Do., 11.01.2018 , 08:11 Uhr

IG Metall setzt Warnstreiks fort - auch BMW in Regensburg betroffen

Mit einer erneuten Ausweitung der Warnstreiks hat die IG Metall Bayern am Donnerstag ihre Forderungen im Tarifkonflikt der Metall- und Elektroindustrie untermauert. Bayernweit beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben bis zum Nachmittag fast 20 000 Beschäftigte an Arbeitsniederlegungen. Alleine in Nürnberg traten rund 5000 Beschäftigte befristet in den Ausstand, zu weiteren Aktionen bei Bosch in Bamberg und BMW in Regensburg wurden am Abend nochmals mehrere tausend Teilnehmer erwartet. 

In München bekräftigte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann bei einer Protestaktion im Forschungs- und Innovationszentrum von BMW noch einmal die Forderungen der Gewerkschaft und rief die Arbeitgeber dazu auf, sich in dem Tarifstreit zu bewegen. «Kommt endlich in Trab, lehnt Euch nicht weiter zurück!», sagte der Gewerkschaftschef vor mehreren hundert Beschäftigten des Autobauers.

Die IG Metall fordert sechs Prozent mehr Lohn und das Recht für jeden Beschäftigten, seine Arbeitszeit bis zu zwei Jahre lang von 35 auf 28 Stunden pro Woche zu verkürzen, mit teilweisem Lohnausgleich. Die Branche brauche eine «faire Lohnerhöhung und eine neue Arbeitszeitkultur», auch um attraktiv zu sein für die Fachkräfte für morgen, sagte Hofmann. Die Konjunkturaussichten und die Ertragssituation der Unternehmen seien glänzend, deshalb passe die Entgeltforderung in die Zeit.

Die Arbeitgeber haben bisher eine Einmalzahlung für drei Monate, danach zwei Prozent mehr Lohn angeboten. Außerdem wollen sie die Arbeitszeit verlängern können. Der Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall-Arbeitgeberverbände, Bertram Brossardt, erklärte: «Wir stehen für Lösungen am Verhandlungstisch bereit. Das umfasst aber nicht den rechtswidrigen Teillohnausgleich, der ist nicht verhandelbar.»

In Böblingen nahe Stuttgart kamen Arbeitgeber und IG Metall am Nachmittag zur dritten Verhandlungsrunde für die Branche in Baden-Württemberg zusammen. Die bayerischen Tarifparteien verhandeln am Montag in Nürnberg weiter. In der bayerischen Metall- und Elektroindustrie arbeiten etwa 835 000 Beschäftigte – gut die Hälfte davon in tarifgebundenen Betrieben. An diesem Freitag sollen die Aktionen fortgesetzt werden, ein Schwerpunkt wird dann das BMW-Werk in Dingolfing sein, wie ein IG-Metall-Sprecher sagte.

Landesweit waren am Donnerstag in Bayern Beschäftigte in 79 Betrieben aufgerufen, vorübergehend die Arbeit ruhen zu lassen. Bayerns IG-Metall-Bezirkschef Jürgen Wechsler sagte: «Mit der IG Metall wird es nur eine Paketlösung geben, die alle drei Elemente beinhaltet: eine satte Entgelterhöhung, den Anspruch auf kurze Vollzeit und einen Entgeltzuschuss.»

Unsere bisherige Berichterstattung zu den Warnstreiks:

 

dpa/MF

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