Di., 23.09.2025 , 13:06 Uhr

Franz Josef Strauß soll in die Walhalla aufgenommen werden

Die Ruhmeshalle Walhalla bei Donaustauf könnte bald um eine prominente Persönlichkeit erweitert werden: Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß (1915–1988) soll dort eine Büste erhalten. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bei einer Rede im Kloster Banz an.

Ehrung für CSU-Ikone Franz Josef Strauß

Die Walhalla zählt zu den bedeutendsten Denkmälern in Bayern. Errichtet im Jahr 1842 von König Ludwig I. im klassizistischen Stil, erinnert sie an bedeutende deutschsprachige Persönlichkeiten. Derzeit befinden sich 132 Büsten und 65 Gedenktafeln in der Ruhmeshalle. Mit Franz Josef Strauß soll nun einer der einflussreichsten Politiker Bayerns im 20. Jahrhundert hinzukommen.

Söder kündigt Aufnahme an

Wie Teilnehmer berichteten, kündigte Markus Söder die geplante Ehrung in seiner Grundsatzrede vor den CSU-Landtagsabgeordneten an. Damit wäre Strauß eine der wenigen parteipolitischen Persönlichkeiten der jüngeren Geschichte in der Walhalla. Zu den bisherigen Ausnahmen zählt unter anderem Konrad Adenauer (CDU).

Historische Bedeutung der Walhalla

In der Walhalla finden sich Persönlichkeiten wie Johann Wolfgang von Goethe, Martin Luther oder König Heinrich I.. Die Ruhmeshalle soll laut König Ludwig I. an große Deutsche erinnern – ursprünglich inspiriert durch die germanische Mythologie, in der „Walhalla“ als Ort für gefallene Helden galt.

Verfahren zur Aufnahme

Ein Vorschlag zur Aufnahme kann von jedem Bürger beim bayerischen Wissenschaftsministerium eingereicht werden. Dort prüft man gemeinsam mit der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Die endgültige Entscheidung trifft der bayerische Ministerrat.

Die letzte neu aufgestellte Büste in der Walhalla war die von Max Planck, einem der bedeutendsten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts.

Kritik aus Fürth

Kritik an der Auswahl von Strauß kam unter anderem aus der Stadt Fürth, die seit langem den dort geborenen früheren Bundeswirtschaftsminister und Bundeskanzler Ludwig Erhard vorgeschlagen hatte. «Bei aller Wertschätzung für Franz Josef Strauß und seiner Verdienste für Bayern steht Ludwig Erhard als Vater des deutschen Wirtschaftswunders und zweiter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland – was Strauß zwar angestrebt, aber nie erreicht hat – und auch aufgrund der zeitlichen Abfolge des Wirkens der beiden Politiker für die Aufnahme in die Walhalla zweifellos an erster Stelle», teilte die Stadtverwaltung der fränkischen Stadt mit.

dpa / MF

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