Fr., 19.02.2021 , 15:26 Uhr

Kita-Öffnung: Kritik vom Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern

Ab kommenden Montag, den 22. Februar sollen Kitas wieder öffnen dürfen. Voraussetzung dafür ist allerdings, eine 7-Tage-Inzidenz von 100. Der Verband katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern weist deshalb darauf hin, dass Kita-Personal und Träger vor erhebliche Umsetzungsprobleme gestellt werden. „Natürlich ist klar – Kinder und Eltern sehnen sich nach dem ganz normalen Kita-Alltag“, so Maria Magdalena Hellfritsch, Geschäftsführerin des Verbandes katholischer Kindertageseinrichtungen Bayern. Nicht zuletzt mit Blick auf die Bedeutung der sozialen Teilhabe von Kindern und deren Bildungschancen sowie für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf dränge die Zeit.

Allerdings sei der vom Gesundheitsministerium festgelegte 7-Tage-Inzidenzwert von 100 für die Wiederaufnahme eines eingeschränkten Regelbetriebs mehr als kritisch zu sehen. „Dies bedeutet auf der einen Seite, dass alle Kinder kommen können, aber auch, dass die Kita von einem auf den anderen Tag geschlossen werden muss, sofern der Inzidenzwert über 100 steigt. Dies ist für Kita-Träger, Personal und Eltern keine planbare Öffnungsstrategie“, so Hellfritsch. Darüber hinaus sei für den 22. Februar 2021 weder die Bereitstellung von Antigen-Schnelltests für Selbsttestungen des Kita-Personals sichergestellt, noch gäbe es flächendeckende Reihentestungen in Kitas.

Hellfritsch begrüßt die Pläne der Bayerischen Staatsregierung, die Elternbeitragspauschale auch für März 2021 zu übernehmen, um damit Eltern zu entlasten, die ihr Kind noch zu Hause betreuen. Dies hat Ministerpräsident Dr. Markus Söder in seiner Regierungserklärung am 12. Februar 2021 bekannt gegeben. „Es bleibt zu hoffen, dass dies möglichst viele Eltern nutzen können“, so Hellfritsch. Der noch ausstehende Beschluss zur Umsetzung müsse aber auch zügig Rechtssicherheit für Träger bringen.

Derzeit seien die Corona-Mutanten die größte Bedrohung auch in Kindertageseinrichtungen. „Das pädagogische Personal sieht sich hoch gefährdet, da in nicht wenigen Einrichtungen ab dem 22. Februar 2021 Vollbetrieb herrschen wird“, betont Hellfritsch. Für eine langfristige Öffnung müsse darüber hinaus ein klares Konzept für Impfangebote für das Kita-Personal vorgelegt werden. „Personalausfälle und krankheitsbedingte Gruppenschließungen kann sich niemand mehr leisten“, so Hellfritsch.

In Bayern besuchen ca. 197.000 Kinder eine der rund 2.770 katholischen Kindertageseinrichtungen. Für deren Finanzierung sind Elternbeiträge ein wesentlicher Faktor.

 

pm/MS

Das könnte Dich auch interessieren

01.05.2026 Oberpfalz: Wenige Zwischenfälle in der Nacht zum 1. Mai Die Freinacht in der Oberpfalz ist aus Sicht der Polizei überwiegend ruhig verlaufen. Zwar kam es in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai vereinzelt zu Einsätzen, größere Ausschreitungen oder schwere Vorfälle blieben jedoch aus. 30.04.2026 Oberpfalz: Polizei mahnt zur Rücksicht in der Freinacht In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai ist in vielen Orten der Oberpfalz wieder mit kleineren Streichen rund um die sogenannte Freinacht zu rechnen. Das Polizeipräsidium Oberpfalz erinnert daran, dass Brauchtum und Spaß dort enden, wo Eigentum beschädigt, Menschen gefährdet oder die öffentliche Ordnung gestört werden. Freinacht in der Oberpfalz: Grenzen des 30.04.2026 Bayern: Zahl der Arbeitslosen geht im April nur leicht zurück Normalerweise sorgt das Frühjahr für eine deutliche Entspannung am Arbeitsmarkt, doch diesmal blieb die erhoffte Belebung weitgehend aus. Arbeitslosenzahl sinkt nur minimal Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen im Vergleich zum März um 6.556 Personen auf insgesamt 322.747. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Punkte auf 30.04.2026 Bernhardswald: Neue Johanniter-Kinderkrippe offiziell eröffnet Die Gemeinde Bernhardswald hat eine neue Kinderkrippe unter Trägerschaft der Johanniter eröffnet. Mit dem Neubau reagiert die Kommune auf die bislang beengte Situation: Zwei Krippengruppen waren zuvor in Containern untergebracht, eine weitere im benachbarten Kindergarten. Nun bietet das neue Gebäude moderne Räume für drei Krippengruppen mit jeweils zwölf Kindern – insgesamt also Platz für 36