünglich aus Tschechien und wurde offenbar nachträglich über die Grenze nach Deutschland gebracht. Dahinter soll ein ehrenamtlicher Helfer des Netzwerks „Große Beutegreifer“ stecken, der den Kadaver zur Polizei brachte.

Obduktion: Kein Abschuss, sondern Bissverletzungen

Untersucht wurde der Kadaver vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL). Das Ergebnis: Der Wolf wurde nicht erschossen, wie zunächst vermutet wurde. Vielmehr deuten die Spuren darauf hin, dass das Tier durch Bisse eines Artgenossen tödlich verletzt wurde. Weitere Untersuchungen laufen, um zu klären, zu welcher Population der Wolf gehörte.

Fundort lag in Tschechien

Nach mehreren Vernehmungen und einer Tatortbegehung steht inzwischen fest: Der Wolf wurde nicht in Deutschland gefunden, sondern bereits tot in Tschechien entdeckt und anschließend über die Grenze gebracht. Später wurde der Kadaver zur Polizeiinspektion Cham gebracht – offenbar mit dem Hinweis, es handle sich um einen Fund aus dem Landkreis Cham.

Warum das strafrechtlich relevant ist

Auch wenn der Fall auf den ersten Blick harmlos wirkt – rechtlich hat das Folgen.
Denn: Der Wolf ist eine streng geschützte Tierart. Auch tote Tiere dürfen nicht ohne behördliche Erlaubnis transportiert oder über Landesgrenzen gebracht werden. Damit steht ein möglicher Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz im Raum.

Außerdem besteht der Verdacht, dass der Mann durch die falsche Angabe des Fundorts eine Straftat vorgetäuscht hat. Die Polizei musste zunächst von einem möglichen illegalen Abschuss in Bayern ausgehen und entsprechend ermitteln – was umfangreiche Ermittlungen ausgelöst hat, die so nicht nötig gewesen wären.

Ermittlungen laufen weiter

Die Polizeiinspektion Bad Kötzting führt die weiteren Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Regensburg, Zweigstelle Straubing, und steht im Austausch mit den zuständigen Behörden in Tschechien.
Warum der Mann den Wolf nach Deutschland gebracht hat und welche Absicht dahintersteckte, ist derzeit unklar und Teil der laufenden Ermittlungen.

Polizeipräsidium Oberpfalz

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