Mi., 28.08.2019 , 15:56 Uhr

Kripo warnt: "Sexpressung" in der Oberpfalz

Im August wurden wieder mehrere Fälle von „Sexpressung“ zur Anzeige gebracht. Die Cybercrime-Spezialisten der Kriminalpolizeiinspektionen Regensburg und Amberg ermitteln und geben Betroffenen Tipps zum Schutz vor solchen Erpressungsversuchen.

Anfang August kam es im Landkreis Neumarkt i.d.OPf. zu einem Fall von „Sexpressung“. Zur gleichen Zeit und weiterhin am vergangenen Wochenende ereigneten sich solche Erpressungsversuche im Landkreis Cham. Ein dritter und vierter Fall wurde Mitte August im Landkreis Amberg-Sulzbach und in Regensburg bekannt.

In drei Fällen waren Männer im Alter von 40, 41 bzw. 48 Jahren, in einem Fall eine 80-jährige Rentnerin und in einem weiteren Fall war eine Firmenadresse betroffen. Somit ist das Feld der Geschädigten, sowohl im Alter als auch im Geschlecht, „bunt gemischt“.

 

Worum geht es beim Phänomen „Sexpressung“?

Es handelt sich um eine Form der Erpressung aus dem Bereich der Cyberkriminalität. Die Täter versenden unzählige Spam-Emails an Internetnutzer, welche den Empfängern vorgaukeln, dass deren Computer mit einer Schadsoftware infiziert wurde. Diese hätte unbemerkt Videoaufnahmen mit der Webcam aufgezeichnet, welche das Opfer angeblich bei sexuellen Handlungen vor dem PC gefilmt hätte.

Nun drohen die Täter damit, dass sie diese Aufnahmen im Internet veröffentlichen, beziehungsweise direkt an Freunde und Bekannte senden werden. Zur Verhinderung der Verbreitung sollen die Opfer innerhalb einer Frist Geldbeträge, meist in Form der kryptografischen Währung „Bitcoin“, an eine vom Täter genannte Adresse transferieren.

Um ihrer erpresserischen Absicht Nachdruck zu verleihen, haben sie auch die Absender ihrer Mails meist mit „Achtung!“ bezeichnet. Wie das Bundeskriminalamt berichtet werden aber wechselnde Absenderadressen verwendet. Die Betreffzeilen enthielten Formulierungen wie „Ihr Leben kann zerstört werden“ oder „Ihr Ruf steht auf dem Spiel“. In neueren Fällen gehen die Täter noch dreister vor. Im Betreff ihrer E-Mails erscheint nun ein Passwort, das der Empfänger tatsächlich einmal eingesetzt hatte.

Die Betroffenen reagierten richtig, überwiesen kein Geld und informierten die Polizei. Die Fachkommissariate für Cybercrime der Kriminalpolizeiinspektionen Regensburg und Amberg haben die Ermittlungen wegen versuchter Erpressung in den Fällen aufgenommen.

Die Polizei rät in diesem Zusammenhang:

– Reagieren Sie nicht auf die E-Mail.

– Gehen Sie keinesfalls auf die Geldforderungen ein.

– Klicken Sie keine Links in der E-Mail an.

– Ist in der E-Mail ein bekanntes Passwort genannt, ändern Sie es umgehend.

– Grundsätzlich sollten Passwörter hinreichend komplex sein und regelmäßig geändert werden.

– Nutzen Sie aktuelle Viren-Software.

– Unabhängig davon, welche Webseiten Sie gerade besuchen, achten Sie auf Ihre Webcam und deaktivieren Sie sie gegebenenfalls.

– Bei Fragen wenden Sie sich an die örtliche Polizei.

 

Polizeimeldung

Das könnte Dich auch interessieren

03.06.2026 Oberpfalz: Schwerpunktmonat gegen Raser – mehr Sicherheit auf außerörtlichen Strecken Im Mittelpunkt der Kontrollen steht vor allem die Unfallursache Geschwindigkeit. Im Rahmen einer landesweiten Aktion will das Polizeipräsidium Oberpfalz so ein klares Zeichen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr setzen. Unfallzahlen deutlich gestiegen Landstraßen bleiben in der Oberpfalz ein besonderer Unfallschwerpunkt. Die Zahl der Verkehrsunfälle außerorts stieg im vergangenen Jahr um 7,9 Prozent – von 13.661 01.05.2026 Oberpfalz: Wenige Zwischenfälle in der Nacht zum 1. Mai Die Freinacht in der Oberpfalz ist aus Sicht der Polizei überwiegend ruhig verlaufen. Zwar kam es in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai vereinzelt zu Einsätzen, größere Ausschreitungen oder schwere Vorfälle blieben jedoch aus. 16.04.2026 Ostbayern: Bilanz nach Blitzmarathon 2026 Nach 24 Stunden intensiver Geschwindigkeitskontrollen ist der Blitzmarathon 2026 in der Oberpfalz am 16. April um 6 Uhr zu Ende gegangen. Nun hat die Polizei ihre Bilanz vorgestellt. Ziel der Aktion war es, auf die Gefahren von überhöhter Geschwindigkeit aufmerksam zu machen und schwere Verkehrsunfälle langfristig zu reduzieren. Auch in der Oberpfalz: Geschwindigkeit bleibt Unfallursache 01.11.2025 Halloween in Ostbayern: Polizei zieht Bilanz Die Halloween-Nacht in Ostbayern verlief aus Sicht der Polizei in Niederbayern und der Oberpfalz insgesamt ruhig. Zwar gab es Ruhestörungen, kleinere Schlägereien und Sachbeschädigungen, doch größere Einsätze blieben aus.