Mi., 14.10.2026 , 15:37 Uhr

Krankenhausreform: Erste Leistungsgruppen für Bayerns Kliniken bewilligt

Die Krankenhausreform ist ein dicker Brocken – auch, weil viele um «ihre» örtliche Klink fürchten. Nun stehen die ersten Entscheidungen fest. Doch wie diese aussehen, verrät das Ministerium nicht.

Die ersten Entscheidungen zur konkreten Zukunft der bayerischen Krankenhäuser sind gefallen – allerdings bleibt offen, welche Klinik künftig welche Leistung anbieten darf und welche nicht. Man wolle sich zu Einzelfällen nicht äußern, teilte das Gesundheitsministerium in München mit.

«Sowohl positive als auch negative Bescheide werden vom Ministerium nur gegenüber den Betroffenen kommuniziert, da es sich um einen engen Abstimmungsprozess mit den Klinikträgern im Rahmen eines Verwaltungsverfahrens handelt.»

Dabei ist das Thema vielerorts emotional: Im Zuge der Krankenhausreform sollen sich die Behandlungen auch im Flächenstaat Bayern auf weniger, dafür besser ausgestattete und spezialisiertere Standorte konzentrieren.

Erreicht werden soll dies über die Genehmigung von sogenannten Leistungsgruppen, die die Kliniken benötigen, um künftig für die entsprechende Operation oder Behandlung noch Geld von den Krankenkassen zu bekommen.

 3.400 Anträge für rund 260 Standorte

In Bayern hat der Medizinische Dienst deshalb bis Ende August rund 3.400 Anträge der Klinikträger für etwa 260 Krankenhausstandorte geprüft.

«Bislang wurden knapp 2.000 positive Zuweisungen versandt», erläuterte Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU).

«Dies betrifft in einem ersten Schritt Krankenhäuser, bei denen der Medizinische Dienst die Voraussetzungen für die Leistungsgruppen positiv bewertet hat und keine Auswahlentscheidung etwa wegen eines regionalen Überangebots ansteht.»

Der Zuweisungsprozess werde noch bis Ende des Jahres weiterlaufen. Bei jenen Kliniken, denen der Medizinische Dienst ein negatives Gutachten ausgestellt hat, werde das Ministerium in einen engen Abstimmungsprozess mit den Trägern gehen, hieß es.

Diese würden vor einer etwaigen Ablehnung angehört und bekämen die Gelegenheit, bei den Voraussetzungen für die Genehmigung nachzubessern.

Dennoch wird künftig nicht jede Klinik in Bayern jede von ihr gewünschte Leistung anbieten dürfen. Zwar werde der Freistaat etwa bei der Geburtshilfe oder der Pädiatrie Ausnahmeregelungen nutzen, um die Versorgung flächendeckend sicherzustellen, kündigte Gerlach an.

«Umgekehrt ist bei einigen planbaren Leistungen vor allem im Bereich der Endoprothetik mit regionalen Überangeboten zu rechnen, so dass hier nicht jeder Träger die beantragten Leistungsgruppen bekommen wird, auch wenn deren Qualitätsvoraussetzungen an sich erfüllt sind.»

dpa

Das könnte Dich auch interessieren

14.10.2026 München/Berngau: Tödliche Waffenkontrolle - Ermittlungen bleiben schwierig Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Behördenmitarbeiter während einer Waffenkontrolle gestalten sich die Ermittlungen schwierig. Die Details zum Tatablauf und zur Motivation des mutmaßlichen Schützen seien noch unklar, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) im Innenausschuss des Landtages in München. «Eine abschließende Beurteilung des Sachverhalts ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich.» Herrmann verwies darauf, 22.09.2026 Bayern: Reaktion auf Pisa-Ergebnisse - mehr Mathe, Deutsch und Sport Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sorgt sich angesichts der jüngsten Pisa-Ergebnisse um die langfristige Innovationsfähigkeit des Freistaats. Bei einer CSU-Fraktionsklausur in Kloster Banz bei Bad Staffelstein sprach Söder von einem «Pisa-Schock». Die Ergebnisse werfen für ihn die Frage auf, ob Bayern auch in einigen Jahren noch genügend qualifizierte Köpfe haben wird, um seine Innovationskraft zu 21.09.2026 Tschechien entlastet Autofahrer an der Tankstelle Aufgrund der hohen Energiepreise hat die tschechische Regierung ein Maßnahmenpaket beschlossen, um Autofahrer an der Tankstelle zu entlasten. Vom 1. Oktober an werde wieder ein Preisdeckel für Benzin und Diesel eingeführt, teilte Finanzministerin Alena Schillerova mit. Die Vorgaben sollen täglich aktualisiert werden. Zugleich werde die Verbrauchsteuer auf Diesel auf 8,011 Kronen (33 Eurocent) je Liter 07.09.2026 Politischer Gillamoos: Reaktionen auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt