Do., 11.07.2013 , 15:38 Uhr

Hochwasserschutz und Donauausbau zügig und parallel

Mehr als 90 Jahre lang wurde über den Donauausbau gestritten. Der Hochwasserschutz geriet dabei in den Hintergrund. Viele Deichanlagen stammen aus den 1930er bis 1950er Jahren. Die Flutkatastrophe im Juni beschleunigt nun das Verfahren.

Nach der Flutkatastrophe in Niederbayern soll der Hochwasserschutz zügig umgesetzt werden. «Noch im August wird das Planfeststellungsverfahren für die Donaustrecke Straubing Deggendorf beantragt», sagte am Donnerstag der Beauftragte des Bundesverkehrsministerium für den Donauausbau, Detlef Aster, in Deggendorf. Parallel sollen die Verhältnisse für die Schifffahrt auf diesem Abschnitt unter anderem durch Vertiefung der Fahrrinne verbessert werden.

Zum Ausbau der Donau waren zwei Varianten untersucht worden. Die Staatsregierung hatte sich im Februar für den sanften Ausbau des Flusses und gegen eine Staustufe entschieden. Demnach soll zunächst der Hochwasserschutz auf dem 70 Kilometer langen Flussabschnitt vorangetrieben werden. Auf 54 Kilometern wird zudem die Schiffbarkeit mit sanften flussregelnden Maßnahmen verbessert. Für die umstrittenen 16 Kilometer bis Vilshofen gibt es noch keine Festlegung. Auf absehbare Zeit soll es aber keine Staustufe zwischen Straubing und Vilshofen geben.

Eine zeitliche Verzögerung des Hochwasserschutzes durch den Ausbau werde es nicht geben, betonte Aster. Mit dem Baubeginn ist nicht vor 2016 zu rechnen. Das Gesamtvolumen für den Hochwasserschutz von Straubing nach Vilshofen beträgt 660 Millionen Euro. Hinzu kommen 93 Millionen Euro für den Fahrrinnenausbau in diesem Bereich.

Einige Deichsystem an der Donau zwischen Straubing und Deggendorf stammten aus den 1930er bis 1950er Jahren, erläuterte der Leiter der Wasserwirtschaftsamtes Deggendorf, Michael Kühberger. Diese hätten dem Jahrhunderthochwasser vom Juni nicht standgehalten. Dass die Städte Straubing, Bogen und Deggendorf nicht überflutet wurden, sei den Baumaßnahmen aus den 90er Jahren zu verdanken. Jetzt gelte es die verbliebenen Flussabschnitte zu sichern.

Neben Erhöhungen und Verbreiterungen sind auch Rückverlegungen der Deiche vorgesehen. Die Donau erhält so mehr natürliche Überflutungsflächen, und der Wasserspiegel steigt nicht mehr so hoch. Dafür muss nach Berechnung der für die Baumaßnahmen verantwortlichen RMD Wasserstraßen GmbH etwa 360 Hektar Grund erworben werden.

Der Deggendorfer Landrat Christian Bernreiter (CSU) erwartet zwar harte Verhandlungen mit den betroffenen Landwirten, aber keine Enteignungen. «Das Verständnis für die Hochwassermaßnahmen ist auch bei den Landwirten groß. Wir werden einen Konsens finden», sagte er. Im September sollen die Gemeinden über die Baumaßnahmen und den Flächenbedarf informiert werden.

 

dpa

 

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