Fr., 11.09.2026 , 08:15 Uhr

Judo: „Gewaltexzess“ nach dem Kampf – Judoka Cavelius reagiert auf Vorwürfe

Der Fall hat für große mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Nach dem Angriff gegen ihn meldet sich nun auch Timo Cavelius zu Wort.

Nach einem Bundesliga-Kampf im Judo ist es zu einem folgenschweren Zwischenfall gekommen. Akaki Japaridze vom JC Leipzig griff den für den TSV Abensberg kämpfenden Timo Cavelius nach einem Kampf an. Cavelius erlitt einen Kieferbruch, musste operiert werden und fällt mehrere Wochen aus. Nun haben sich beide Judoka zu dem Vorfall geäußert.

 

Japaridze äußert sich zur Attacke

Die Attacke auf den deutschen Olympia-Starter hatte in der Judo-Szene für Entsetzen gesorgt. Japaridze äußerte sich anschließend auf Instagram zu dem Vorfall.

„Jede Form von physischer Aggression im Sport ist inakzeptabel. Ich entziehe mich nicht der Verantwortung für das Geschehene“, erklärte der 24-Jährige.

Als Auslöser nannte Japaridze allerdings nicht seine sportliche Niederlage. Er schrieb, der Vorfall sei „nicht das Ergebnis von Emotionen“ gewesen, die durch das Ergebnis des Kampfes entstanden seien.

Stattdessen warf er seinem Gegner ehrverletzendes Verhalten vor. „Der Grund war ein anderer: ehrverletzendes Verhalten des Gegners mir gegenüber, sowohl verbal als auch durch Gesten. Das ist im Sport und im Rahmen der Sportethik ebenso völlig unakzeptabel – und in erster Linie unakzeptabel für mich als Georgier und als Mann“, schrieb Japaridze.

 

Zwei Duelle zwischen Japaridze und Cavelius

Japaridze veröffentlichte dazu ein Video vom ersten der beiden Bundesliga-Kämpfe gegen Cavelius in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm. Cavelius hatte diesen Kampf durch Ippon verloren und wollte die Entscheidung des Kampfrichters nicht hinnehmen. Japaridze verbeugte sich dreimal.

Das zweite Duell gewann Cavelius. Anschließend zeigte der 29-Jährige eine geballte Faust in Richtung seines Teams und auch in Richtung Japaridzes. Daraufhin griff Japaridze seinen Gegner an und verletzte ihn schwer im Gesicht.

 

Cavelius weist Vorwürfe zurück

Cavelius widerspricht der Darstellung, er habe seinen Gegner provozieren oder beleidigen wollen. „Dieser Jubel galt meinem eigenen Team und war Ausdruck der Freude über den gewonnenen Kampf. Ich möchte ausdrücklich klarstellen, dass es zu keinem Zeitpunkt meine Absicht war, Akaki Japaridze als Sportler zu demütigen oder ihn aufgrund seiner Herkunft, seiner Nationalität oder seiner Identität als georgischer Mann zu beleidigen“, erklärte der Judoka.

Weiter sagte Cavelius: „Sollte mein Jubel bei ihm dennoch als persönliche Provokation oder Kränkung angekommen sein, bedauere ich, dass er ihn so empfunden hat. Eine solche Wirkung war von mir nicht beabsichtigt.“

 

Kiefer mit drei Platten fixiert

Nach der Attacke wurde Cavelius in der Leipziger Universitätsklinik operiert. Sein gebrochener Kiefer wurde mit drei Platten fixiert. Bis der Judoka wieder kämpfen kann, werden voraussichtlich zehn bis zwölf Wochen vergehen.

„Ich bin auf dem Weg der Genesung“, sagte Cavelius.

Die Erklärung seines Gegners lässt er dennoch nicht als Rechtfertigung gelten. „Selbst wenn mein Jubel bei Akaki Japaridze negative Emotionen ausgelöst haben sollte, kann dies einen solchen Gewaltexzess weder erklären noch rechtfertigen. Ich habe ihn weder verbal beleidigt noch körperlich angegriffen.“

Durch die Verletzung verpasst Cavelius auch die Judo-Weltmeisterschaft vom 4. bis 11. Oktober in Baku.

dpa / MF

 

 

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