Mo., 29.11.2021 , 12:47 Uhr

Guide-Walk: Tamas gewinnt "KiKA Make a Change Award"

In Deutschland leben laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 1,2 Millionen blinde und sehbehinderte Menschen. Sich alleine im öffentlichen Raum zurechtzufinden, ist für viele schwierig. Ein Schüler der Regensburger Domspatzen hat sich mit diesem Problem auseinandergesetzt. Mit seiner Erfindung hat er jetzt sogar den KiKA-Award in der Kategorie "Make a Change" gewonnen! Er hat uns seinen Guide-Walk genauer vorgestellt.

Hier das Video:

 

Am Samstagabend wurde im Kesselsaal in der Zentralheize in Erfurt der „KiKa Award“ verliehen. Kinder und Jugendliche aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Digitales wurden für ihr außergewöhnliches Engagement ausgezeichnet. Aus über hundert Einsendungen hatte die Kinderjury im Vorfeld die drei besten Ideen pro Kategorie für die Finalshow ausgewählt und sich bereits auf die Gewinner-Projekte in drei Kategorien festgelegt.

„Dass Kinder und Jugendliche sich engagieren, um die Welt besser zu machen, finde ich super“, zeigte sich Patin Kristina Vogel über die Nominierten in der Kategorie „KiKA Make a Change Award“ begeistert. Die Bahnrad-Olympiasiegerin überreichte die Trophäe für besonderes, sozialpolitisches Engagement an Tamas aus Regensburg. Mit seiner klugen Erfindung „GUIDE-Walk“ ermöglicht der 18-Jährige sehbehinderten Menschen, sich mittels künstlicher Intelligenz eines „digitalen Blindenhundes“ sicher im Straßenverkehr zu bewegen. „Mein Herz rast! Ich kann gar nicht in Worte fassen, was ich fühle“, freute sich der junge Erfinder über den verdienten 1. Platz. „Jetzt bin ich zwar alleine auf der Bühne, aber es stehen viele Menschen hinter dem Projekt, die diesen Preis auch verdient haben.“

 

Weitere Preisträger

Weniger Hass und mehr gegenseitiges Miteinander – egal, ob in der realen oder in der digitalen Welt: Das ist das Ziel der Kampagne „DWDMIU“ („Die Würde des Menschen ist unantastbar“), mit der 16 Schüler*innen aus Bremen in der Kategorie „KiKA Clever Online Award“ die Nase vorn hatten. Stellvertretend nahm der 15-jährige Vincent den Preis aus den Händen von Schauspielerin Hanna Binke entgegen: „Es macht mich sprachlos. Dieser Award bringt uns super viel Aufmerksamkeit und macht unser Projekt deutlich bekannter – das gibt mir Zuversicht für die Zukunft“, zeigte sich der junge Entwickler dankbar. Dass es in einer digitalisierten Gesellschaft sehr wichtig ist, mit Onlinemedien verantwortungsvoll umzugehen, machte Hanna in ihrer Laudatio deutlich: „Das Motto des Projektes ist großartig. Schließlich sollten alle sehr darauf achten, welche Inhalte auf Social Media gezeigt werden. Umso glücklicher bin ich, dass es diesen Preis gibt und ich heute hier sein zu darf.“

Besondere Verantwortung verdient auch unsere Umwelt – dieser Meinung ist Pate Lucas Reiber, der den „KiKA for Our Planet Award“ überreichen durfte: „Jedes der Projekte hat ganz eigene Aspekte. Es berührt mich, wenn junge Menschen zum Schutz der Natur so aktiv werden“, betonte der Schauspieler die Wichtigkeit von nachhaltigem Engagement und die Vorbildfunktion der nominierten Projekte. Besonders jubeln durfte Jonte (14) aus Bremen, der mit seinem Projekt „Naturschutz2go“ gegen das Bienensterben kämpft. Seine Idee, mithilfe von alten Kaugummiautomaten neue Blühflächen entstehen zu lassen, überzeugte die Jury: „Es ist total krass – ich freue mich sehr! Mein Projekt erfährt so ein super Feedback und das motiviert mich. Es sollen noch viele weitere Automaten entstehen“, ließ Jonte seiner Freude freien Lauf.

