Do., 20.12.2018 , 09:59 Uhr

Forderung an Arztpraxen: Mehr Sprechstunden abends und an Samstagen

Deutlich mehr Arztpraxen sollten aus Sicht der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) auch am frühen Abend und samstags für die Patienten da sein. „Krankheiten richten sich nicht nach den Lieblingsöffnungszeiten der niedergelassenen Ärzte“, sagte der Vize-Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Johann-Magnus von Stackelberg, der Deutschen Presse-Agentur.

Die viele Arbeit außerhalb der traditionellen Kernzeiten dürfe nicht an wenigen Ärzten hängenbleiben, die etwa schon samstags da seien. Die Kassenärztlichen Vereinigungen müssten für patientenfreundlichere Sprechzeiten sorgen.

Mittwoch und Freitag habe am Nachmittag der Großteil der Praxen geschlossen, abends und am Wochenende sowieso, sagte von Stackelberg. „Kein Wunder, dass immer mehr Menschen in die Notaufnahmen der Krankenhäuser gehen.“ Wie eine Umfrage im Auftrag des Kassen-Verbands ergab, haben mittwochs zwischen 14.00 und 17.00 Uhr 20 Prozent der Praxen Sprechstunden, freitags unter 20 Prozent. Befragt wurden den Angaben zufolge 1400 niedergelassene Hausärzte, Kinderärzte sowie Augenärzte, Orthopäden, Gynäkologen und HNO-Ärzte vom Institut Forsa.

Viele Praxen bieten bereits Sprechstunden nach 18 Uhr an

Sprechstunden nach 18.00 Uhr bieten demnach montags, dienstags und donnerstags mehr als die Hälfte der Praxen an – nach 19.00 Uhr sind es dann weniger (Montag 9 Prozent, Dienstag 10 Prozent, Donnerstag 12 Prozent). Dem guten Vorbild, dass rund jede zehnte Praxis zumindest von 19.00 bis 20.00 Uhr Sprechstunden anbiete, sollten viele Ärzte folgen, sagte von Stackelberg. Samstags bieten laut der Umfrage ein bis zwei Prozent der Praxen zwischen 8.00 und 13.00 Sprechstunden an.

Die Kassen mahnten zudem, wenn Ärzte nur die Mindestzahl von derzeit 20 Sprechstunden pro Woche anbieten, dürften sie in dieser Zeit keine Privatpatienten behandeln und keine Privatleistungen verkaufen. „Für private Zusatzgeschäfte müssen zusätzliche Termine und Sprechstunden angeboten werden“, sagte von Stackelberg. Damit es wirklich genug Sprechstunden gebe, müsse zudem stärker vorgegeben werden, was in diesem Rahmen möglich ist und was nicht. Manchmal gebe es nur auf dem Papier genug Ärzte – etwa wenn Augenärzte operieren und so für einfache Erkrankungen oder Routineuntersuchungen keine Zeit haben.

In der Umfrage gaben 99 Prozent der Ärzte an, in den Sprechzeiten auch Privatpatienten zu behandeln.

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