Do., 05.02.2026 , 13:09 Uhr

Konjunkturumfrage: Industrie tastet sich vor, Bau bleibt Sorgenkind

Verhalten positive Signale, aber kein breiter Aufwärtstrend - das ergibt der aktuelle Konjunkturbericht der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim.

Die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim zeigt zum Jahresbeginn leichte Aufwärtssignale, jedoch keinen breiten wirtschaftlichen Aufschwung. Grundlage sind die Rückmeldungen von 280 Unternehmen aus der Region. Die Wirtschaftslage stagniert weiterhin, auch wenn sich in einzelnen Branchen vorsichtiger Optimismus bemerkbar macht.

Verhaltene Entwicklung in Industrie, Handel und Tourismus

Insgesamt spiegelt unsere Konjunkturumfrage keinen breiten Aufwärtstrend“, stellt Dr. Jürgen Helmes bei der Vorstellung der Ergebnisse gemeinsam mit Christian Volkmer fest.

In der Industrie bewegt sich die Entwicklung langsam aus dem negativen Bereich heraus. Handel, Tourismus und Dienstleistungen melden überwiegend eine positive Geschäftslage. Vor allem im Hotel- und Gaststättengewerbe sorgten Urlaubsreisen und die Weihnachtssaison für zusätzliche Umsätze.

Das Baugewerbe bleibt hingegen ohne spürbare Erholung. Die erwartete Trendwende lässt bislang auf sich warten.

Politische Impulse bleiben aus

Nach Einschätzung der IHK fehlen weiterhin wirksame wirtschaftspolitische Signale. „Das Konjunkturprogramm der Bundesregierung übt bislang keinen spürbaren Einfluss auf die regionalen Unternehmen aus“, sagt Volkmer.

Zudem steigen die Belastungen durch höhere Energiepreise erneut. 32 Prozent der Industriebetriebe sehen darin ein erhebliches Geschäftshemmnis. „Viele Umfrageteilnehmer zeigen sich enttäuscht, da die Politik trotz klarer Signale die wirtschaftliche Realität verkennt und sich auf hohen Staatsausgaben ausruht“, so Volkmer weiter. Notwendige Reformen bei Kranken- und Rentenversicherung würden nicht angegangen.

Träges Auslandsgeschäft belastet Unternehmen

Auch im Auslandsgeschäft bleibt die Lage schwierig. Die Bestelleingänge aus China und der Eurozone sind rückläufig, während Märkte in Afrika sowie im Nahen und Mittleren Osten zulegen. Insgesamt bleibt die Entwicklung im negativen Bereich.

Kein Wunder“, so Helmes, „denn die geopolitische Lage bleibt instabil. Das Auslandsgeschäft unserer Unternehmen ist geprägt von Protektionismus, Handelshemmnissen und Zöllen.“ In der Industrie berichten 16 Prozent von erheblichen und 29 Prozent von teilweisen Einschränkungen ihrer Geschäftsabläufe.

Viele Unternehmen setzten zum Zeitpunkt der Umfrage Hoffnungen auf das Mercosur-Abkommen. „Die EU erweist der Wirtschaft einen Bärendienst, indem sie das Abkommen jetzt verschleppt“, kritisiert Helmes. Positiver bewertet werden dagegen die mittelfristigen Perspektiven in Afrika und Asien ohne China. Größere Betriebe zeigen sich dabei optimistischer als kleine und mittlere Unternehmen. Das neue Freihandelsabkommen der EU mit Indien könnte die Stimmung bei der nächsten Umfrage verbessern.

Erwartungen steigen – Risiken bleiben

Die Geschäftserwartungen ziehen zum Jahresbeginn an. „Ähnlich wie in den Vorjahren“, ordnet Sibylle Aumer die Entwicklung ein. Während die Industrie weiter skeptisch bleibt, gleichen optimistische Dienstleister das Bild aus.

Im Wohnungsbau ist der Negativtrend gestoppt, 15 Prozent der Betriebe rechnen mit mehr Aufträgen. Dienstleister, Handel und Tourismus planen höhere Investitionen.

Gleichzeitig fehlt jedem zehnten Unternehmen die notwendige Liquidität. Der Anteil der Betriebe mit Finanzierungsrisiken steigt von zehn auf 14 Prozent. Die Erhöhung des Mindestlohns verschiebt das Lohngefüge nach oben, steigende Arbeitskosten werden deutlich häufiger als Konjunkturhemmnis wahrgenommen. Zusätzlich rechnen die Unternehmen mit weiter steigenden Preisen durch den höheren CO₂-Preis.

Was es für einen Aufschwung braucht

Aus Sicht der IHK sind mehrere politische Maßnahmen notwendig. „Mit Blick auf die steigenden Investitionsabsichten bei gleichzeitig angespannter Finanzlage wäre ein enges Zusammenspiel von Banken, öffentlichen Fördermitteln, steuerlichen Investitionsanreizen und schnellere Genehmigungsverfahren erforderlich“, so Helmes.

Hohe Personal- und Energiekosten entwickeln sich zunehmend zu einem Standortproblem. „Wir haben einen nicht unbedeutenden Anteil in der Industrie, die eine Teilverlagerung ins Ausland plant“, warnt der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Auch bei der Digitalisierung sieht Volkmer dringenden Handlungsbedarf. „Der Fokus des Bürokratieabbaus darf nicht nur auf die Bedürfnisse der internationalen Digitalindustrie ausgerichtet sein, sondern muss vor allem die deutsche Wirtschaft berücksichtigen.“ Zudem brauche es deutlich bessere Rahmenbedingungen für Finanzierung und Förderung digitaler Unternehmen.

Die IHK fasst die wichtigsten Punkte kurz und knapp wie folgt zusammen:

 

Pressemitteilung IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim / MF

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