Mo., 31.10.2022 , 10:06 Uhr

Immer mehr Urnenbeisetzungen in bayerischen Städten

Der Feiertag Allerheiligen und später der Totensonntag führen viele Menschen auf die Friedhöfe. Gerade in vielen bayerischen Städten ist der Trend zur Urnenbestattung ungebrochen - auch in Regensburg. Der Bestatterverband kennt Gründe.

Vor allem in bayerischen Städten werden immer mehr Menschen nach ihrem Tod eingeäschert. In München wurden 2021 knapp 11 300 Menschen auf den städtischen Friedhöfen bestattet. 68,6 Prozent der Bestattungen waren Urnenbeisetzungen, 31,4 Prozent klassische Beerdigungen. Zehn Jahre zuvor gab es noch 40,5 Erdbestattungen, wie ein Sprecher des Gesundheitsreferats mitteilte.

In Nürnberg ist der Unterschied noch größer: Etwa 70 Prozent Feuer- und 30 Prozent Erdbeisetzungen registriert das Referat für Umwelt und Gesundheit jährlich auf den zehn Friedhöfen der Kommune. Diese Verteilung sei in den vergangenen Jahren bis auf geringe Schwankungen gleich geblieben. Die gleichen Zahlen melden auch die fränkischen Städte Würzburg und Bamberg: 70 Prozent Urnen- und 30 Prozent Erdbestattungen.

Gab es in Ingolstadt 2012 noch ebenso viele Urnenbeisetzungen wie Beerdigungen, so haben sich die Anteile nun verschoben, wie ein Sprecher mitteilte: 2021 wurden 36 Prozent der Verstorbenen im Sarg beigesetzt, 64 Prozent wurden eingeäschert.

Regensburg: Drei Viertel der Bestattungen sind Urnenbeisetzungen

Eine Sprecherin der Stadt Regensburg sagte zu den Bestattungsformen auf den städtischen Friedhöfen: «Der Trend geht eindeutig zur Feuerbestattung.» Mittlerweile seien rund drei Viertel der Bestattungen Urnenbeisetzungen.

In Augsburg stieg nach städtischen Angaben der Anteil der Urnenbeisetzungen von 59 Prozent im Jahr 2014 auf 71 Prozent im laufenden Jahr.

Der Bestatterverband in Bayern weiß um die Gründe, warum immer mehr Angehörige ihre Verstorbenen erst einäschern und dann die Urnen beisetzen lassen. Vor allem in den Städten sei die Zeit der Familiengräber, die über Jahrzehnte oder manchmal gar Jahrhunderte der gleichen Familie gehörten, vorbei. Die Menschen seien mobiler geworden. Eine Grabstelle sei schwer zu pflegen, wenn die Angehörigen weit entfernt lebten, sagte Geschäftsstellenleiter Jörg Freudensprung. Eine Urne biete mehr Möglichkeiten – ein Urnengrab sei pflegeleicht; Nischen, Urnenwände oder Stelen ebenso. Man habe einen Ort für die Trauer und das Erinnern, müsse ihn aber nicht aufwendig pflegen. «Diese Punkte sind oft ausschlaggebend», sagte Freudensprung.

In Sachen Urnen- oder Erdbestattungen bemerke der Bestatterverband aber ein klares Stadt-Land-Gefälle, erläuterte er weiter: Auf dem Land gebe es noch deutlich mehr Erdbestattungen. Hier seien oft noch mehr Familienmitglieder am Ort, die sich um die Grabpflege kümmern könnten.

Am 1. November begeht die katholische Kirche den Feiertag Allerheiligen – dabei werden traditionell die Ruhestätten der Verstorbenen gesegnet.

 

dpa/JM

 

Das könnte Dich auch interessieren

22.10.2026 Regensburg / Wiesent: Duo nach Fund von Sprengstoff auf A3 verurteilt Nach dem Sprengstofffund auf der A3 bei Wiesent im Januar sind ein Mann und eine Frau wegen Vorbereitung einer Geldautomatensprengung verurteilt worden. Das Amtsgericht Regensburg verurteilte die Fahrerin zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung, den Mittäter zu zwei Jahren und fünf Monaten Haft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.   Urteil vom 22.10.2026 Regensburg: Betrunkener randaliert nach Rauswurf aus Spielhalle 17 Meter lange Schmiererei Gegen 1 Uhr wurde der Mann aus einer Spielhalle in der Von-Seeckt-Straße verwiesen, nachdem er dort randaliert hatte. Anschließend besprühte er die Wand eines nahegelegenen Drogeriemarktes auf rund 17 Metern Länge mit Wörtern und Symbolen. Polizei sucht weitere Geschädigte Danach entfernte sich der Mann mit einem Einkaufswagen. Zeugen hörten laute Geräusche, 22.10.2026 Regensburg: Zwei Fußgänger von Auto erfasst – ein Schwerverletzter Zusammenstoß nahe der Berufsschule Die beiden 18-Jährigen überquerten die Straße im Bereich der Bushaltestelle bei der Berufsschule, als sich ein Audi näherte. Ein junger Mann wurde bei dem Zusammenstoß schwer verletzt und in ein Krankenhaus gebracht. Der zweite wurde leicht am Fuß gestreift. Straße drei Stunden gesperrt Am Audi entstand erheblicher Sachschaden. Zur Klärung der 22.10.2026 Regensburg: Brand in Asylunterkunft – Feuerwehr evakuiert Wohnheim Zwei Brände kurz hintereinander Zunächst löschte der Sicherheitsdienst einen brennenden Duschvorhang mit einem Feuerlöscher. Kurz darauf brannte ein Mülleimer in einer Küche im Erdgeschoss. Das Feuer beschädigte auch Wände und Einrichtungsgegenstände. Die alarmierte Feuerwehr konnte den Brand schnell löschen und musste mit Hilfe von Polizei und Sicherheitsdienst die Unterkunft evakuieren. Polizei ermittelt wegen Brandlegung Der