Di., 27.03.2018 , 08:32 Uhr

Immer weniger Wohnungseinbrüche in Bayern

In Bayern ist im vergangenen Jahr die Zahl der Wohnungseinbrüche deutlich zurückgegangen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen wurden 2017 nur noch 6045 Vorfälle bei der Polizei gemeldet – das bedeutet im Vergleich zu 2016 (7480) einen Rückgang um rund 19,2 Prozent. Das Innenministerium wollte die Zahl auf Anfrage nicht kommentieren. Am Mittwoch soll in München die polizeiliche Kriminalstatistik vorgestellt werden. 

Auch die Aufklärungsquote ist im Freistaat den Informationen zufolge im selben Zeitraum leicht gestiegen – um 2,3 Prozentpunkte auf 21,2 Prozent (2017).

Im langfristigen Vergleich ist die Zahl der Einbrüche in bayerischen Wohnungen und Häusern zum dritten Mal in Folge gesunken und hat den niedrigsten Wert seit fünf Jahren erreicht. Nach jahrelangem Anstieg hatte Bayern im Jahr 2015 erstmals weniger Einbrüche verzeichnet. 7480 wurden damals gezählt, 2014 hatten die Behörden noch 8210 Fälle verzeichnet. 2012 hatte es in Bayern nur 5709 Wohnungseinbrüche gegeben, 2013 bereits 6385.

Der bayerische Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Nachtigall, erklärt diesen Trend unter anderem damit, dass sich die Kollegen in den Polizeipräsidien schwerpunktmäßig mit dem Thema Einbrüche beschäftigt hätten. So seien etwa spezielle Ermittlungsgruppen eingerichtet worden. Zudem sei die Bevölkerung gezielt informiert worden, wie Schutz vor Einbrüchen aussehen kann.

«Wir können solche Schwerpunktaktionen wegen des Personalaufwands aber nur begrenzt durchführen», mahnte Nachtigall. Irgendwann müssten die Polizisten an ihre «normalen Dienststellen» zurückkehren. In dem Zusammenhang warnte er vor einem «Boomerang-Effekt» – dass die Einbruchszahlen mit vermindertem Aufwand womöglich wieder steigen könnten.

Auch deutschlandweit macht sich die Entwicklung bemerkbar. Das Bundeskriminalamt rechnet für das Jahr 2017 mit einem spürbaren Rückgang. Es wäre das zweite Jahr, in dem es weniger Wohnungseinbrüche gab – die Fälle waren 2016 bundesweit um 9,5 Prozent auf 151 265 zurückgegangen. Deutschlandweite Zahlen für 2017 liegen noch nicht vor.

Im bundesweiten Vergleich ist in Bayern die Gefahr, Zuhause bestohlen zu werden, am niedrigsten. 47 Einbrüche gab es 2017 pro 100 000 Einwohner, 2016 hatte die Zahl noch bei 58 gelegen. Zum Vergleich: 2016 hatte es etwa in Bremen 459 Einbrüche pro 100 000 Einwohner gegeben, in Nordrhein-Westfalen 294 und in Niedersachsen 207.

Foto: Symbolbild

dpa/MF

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