Do., 11.01.2018 , 08:16 Uhr

Innenministerium lehnt bayernweite Schülertickets ab

In Bayern wird es anders als in Hessen vorerst kein bundesweit gültiges und stark vergünstigtes Schülerticket für den öffentlichen Personennahverkehr geben. Das Innenministerium erteilte einem Vorschlag von SPD-Landtagsfraktionschef Markus Rinderspacher eine Absage. Er hatte vorgeschlagen, im Freistaat nach hessischem Vorbild eine landesweit gültige Jahreskarte für Schüler und Auszubildende zum Preis von 365 Euro einzuführen. Eine Übertragung des Modells in Hessen sei «schon aus strukturellen Gründen nicht möglich», begründete das Ministerium in seiner Antwort, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, seine ablehnende Haltung. 

«Das Bundesland Hessen hat eine andere verkehrliche Struktur als der Freistaat», heißt es weiter. Hessen sei flächendeckend von nur drei großen Verkehrsverbünden der kommunalen ÖPNV-Aufgabenträger erfasst. Im flächenmäßig deutlich größeren Bayern existierten neben mehreren Verkehrsverbünden aber auch verbundfreie Gebiete. Der Freistaat könne eine Einigung der Verkehrs- und Tarifverbünde «nicht erzwingen».

Darüber hinaus könnten die Kosten für eine solche Regelung gegenwärtig nicht ermittelt werden. Hessen bezuschusst das neue Ticket mit 20 Millionen Euro jährlich. In Bayern haben aktuell Schüler bis zur Jahrgangsstufe 10 nur einen Anspruch auf eine kostenfreie Beförderung bis zur nächstgelegenen Schule.

Rinderspacher reicht dies aber nicht aus, es gehe nicht nur um den Schulweg, sondern etwa auch um Wege zum Sport oder Musikunterricht. Er kündigte weitere parlamentarische Schritte an. «Der bayerische Verkehrsinfarkt wird nur ausbleiben, wenn bereits junge Menschen zur Nutzung des ÖPNV motiviert werden. Wir wollen die Familien finanziell entlasten, und Anreize geben, aufs Auto zu verzichten.»

dpa/MF

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