Fr., 06.02.2026 , 12:16 Uhr

Heute startet Bahn-Generalsanierung: Was Bahn-Reisende in Nürnberg und Regensburg wissen müssen

Fünf Monate Sperrung: Wer zwischen Nürnberg und Regensburg mit dem Zug pendelt, muss viel mehr Zeit einplanen. Welche Umwege und Ersatzbusse jetzt wichtig werden.

Die Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg gehört zu den wichtigsten Verkehrsachsen in Bayern. Nun wird sie über Monate gesperrt. Der Grund: Die Deutsche Bahn (DB) wird eigenen Angaben nach Gleise, Weichen, Oberleitungen und Bahnhöfe entlang der fast 90 Kilometer langen Bahnlinie umfassend sanieren. Was Reisende dazu wissen müssen:

Wann wird gebaut?

Die Generalsanierung startet laut DB am Freitag, dem 6. Februar. Die Bauarbeiten sollen fünf Monate dauern und bis zum 10. Juli gehen.

 

Was wird saniert?

Entlang der Bahnlinie sollen auf rund 80 Kilometern neue Gleise verlegt und auf rund 90 Kilometern Oberleitungen erneuert werden. 20 Bahnhöfe sollen modernisiert und so barrierefrei werden.

An sieben Stationen sollen etwa Bahnsteige neu errichtet werden, damit Reisende künftig stufenlos in die Züge steigen können. In Beratzhausen (Landkreis Regensburg) und Parsberg (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) sollen zum Beispiel Aufzüge eingebaut werden.

Ein Fokus liegt laut der Bahn auf der Sanierung eines 37 Meter hohen Bahndamms bei Deining (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz), der sich seit vielen Jahren verformt. Außerdem wird an einer Brücke bei Burgthann gebaut.

 

Gibt es einen Ersatzverkehr?

Ja, während der Generalsanierung fahren im Regionalverkehr zwischen Nürnberg und Regensburg purpurfarbene Busse auf den Linien S3, RE 22, RE 50 und RB 51. Auf jeder Linie soll es mehrere Busse pro Stunde geben. Die Fahrtzeit verlängert sich dabei aber beträchtlich: Während man normalerweise mit dem RE 50 knapp eine Stunde von Nürnberg nach Regensburg braucht, wird es mit dem Bus doppelt so lange dauern.

Dazu gibt es Expressbusse, die über die Autobahn fahren. Außerdem kann man per Zug mit der Linie RE 40 von Nürnberg über Schwandorf nach Regensburg fahren. Die Fahrtzeit beträgt eine Stunde und 40 Minuten.

Ersatzverkehr wird es auch auf angrenzenden Strecken zwischen Ingolstadt und Regensburg sowie München und Passau geben, weil Güterzüge wegen der Bauarbeiten umgeleitet werden müssen. Damit das klappt, muss laut Bahn der Zugverkehr auf diesen Strecken ausgedünnt werden.

 

Mehr Zeit im Fernverkehr nötig

Im Fernverkehr müssen die Reisenden vor allem mehr Zeit mitbringen. ICE-Züge werden von Nürnberg über Ingolstadt umgeleitet und brauchen rund eine Stunde länger als bisher, um nach Regensburg zu kommen.

Zusätzlich wird ein ICE pro Tag und Richtung von München über Landshut, Regensburg und Passau nach Wien fahren. Alle weiteren ICE-Züge beginnen beziehungsweise enden bereits in Nürnberg.

Weil dann zwischen Nürnberg und München noch mehr Züge fahren werden als sonst, werden die ICE bis zu 15 Minuten länger für die Strecke brauchen.

 

Geänderter Busverkehr im Landkreis Regensburg

Um die Erreichbarkeit der Region weiterhin sicherzustellen und Anschlüsse zu gewährleisten, nimmt der Regensburger Verkehrsverbund (RVV) ab 07. Februar 2026 Anpassungen im Busliniennetz vor. Mehrere Linien werden in diesem Zeitraum umgeleitet oder in ihren Fahrzeiten verändert.

Von den Änderungen betroffen ist unter anderem die Linie 28. Die bisherigen Zubringerfahrten vom Bahnhof Undorf in Richtung Hemau beginnen während des SEV an der Haltestelle Etterzhausen, Abzweigung Bahnhof. Die Busse fahren von dort über Pollenried sowie den Bahnhof Deuerling weiter nach Hemau. Im Zusammenhang mit der geänderten Streckenführung verschieben sich die Abfahrten nach hinten. Fahrgäste werden gebeten, sich rechtzeitig über die aktuellen Fahrpläne zu informieren und bei ihrer Reiseplanung zusätzliche Zeit einzuplanen.

 

Wo findet man Informationen dazu?

Reisende können sich auf der Website der Deutschen Bahn oder in der App DB Navigator über alternative Verbindungen informieren. Außerdem hat die Bahn einen WhatsApp-Kanal «Generalsanierung Nürnberg – Regensburg» eingerichtet, in dem es regelmäßig Informationen zu den Bauarbeiten gibt.

Wer ist sonst noch betroffen?

Das private Eisenbahnunternehmen Agilis muss wegen der Generalsanierung Nürnberg-Regensburg und der anschließenden Generalsanierung zwischen Obertraublingen und Passau nach eigenen Angaben über zehn Monate seinen Betrieb einschränken. «Mir ist kein Fall bekannt, in dem ein Netz durch eine so einschneidende Baumaßnahme über einen derart langen Zeitraum zu weiten Teilen lahmgelegt wird», teilte der betriebliche Geschäftsführer Axel Hennighausen mit. Agilis hatte deshalb dafür plädiert, die Strecke immer nur teilweise statt komplett zu sperren.

 

Wie geht es mit den Bahn-Baustellen in Bayern weiter?

Im zweiten Halbjahr 2026 wird die Strecke zwischen Obertraubling und Passau für Bauarbeiten gesperrt. Von Juni bis Dezember fahren dort ebenfalls keine Züge mehr. 2027 kommt die stark frequentierte Strecke zwischen Rosenheim und Salzburg an die Reihe, 2028 folgen die Strecke zwischen München und Rosenheim sowie die vor allem für den Güterverkehr relevante Strecke zwischen Würzburg und Treuchtlingen.

 

dpa

 

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