Di., 11.06.2024 , 08:35 Uhr

Kulturgüter im Hochwasser? Bayern plant Notfallverbund

Hochwasser und Unwetter sorgen immer wieder für verheerende Schäden. Auch Museen oder Bibliotheken können betroffen sein. Um Kulturgüter zu schützen, soll nun eine Vereinbarung getroffen werden.

Kulturgüter in Bayern sollen mithilfe eines landesweiten Notfallverbundes künftig besser vor Katastrophen wie Hochwasser oder Unwettern geschützt werden. Herzstück ist ein Notfallcontainer, in dem etwa wertvolle Gemälde sicher gelagert werden können. Der Container werde Mitte 2025 geliefert und sei Bestandteil einer bundesweit vernetzten Notfallinfrastruktur zum Schutz von Kulturgütern, sagte Kunstminister Markus Blume (CSU) der Deutschen Presse-Agentur in München. In ganz Deutschland soll es insgesamt zehn solcher sogenannten Abrollbehälter Kulturgutschutz geben.

Der Container des Freistaats soll nach Angaben Blumes im Depot der Staatlichen Archive im Landkreis Freising deponiert werden. Über die integrierte Leitstelle der Feuerwehren können betroffene Orte ihn dann anfordern. «Im Notfall beraten und begleiten fachkundige Expertinnen und Experten des Verbundes die Feuerwehr beim Einsatz des Containers. So wird Hand in Hand mit den Einsatzkräften ein schneller, sicherer und passgenauer Schutz unserer Kulturschätze garantiert», erklärte Blume. Angeschafft werden soll der Behälter mit Mitteln der Aufbauhilfe 2021, die nach dem Hochwasser vor drei Jahren beschlossen wurde.

Die Vereinbarung für den Notfallverbund soll Blume zufolge am 27. Juni in München unterzeichnet werden. Zu den Erstunterzeichnern zählten größere Einrichtungen mit eigenen Werkstätten, die Kulturgut verwahren, wie die Staatsgemäldesammlungen, die Staatlichen Archive oder das Bayerische Nationalmuseum. Auch die Landesstelle für nichtstaatliche Museen, die Archive der Erzbistümer München und Freising sowie Bamberg, die Archäologische Staatssammlung und das Lastenausgleichsarchiv des Bundesarchivs in Bayreuth beteiligen sich. Weitere Unterstützer seien das bayerische Innenministerium, der Landesfeuerwehrverband und die bayerischen Feuerwehren.

Der Verbund soll bereits bestehende regionale Zusammenschlüsse ergänzen, die es Blume zufolge an allen Standorten der Staatsarchive gibt. Weitere lokale Verbünde seien in Gründung.

dpa

 

Regensburg: Bilanz nach Hochwasser gezogen

In der Stadt Regensburg wurde am Montag (10. Juni) nicht nur der Katastrophenfall aufgehoben, der sei rund einer Woche bestand. Die Stadt zog auch Hochwasser-Bilanz und kündigte beispielsweise ein Fest für alle Helferinnen und Helfer an. Die Schäden in der Werftstraße müssen derweil noch ermittelt werden.

 

Video: Kein Katastrophenfall mehr in Regensburg

Das könnte Dich auch interessieren

23.02.2026 Bayern: Steigende Wasserstände – Flüsse und Bäche treten über die Ufer Vor allem in den Regionen rund um den Bayerischen Wald und das Fichtelgebirge treten Flüsse und Bäche teils über die Ufer. Während vielerorts nur Wiesen und Felder betroffen sind, könnten mancherorts auch Keller und Häuser überflutet werden. Noch ist der Höchststand nicht überall erreicht. Der Hochwassernachrichtendienst rechnet jedoch damit, dass die Pegelstände ab Mittwoch wieder 17.02.2026 Regensburg: Verdi kündigt ÖPNV Warnstreiks in mehreren Städten an Die Gewerkschaft Verdi hat für Donnerstag und Freitag ganztägige Warnstreiks angekündigt. Betroffen sind Augsburg am Donnerstag, Regensburg am Donnerstag und Freitag sowie Passau und Landshut am Freitag. In Bamberg läuft der Streik bereits seit Dienstagmorgen und dauert bis Mittwochnacht an. Auch in den kommenden Wochen könnten weitere Arbeitsniederlegungen folgen. Bamberg: Notfallfahrplan mit Einschränkungen In Bamberg 15.02.2026 Fasching in Ostbayern 2026 14.02.2026 Bayern: 95 Millionen Euro Hochwasserhilfe von der EU Bayern hat nach dem verheerenden Hochwasser im Juni 2024 rund 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds erhalten. Das bestätigte eine Sprecherin des Finanzministeriums auf dpa-Anfrage. Zuvor hatte die „Augsburger Allgemeine“ darüber berichtet. Den Antrag auf die europäischen Hilfen hatte der Freistaat gemeinsam mit Baden-Württemberg gestellt. 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds Mit den