Mi., 12.08.2020 , 15:32 Uhr

Gericht: Konservenfabrik in Mamming darf wieder produzieren

Die Konservenfabrik in Mamming, in der in den vergangenen Tagen zahlreiche Mitarbeiter positiv auf Corona-Infektionen getestet worden waren, darf wieder produzieren. Das Verwaltungsgericht Regensburg gab einem Eilantrag des Betreibers statt, wie es am Mittwoch mitteilte. Die vom Landratsamt Dingolfing-Landau mit Bescheid vom 4. August verfügte Betriebsstilllegung sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr verhältnismäßig, entschied die 14. Kammer des Gerichts.

In der Fabrik waren am 31. Juli 43 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, am 1. August waren von 600 getesteten Mitarbeitern bereits 152 positiv. Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass das Virus auch bei 75 weiteren Kontaktpersonen nachgewiesen wurde. Insgesamt seien rund 300 Kontaktpersonen nachgetestet worden, teilte das Landratsamt Dingolfing-Landau mit. Am zweiten Produktionsstandort der Konservenfabrik in Simbach sollten am Mittwoch 40 Kontaktpersonen getestet werden.

Landrat Werner Bumeder (CSU) zeigte sich besorgt über die Gerichtsentscheidung: «Angesichts der weiterhin hohen und sogar noch gestiegenen Infektionszahlen würde ich die Verantwortung für eine Wiederaufnahme des Betriebs ohne Testat der Fachleute nicht übernehmen», teilte er mit.

Amtshilfe bei der Unterbringung der unter Quarantäne stehenden Saisonarbeitskräfte erhält die Region vom Landkreis Cham. Bei der getrennten Unterbringung von infizierten Erntehelfern und nicht infizierten Kontaktpersonen seien die Gesundheitsbehörden an Kapazitätsgrenzen gestoßen, hieß es. Deswegen quartiert das Landratsamt Cham nun 26 Saisonarbeiter in einer ehemaligen Ferienpension in der Gemeinde Arrach ein. Ein Sicherheitsdienst soll gewährleisten, dass die Quarantäne auch eingehalten wird.

Neben der Konservenfabrik durfte inzwischen auch der Gemüsehof in Mamming, in dem sich zahlreiche Erntehelfer angesteckt hatten, seinen Betrieb wiederaufnehmen. Das teilte am Mittwoch das Landratsamt Dingolfing-Landau mit. In dem Gemüsehof waren seit Ende Juli etwa 250 Erntehelfer positiv auf das Coronavirus getestet und unter Quarantäne gestellt worden. Mehr als 300 der dort beschäftigten Erntehelfer seien in ihre Heimat zurückgekehrt. Zuletzt befanden sich noch 38 Menschen in Quarantäne, sie sind jedoch außerhalb des Gemüsehofes untergebracht.

Inzwischen hat der Freistaat eine Corona-Testpflicht für Erntehelfer und Saisonarbeiter eingeführt. Ihr zufolge dürfen in landwirtschaftlichen Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten nur noch Personen beschäftigt werden, die zu Beginn ihrer Tätigkeit einen negativen Corona-Test vorlegen können. «Damit wollen wir lokalen Hotspots vorbeugen und die Betriebe vor einer möglichen Schließung schützen», hatte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Dienstag mitgeteilt. Bei Verstößen drohen bis zu 25 000 Euro Strafe.

Bayernweit sind inzwischen 52 203 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Gestorben sind bisher 2625 Menschen, die sich mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert hatten, wie das LGL am Mittwoch (Stand 08.00 Uhr) auf seiner Homepage mitteilte. Die geschätzte Zahl der Genesenen lag bei 48090 Menschen.

dpa

Das könnte Dich auch interessieren

03.03.2026 Regensburg: Tag der Archive 2026 am 6. und 7. März Unter dem bundesweiten Motto „Alte Heimat – Neue Heimat“ öffnen staatliche, kommunale, kirchliche und private Archive ihre Türen und gewähren Einblicke in ihre Arbeit und Bestände. Besucherinnen und Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Angebot mit Führungen, Präsentationen und Vorträgen. Führungen am 6. März: Spitalarchiv, Universitätsarchiv und Fürst Thurn und Taxis Zentralarchiv Am Freitag, 6. März 2026, 03.03.2026 Regensburg: Jeder zehnte Arbeitnehmer suchtgefährdet – Caritas setzt klares Zeichen In Deutschland gilt jeder zehnte Arbeitnehmer als suchtgefährdet. Suchtprobleme machen damit auch vor Werkstoren und Bürotüren nicht halt. Die Folgen sind spürbar: mehr Fehlzeiten, mehr Arbeitsunfälle und sogar Frühverrentungen. Der bundesweite wirtschaftliche Schaden liegt laut Deutscher Hauptstelle für Suchtfragen bei über 30 Milliarden Euro . Bei der Fachambulanz für Suchtprobleme im Caritasverband Regensburg ist nun 23.02.2026 Bayern: Exporte steigen 2025 leicht Bayerns exportabhängige Industrie hat sich im Jahr 2025 trotz schwieriger Bedingungen behauptet. Wie das Statistische Landesamt mitteilte, stiegen die weltweiten Ausfuhren um 0,9 Prozent auf knapp 227 Milliarden Euro. Gleichzeitig legten auch die Importe um 0,9 Prozent auf 229,3 Milliarden Euro zu. Damit bleibt es bei einem – wenn auch vergleichsweise kleinen – Handelsdefizit. Besonders 23.02.2026 75 Jahre Krones: Vom Neutraublinger Handwerksbetrieb zum globalen Technologiepartner