Spannung pur dann beim Countdown für den „KiKA Kinder für Kinder Award“, für den das Publikum noch während der Show per Online-Voting abstimmen durften. Das Rennen machte der „Schulsanitätsdienst“ aus Siegburg, der mit jungen Ersthelfer*innen möglichen Notfällen in Schulklassen vorbeugen möchte.

Ein Engagement, das auch Projekt-Pate und „Revolverheld“-Frontmann Johannes Strate begeisterte: „Ihr habt schon 120 Sanitäterinnen und Sanitäter ausgebildet – ich finde das so eine großartige Idee. So etwas hätte ich mir das früher an meiner Schule auch gewünscht, denn so kann es für alle Sicherheit geben.“

Stolz nahm Projekt-Entwicklerin Peter (15) die Trophäe entgegen: „Vielen Dank an alle, die für uns gevotet haben und an die, die uns bei unserem Projekt unterstützen. Ich hoffe, dass sich durch den Award noch mehr Menschen für Erste Hilfe interessieren. Im Ernstfall kann das Leben retten und das ist mit nichts aufzuwiegen.“

Eine besondere Ehre wurde an diesem Abend den Pfadfindern der DPSG Bensberg zuteil, die den „KiKA Award Spezial“ als Sonderpreis der KiKA-Redaktion verliehen bekamen und stellvertretend für alle die stehen, die bei der diesjährigen Flutkatastrophe freiwillig geholfen haben. Die 20-köpfige Jugendgruppe leistete im rheinland-pfälzischen Dernau schnelle und unkomplizierte Hilfe für Betroffene und Helfer*innen – ob mit Kochaktionen für das leibliche Wohl oder mit umfangreichen Aufräumarbeiten vor Ort. Das Award-Preisgeld in Höhe von 1000EUR möchten die Preisträger*innen der Kindertagesstätte in Dernau spenden. Der 2. Bürgermeister von Dernau, David Fuhrmann, fand in seiner Laudatio lobende Worte für das vorbildliche Engagement der Gruppe: „Es ist eine Ehre für mich, heute dabei zu sein. Im Namen aller möchte ich mich für euren Einsatz bedanken. Stellvertretend für die beispiellose Hilfe bekommt ihr mehr als verdient den „KiKA Award Spezial“ verliehen. Durch euch finden die Menschen wieder Hoffnung.“

Passend zur feierlichen Stimmung sorgten die Auftritte der Band „Revolverheld“ und der zwölfjährigen Sängerin Pauline, der diesjährigen deutschen Teilnehmerin für den „Junior Eurovision Song Contest“, für einen wohlklingenden Schlussakkord eines rundum gelungenen und hochemotionalen Abends.

„Ein positives Zeichen in dieser Zeit mit dem ‚KiKA Award‘ zu setzen, ist uns ein großes Anliegen. Die spannenden und kreativen Projekte, mit denen sich Kinder und Jugendliche auf herausragende Weise engagieren, machen Mut und haben Vorbildcharakter“, resümiert auch KiKA-Programmgeschäftsführerin Dr. Astrid Plenk die zweite Ausgabe des „KiKA Award“ und stellte den kreativen Einsatz junger Menschen nochmals als wichtiges gesellschaftliches Gut heraus.

Der „KiKA Award“ war eine Produktion von Bavaria Entertainment im Auftrag von KiKA, ZDF und ARD/rbb und fand unter Einhaltung der gültigen Regeln des Pandemieschutzes statt.

Verantwortliche Redakteure bei KiKA sind Ricarda Kudernatsch und Dr. Matthias Huff. Für das ZDF zeichnen Dorothee Herrmann und für die ARD Anja Hagemeier (rbb) verantwortlich.

 

 

dpa/MB

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