Di., 13.12.2016 , 17:06 Uhr

Kabeltrommel ins Gleis gelegt: Zug fährt auf - Zeugen gesucht

Die Polizei berichtet von einem Vorfall, bei dem es in der Nähe von Haselbach nur durch großes Glück keine Verletzten oder gar Toten gegeben hat: Bisher unbekannte Täter haben am Montag (12. Dezember) in den frühen Morgenstunden eine leere Kabeltrommel auf das Bahngleis aufgelegt und dadurch eine Lokführerin und eine Zugführerin sowie 78 Fahrgäste in große Gefahr gebracht. Die Kabeltrommel hat ein Gewicht (leer) von 309 Kilogramm. Der mittlerweile durch die geschädigte Länderbahn festgestellte Schaden beläuft sich auf ca. 10.000 Euro.

Die Polizei berichtet:

Auf der Strecke Schwandorf – Regensburg finden in einigen Bereichen seit mehreren Wochen Erdkabelarbeiten statt. Bedingt durch die Bauarbeiten lagerte deshalb neben anderen Gerätschaften auch eine leere Kabeltrommel neben der Bahnstrecke.

Nach bisherigen Ermittlungen der Bundespolizei haben ein oder mehrere bisher unbekannte Täter diese Trommel, Durchmesser etwa 155 Zentimeter, auf der Strecke Schwandorf – Regensburg in der Nähe der Bahnüberführung der B 16 beim Industriegebiet Haselbach aufgelegt. Da die Trommel gegen Wegrollen gesichert war, scheidet ein unbeabsichtigtes Rollen in die Gleise aus.

Gegen 05:25 Uhr befuhr der ALX 84103 von Schwandorf nach Regensburg diesen Streckenabschnitt. Im schwachen Signallicht erkannte die Lokführerin erst sehr spät das Hindernis. Trotz sofort eingeleiteter Schnellbremsung konnte sie deshalb den Zug nicht mehr rechtzeitig zum Stehen bringen. Die Regelgeschwindigkeit beträgt in diesem Streckenabschnitt 110 Stundenkilometer. Die Lok schob die Trommel, die sich zwischen den Puffern verkeilte, vor sich her, ehe der Zug nach über 300 Metern zu stehen kam.

Nach ersten Schätzungen entstand ein Sachschaden von mehreren tausend Euro. Das Zugpersonal und die Reisenden kamen glücklicherweise mit dem Schrecken davon. Die Gleise in Richtung Regensburg waren von 05:34 Uhr bis 07:14 Uhr gesperrt. Dadurch kam es bei 8 Zügen zu insgesamt 290 Minuten Verspätung. Nach Hindernisbeseitigung und einer ersten technischen Überprüfung konnte der Zug eigenständig die Fahrt bis zum Hauptbahnhof Regensburg fortsetzen.

Der glimpfliche Ausgang darf nicht über die Schwere der Straftat hinwegtäuschen. Bei diesem Vorfall handelt es sich um einen gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr. Diese Straftat wird je nach Schwere des Falles mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft. Bereits der Versuch ist strafbar.

Die Regensburger Ermittler der Bundespolizei setzen jetzt auf die Auswertung der am Tatort aufgefundenen Spuren sowie auf Zeugenaussagen. Bereits mehrfach konnten bei ähnlich gelagerten Fällen Straftäter überführt werden.

 

Die Bundespolizei sucht nach Zeugen dieses Vorfalls.

Wer hat am Montag (12. Dezember), in den frühen Morgenstunden zwischen 04:30 Uhr und 05:25 Uhr eine oder mehrere Personen an der genannten Örtlichkeit gesehen? Wer kann Angaben über den oder die möglichen Täter oder verdächtige Wahrnehmungen machen?

Sachdienliche Hinweise bitte an das Bundespolizeirevier Regensburg unter der Telefonnummer 0941-59515-111 oder an bpolr.regensburg@polizei.bund.de

Foto: Symbolbild

PM/MF

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