Di., 27.01.2026 , 10:39 Uhr

Kelheim Fibres GmbH stellt Betrieb zum 31. März 2026 ein

Die bevorstehende Schließung des Unternehmens Kelheim Fibres zum 31. März 2026 ist ein schwerer Schlag für die Stadt Kelheim und die gesamte Region. Rund 350 Beschäftigte verlieren ihre Arbeitsplätze. Die Stadt Kelheim sowie die Bayerische Staatsregierung haben Unterstützung zugesagt. Im Mittelpunkt stehen dabei Maßnahmen zur sozialen Abfederung und die Suche nach einer tragfähigen Nachnutzung des Geländes.

Am Montag, 26. Januar, informierte die Geschäftsleitung der Kelheim Fibres ihre Belegschaft in einer Mitarbeiter- und Betriebsversammlung über das Ende des Geschäftsbetriebs. Noch am selben Tag wurde Bürgermeister Christian Schweiger von der Entscheidung unterrichtet.

Kelheim Fibres galt als einer der weltweit führenden Hersteller von Viskose-Spezialfasern und hatte über Jahrzehnte hinweg eine wichtige Rolle im Wirtschaftsraum Niederbayern gespielt. Trotz intensiver Bemühungen blieb ein Investorenprozess im Rahmen der Insolvenz in Eigenverwaltung ohne Ergebnis.

Unterstützung durch Stadt Kelheim und Staatsregierung

Bürgermeister Christian Schweiger betonte in einer Stellungnahme, dass nun die Beschäftigten im Mittelpunkt stehen. Viele hätten dem Unternehmen lange die Treue gehalten. Deshalb sei es umso wichtiger, dass der Übergang fair gestaltet werde. Positiv bewertet er den vereinbarten Interessenausgleich, den Sozialplan und die geplante Transfergesellschaft, die Beschäftigten beim Übergang in neue Arbeitsverhältnisse helfen soll.

Die Stadt Kelheim steht laut Schweiger in engem Kontakt mit der Bayerischen Staatsregierung, um den laufenden Prozess aktiv zu begleiten. Gemeinsam mit Landrat Martin Neumeyer wird ein kurzfristiges Treffen mit Vertretern der Staatsregierung vorbereitet. Ziel sei es, alle verfügbaren Unterstützungswege zu bündeln und rasch konkrete nächste Schritte einzuleiten.

Staatsminister Aiwanger: Standort war nicht mehr wettbewerbsfähig

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger äußerte sein Bedauern über die Schließung des Traditionsunternehmens. Trotz mehrerer Rettungsversuche sei Kelheim Fibres wirtschaftlich nicht mehr zu halten gewesen. Hohe Energiekosten und eine schwierige Marktlage hätten das Unternehmen stark belastet.

Aiwanger kündigte Unterstützung für die rund 350 Beschäftigten an, insbesondere beim Übergang in neue Jobs. Auch eine ökonomisch sinnvolle Nachnutzung des Werksgeländes müsse jetzt in den Fokus rücken. Denkbar seien laut Aiwanger auch neue Ansätze im Bereich der kommunalen Wärmeversorgung.

Stadt Kelheim blickt auf Nachnutzung des Geländes

Parallel zur Unterstützung der Beschäftigten will die Stadt Kelheim auch die Zukunft des Standorts sichern. Im Rahmen des Insolvenzverfahrens sollen Gelände und Einrichtungen verwertet werden. Die Stadtverwaltung betont, dass daraus eine tragfähige Perspektive für Kelheim entstehen soll – industriell und arbeitsplatzorientiert.

Bürgermeister Schweiger machte deutlich: „Wir werden alle Hebel in Bewegung setzen, damit Betroffene Unterstützung bekommen und Kelheim eine Zukunftsperspektive behält.“

Kelheim Fibres, Pressestelle stmwi/SP

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