Di., 01.07.2025 , 15:25 Uhr

Gewalt gegen Polizei: Mehr betroffene Beamte in der Oberpfalz trotz weniger Fälle

Das Bayerische Lagebild 2024 zur Gewalt gegen Polizeibeamte ist am vergangene Woche vorgestellt worden. Für die Oberpfalz zeigt sich ein gemischtes Bild: Während die Zahl der gemeldeten Fälle leicht zurückgegangen ist, wurden mehr Polizisten Opfer von Gewalt.

Am 25.06.2025 wurde das Bayerische Lagebild 2024 „Gewalt gegen Polizeibeamte“ vorgestellt. Auch in der Oberpfalz wurden die Zahlen ausgewertet. Im Jahr 2024 wurden hier 625 Fälle gemeldet, ein leichter Rückgang im Vergleich zum Jahr 2023. Die Anzahl der geschädigten Polizeibeamten ist dagegen mit einer Zahl von 1.561 (2023: 1.499) leicht gestiegen.

 

 

Entwicklung der Fallzahlen

Im Jahr 2024 wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz 625 Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr (650 Fälle) ist damit ein leichter Rückgang zu verzeichnen.

Mit 1.561 geschädigten Polizeibeamten ist ein Anstieg um 62 im Vergleich zum Vorjahr festzustellen. 251 Beamte wurden leicht verletzt (- 4,6 %), ein Polizeibeamter schwer.

Deliktsverteilung:

 

Tätlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte:

217 Fälle

Beleidigung / Üble Nachrede / Verleumdung:

195 Fälle

Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte:

113 Fälle

Bedrohung:

36 Fälle

Sonstige Delikte:

64 Fälle

 

Regionale Verteilung:

 

Stadt Amberg

29 Fälle

Stadt Regensburg

200 Fälle

Stadt Weiden i.d.Opf.

47 Fälle

Lkr. Amberg-Sulzbach

29 Fälle

Lkr. Cham

64 Fälle

Lkr. Neumarkt i.d.Opf.

50 Fälle

Lkr. Neustadt a.d.W.

34 Fälle

Lkr. Regensburg

43 Fälle

Lkr. Schwandorf

100 Fälle

Lkr. Tirschenreuth

29 Fälle

Oberpfalz

625 Fälle

Bayern

7.384 Fälle

Tatverdächtige und Einflussfaktoren

Im Regierungsbezirk Oberpfalz wurden bei den Delikten gegen Polizeibeamte insgesamt 476 Tatverdächtige registriert.

Über dreiviertel der Tatverdächtigen waren – wie auch in den Vorjahren – männlich. Mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen stand unter dem Einfluss berauschender Mittel, insbesondere Alkohol.

  

Maßnahmen und Strafverfolgung

Die Bekämpfung und auch Verfolgung der Straftaten gegen Polizeibeamte erfolgt in enger Abstimmung zwischen Staatsanwaltschaft und Polizei.

Herausragende Delikte werden besonders beschleunigt abgearbeitet, um „die Strafe auf den Fuß“ folgen zu lassen. Dies war 2024 bei 23 priorisierten Verfahren gegeben.

Fazit

Polizeipräsident Thomas Schöniger gibt in diesem Zusammenhang zu bedenken:

„Dass wir fast zwei Fälle täglich von Gewalt gegen Polizeibeamte verzeichnen zeigt sehr deutlich, welchen Herausforderungen unsere Kolleginnen und Kollegen im Rahmen ihres Dienstes auch in der Oberpfalz ausgesetzt sind.“

Weiterhin ergänzt er:

„Der Rückgang der Verletzten um 4,2 % ist erfreulich, es bleibt aber weiterhin jeder Fall einer zu viel. Insbesondere die Anzahl der Tätlichen Angriffe auf Vollstreckungsbeamte, die im Vergleich zum Vorjahr um 16 % gestiegen sind, zeigt, welcher Gewaltbereitschaft Polizeibeamte oftmals ausgesetzt sind.“

PP Oberpfalz

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