Mo., 08.07.2019 , 15:25 Uhr

Herrmann: Gewalt gegen Polizeibeamte auf neuem Höchststand

Die Gewalt gegen Polizisten in Bayern hat im vergangenen Jahr zugenommen. Mit 7689 Fällen wurde 2018 sogar ein neuer Höchstwert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2010 registriert (2017: 7334 Fälle). Darunter waren 4382 Gewaltdelikte, und darunter wiederum 11 versuchte Tötungsdelikte. «Ein solches Ausmaß an Hass und Gewalt gegen unsere Einsatzkräfte ist absolut inakzeptabel», sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei der Vorstellung der Zahlen am Montag in München. Er kündigte deshalb an, die Ausrüstung der Beamten weiterhin kontinuierlich zu verbessern.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 17 367 Polizeibeamte beleidigt, bespuckt, bedroht, geschlagen oder verletzt. Das waren gut 800 mehr als im Jahr zuvor. Die Zahl ist höher als die reine Fallzahl, da bei einer entsprechenden Tat mehrere Beamte gleichzeitig betroffen sein können. 2566 Beamte wurden verletzt – ein Zuwachs von knapp 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und ebenfalls ein neuer Höchststand.

Der überwiegende Teil der Tatverdächtigen war männlich: 86 Prozent. 28,7 Prozent waren Ausländer. Und auffällig ist zudem: Zwei Drittel der Tatverdächtigen standen unter Alkohol- oder Drogeneinfluss.

«Jeder Angriff gegen unsere Polizistinnen und Polizisten ist ein Angriff gegen unsere Gesellschaft und unsere demokratischen Grundwerte», sagte Herrmann. «Das dürfen und werden wir nicht dulden.» Man lasse sich die Ausrüstung deshalb einiges kosten.

Herrmann verwies unter anderem auf die flächendeckende Einführung von sogenannten Bodycams: Bis zum Herbst soll die Polizei in ganz Bayern mit diesen Körperkameras ausgerüstet werden, die an Uniformen befestigt werden und Einsätze in Bild und Ton aufzeichnen können. Aber auch die Aus- und Fortbildung soll weiter verbessert werden. Herrmann kündigte zudem an, Gewaltdelikte gegen Polizeibeamte sollten künftig wenn möglich noch schneller verfolgt und geahndet werden.

Auch Grünen-Landtagsfraktionschefin Katharina Schulze forderte eine konsequente Verfolgung und Bestrafung der Taten. «Zunehmende Übergriffe auf unsere Polizeikräfte sind ein erschreckendes Indiz für steigende Respektlosigkeit in Teilen der Bevölkerung gegenüber dem Staat und dessen Gewaltmonopol», sagte sie. Man müsse potenzielle Opfer besser schützen und die Täter intensiver ins Blickfeld nehmen. Stefan Schuster (SPD) betonte: «Gewalt gegen Polizisten, aber auch gegen Rettungskräfte oder Feuerwehrleute ist völlig inakzeptabel.» Es sei deshalb überfällig, dass die Ausrüstung weiter verbessert werde.

dpa

Das könnte Dich auch interessieren

26.07.2026 Berlin: Nach Angriff auf CSD – Tatverdächtiger ist tot Nach einem Anschlag im Umfeld des Christopher Street Day in Berlin fahnden Polizei und Generalstaatsanwaltschaft nach einem 21-jährigen Mann. Die Ermittler bitten die Bevölkerung um Hinweise und warnen davor, den Gesuchten selbst anzusprechen. 26.07.2026 Bodenwöhr: Kleidung am Ufer sorgt für Großeinsatz – Polizei bittet um Hinweise Am Samstagabend gegen 21.40 Uhr wurden die Wasserwacht Bodenwöhr, weitere Wasserwacht-Einheiten aus dem Landkreis, die Feuerwehr Bodenwöhr sowie die Polizei alarmiert. Anlass waren ein Bikinioberteil, eine Regenjacke, eine kurze Hose, ein Handtuch und Schuhe, die an der Liegewiese des Badeplatzes gefunden worden waren. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich eine Person in einer hilflosen 24.07.2026 Postbauer-Heng: Nach Brand in Pflegeeinrichtung - Evakuierung und Verletzte Eine Pflegeeinrichtung in der Oberpfalz ist wegen eines Brandes in einem Zimmer komplett evakuiert worden. Fünf Bewohner erlitten eine leichte Rauchgasvergiftung und wurden medizinisch versorgt, wie die Polizeiinspektion Neumarkt in der Oberpfalz mitteilte. Die Feuerwehr konnte die Flammen in dem Gebäude in Postbauer-Heng schnell löschen. Das Feuer beschränkte sich demnach nur auf das Zimmer einer 17.07.2026 Niederbayern: Weniger Gewalt gegen Polizeibeamte – 588 Fälle im Jahr 2025 Im Polizeipräsidium Niederbayern ist die Zahl der Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte im Jahr 2025 zurückgegangen. Das geht aus dem bayerischen Lagebild „Gewalt gegen Polizeibeamte (GewaPol) 2025“ hervor, das Innenminister Joachim Herrmann und Justizminister Georg Eisenreich vorgestellt haben. Trotz der positiven Entwicklung betont die Polizei, dass jeder Angriff auf Einsatzkräfte inakzeptabel bleibt. Weniger Fälle und