Mo., 05.08.2024 , 16:10 Uhr

Infineon will 1400 Stellen streichen und Jobs verlagern

Der schwächelnde Chiphersteller Infineon aus Neubiberg bei München plant, 1400 Jobs zu streichen und weitere 1400 in billigere Länder zu verlagern. Auch in Regensburg werden Jobs abgebaut, der zentrale Standort soll aber bleiben.

Das Unternehmen kämpft derzeit mit einer langsamen Erholung aus der aktuellen Krise. Obwohl das Ergebnis und der Umsatz im dritten Quartal leicht gestiegen sind, bleiben sie weit hinter den Vorjahreswerten zurück. Besonders der Gewinn brach um über die Hälfte auf 403 Millionen Euro ein.

 

Keine betriebsbedingten Kündigungen in Deutschland

Infineon-Chef Jochen Hanebeck kündigte an, dass betriebsbedingte Kündigungen in Deutschland ausgeschlossen sind. Wo genau die Stellen gestrichen oder verlagert werden, ließ er offen, da die Mitarbeiter zuerst informiert werden sollen. Die Maßnahmen seien ein schwieriger Schritt, den sich das Management nicht leicht gemacht habe.

 

Regensburg bleibt zentraler Standort

In Regensburg soll eine mittlere dreistellige Zahl an Jobs abgebaut werden, insbesondere im Fertigungsbereich. Trotzdem betonte Hanebeck, dass Regensburg ein zentraler Standort bleibe und stärker auf Innovation ausgerichtet werde. Dies sichere den Standort für viele Jahre. In Dresden hingegen sollen weiterhin Jobs aufgebaut werden.

 

Verlagerung in günstigere Länder

Die Verlagerung von 1400 Jobs betrifft alle Hochlohnländer von Nordamerika bis Asien. Diese Stellen sollen in günstigere Länder gehen, in denen Infineon bereits aktiv ist.

 

Marktlage und Zukunftsaussichten

Infineon leidet aktuell, wie viele in der Chipindustrie, unter schwacher Nachfrage. Nach dem Chipmangel der letzten Jahre hat sich die Lage gedreht: Lagerbestände werden abgebaut und Chips kurzfristiger bestellt. Hanebeck sprach von einem herausfordernden Marktumfeld und einer langsamen Erholung in den Zielmärkten. Das Unternehmen musste seine Prognose mehrfach senken und blieb auch im dritten Quartal mit 3,7 Milliarden Euro Umsatz unter den Erwartungen. Für das vierte Quartal wird ein Umsatz von 4 Milliarden Euro und für das laufende Jahr insgesamt 15 Milliarden Euro erwartet. 2024 wird als Übergangsjahr gesehen, mit einer Bodenbildung im Zyklus.

 

Reaktionen an der Börse

An der Börse wurden die Nachrichten von Infineon positiv aufgenommen. Nach einem schwachen Start drehte die Aktie am Vormittag ins Plus und war der stärkste Wert im insgesamt nachgebenden Aktienindex Dax. Die Aktie hatte allerdings in den vergangenen zwei Monaten bereits deutlich an Wert verloren.

 

dpa / MB

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