Fr., 09.10.2026 , 11:20 Uhr

Herrmann: Schütze von Berngau ist Sportschütze

Bei einer routinemäßigen Waffenkontrolle eröffnet ein 60-Jähriger das Feuer auf zwei Mitarbeiter des Landratsamts. Beide sterben. Am Tag danach nennt Bayerns Innenminister neue Details.

Update: Mutmaßlicher Täter war kein Jäger

Wie das Innenministerium am Mittwoch (14. Oktober) bekannt gegeben hat, handelt es sich bei dem mutmaßlichen Schützen doch nicht – wie zuerst behauptet – um einen Jäger. Die BJV Kreisgruppe Neumarkt/Opf. im Jagdverband Bayern zeigt sich bestürzt über die Tat und spricht den Angehörigen und Kollegen der Opfer ihr Beileid aus.

 

Der Schütze von Berngau ist laut Bayerns Innenminister Joachim Herrmann Jäger und Sportschütze. Polizeilich sei der 60-Jährige zuvor nach aktuellem Stand der Ermittlungen nicht bekannt gewesen, sagte der CSU-Politiker am Rande eines Termins in Oberschleißheim. Es gebe auch keine Hinweise auf eine wie auch immer geartete extremistische Gesinnung.

 

Motiv unklar

Das Motiv des 60 Jahre alten Deutschen sei vorerst weiter unklar, sagte Herrmann. Weder Staatsschutz noch Verfassungsschutz hätten bisher irgendwelche Erkenntnisse über ihn. Es werde aber in alle Richtungen ermittelt und unter anderem überprüft, ob es eine Vorgeschichte des Mannes in Kontakt mit dem Landratsamt Neumarkt in der Oberpfalz gegeben habe, sagte Herrmann. Der Mann besaß laut Waffenregister als Sportschütze und Jäger zehn Waffen legal.

 

Jährlich mindestens 60.000 Waffenkontrollen in Bayern

Jährlich fänden mindestens 60.000 solcher Waffenkontrollen in Bayern statt, betonte Herrmann. In den vergangenen Jahren habe es keine derartigen Vorfälle bei solchen Anlässen gegeben.

Anders habe sich die Lage bei den tödlichen Schüssen eines Reichsbürgers auf einen Polizisten in Ansbach dargestellt, betonte Herrmann. Damals sei es um die gezielte Entwaffnung des Mannes gegangen, weshalb auch die Polizei die kommunalen Mitarbeiter begleitet habe.

Man werde aber mit den Kreisverwaltungsbehörden die Abläufe bei solchen Kontrollen durchsprechen, sagte Herrmann. Die bisherigen Erkenntnisse würden noch keine Hinweise darauf geben, was man künftig anders machen könne.

dpa

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