Di., 23.08.2022 , 11:27 Uhr

Flughelfergruppe Cham hilf bei Waldbränden in der Böhmischen und Sächsischen Schweiz

Die Flughelfergruppe der Feuerwehren des Landkreises Cham hat erfolgreich ihren bislang größten Einsatz bei den Waldbränden in der Böhmischen und Sächsischen Schweiz absolviert. Vom 4. bis 14. August 2022 betreuten die Helfer einen Landeplatz für Hubschrauber, die zur Brandbekämpfung aus der Luft eingesetzt waren.

„Es ist nicht selbstverständlich, dass unsere ehrenamtlichen Helfer auch außerhalb Bayerns tatkräftig anpacken“, so Landrat Franz Löffler, nachdem er zusammen mit Kreisbrandrat Michael Stahl das Hilfeersuchen des Freistaates Sachsen unterstützt hatte.

„Aber die Feuerwehrkräfte aus dem Landkreis Cham sind nun einmal gefragte Expertinnen und Experten und zur Lösung einer Extremsituation - wie bei diesem Waldbrand - bestens vorbereitet, dies zeigt das Beispiel der Flughelfergruppe deutlich.“ „Ich bin dankbar für die engagierten Einsatzkräfte. Wieder einmal gab es kein Zaudern“, ergänzt Kreisbrandrat Michael Stahl. „Wir helfen da, wo wir gebraucht werden.“

 

1.000 Hektar Wald fielen den Flammen zum Opfer

Am Sonntag, den 24.07.2022 brach im Nationalpark der Böhmischen Schweiz ein Waldbrand aus, welcher zwei Tage später auf deutsches Staatsgebiet übergriff. In Folge des Brandes sind gut 1.000 Hektar Wald auf deutscher und tschechischer Seite den Flammen zu Opfer gefallen. Die örtlichen Kräfte bekämpften den Waldbrand tagelang, konnten diesen aber ohne weitere Unterstützung nicht selbst unter Kontrolle bekommen. Daher erreichte den Freistaat Bayern ein Hilfeersuchen des Freistaates Sachsen. Angefordert wurden mehrere Hubschrauber der Bayerischen Landespolizei, sowie ausgebildete Flughelfer der Feuerwehr. In Bayern sind 18 Flughelfergruppen stationiert, u.a. im Landkreis Cham.

Gemeinsam durchgeführte Übungen und die guten Kontakte zwischen den Flughelfern und den Polizeihubschrauberstaffeln aus Bayern und Sachsen waren die Basis für eine reibungslose Zusammenarbeit im Schadensgebiet. Erst im vergangenen Jahr übten die Chamer Kräfte zusammen mit den Hubschraubern aus Sachsen bei einer Gemeinschaftsübung in Hienheim. Dadurch waren die Fähigkeiten der bayerischen Einsatzkräfte bereits gut bekannt.

 

Einsatz vom 4. bis 14. August

Die Kräfte der Flughelfergruppe Landkreis Cham starteten am 4. August um 2 Uhr nachts mit den Einsatzfahrzeugen „Kater Thürnstein 11/1“ (Führungsfahrzeug) und „Kater Arrach 36/1” (Wechselladerfahrzeug mit dem Abrollbehälter Besprechung) in das 424 km entfernte Bad Schandau. Vor Ort wurde der Führungsdienst der Flughelfergruppe Lkr. Cham damit beauftragt, eine Abschnittsleitung für einen der Landeplätze zu errichten und zu betreiben. Die weiteren Flughelfer aus Bayreuth betreuten die vorbereiteten Absetzplätze für die ankommenden Maschinen mit den Außenlastbehältern im Brandgebiet. Zusätzliche Einheiten aus Bischofsheim und der Feuerwehrschule Würzburg bereiteten die Lasten vor und hängten diese an die Hubschrauber an bzw. ab. Im gesamten Einsatzverlauf wurden Hubschrauber der Sächsischen, Thüringer und Bayerischen Landespolizei, sowie der Bundespolizei betreut. Auch Maschinen der Bundeswehr, sowie Hubschrauber von zwei privaten Luftfahrtunternehmen aus Deutschland und Österreich landeten auf dem in bayerischer Hand geführten Landeplatz.

Insgesamt waren bis zu 22 Luftfahrzeuge gleichzeitig am Himmel. Eine Besonderheit waren auch die zwei italienischen Canadair Löschflugzeuge, welche die Feuerwehrleute auf tschechischer Seite unterstützen. Zwischenzeitlich wurden diese durch zwei Maschinen aus Schweden abgelöst, da sie zurück nach Italien flogen, um dort Löscheinsätze fliegen zu können. Bereits seit Einsatzbeginn waren zwei tschechische Löschflugzeuge vom Typ Antonov An-2 im Einsatz.

Nach jeweils zwei Einsatztagen wurde das Personal durch andere Flughelferstandorte ersetzt. Lediglich die Einheiten aus Cham und Bayreuth verblieben den kompletten Einsatz mit jeweils vier Einsatzkräften vor Ort, um die Abschnittsleitung, sowie die Koordination am Berg nicht zu unterbrechen.

 

Viele Kräfte aus dem Landkreis Cham im Einsatz

Die Einsatzbereitschaft in der Heimat war dadurch nicht gefährdet, wie sich beim Waldbrand bei Vilzing und Lohberg zeigte. Der parallellaufende Flughelfereinsatz in der Heimat konnte zusammen mit der Gruppe aus Straubing erfolgreich abgearbeitet werden.

Unterstützt wurden das Flughelferpersonal in Sachsen durch das Side-by-Side Fahrzeug der Feuerwehr Rimbach. So konnte das Bodenpersonal Erkundungsaufträge für Lastaufnahmeplätze eigenständig durchführen, ohne dafür einen Hubschrauber aus dem Einsatz herauslösen zu müssen.

Kreisbrandrat Michael Stahl war mit Kreisbrandmeister Thomas Wittmann ebenfalls vor Ort. Dort wurde mit dem eingesetzten Personal die weitere Personalplanung und ein möglicher Materialnachschub in das Einsatzgebiet besprochen.

Bis zum Einsatzende der Flughelfer aus Bayern waren zudem noch die Flughelfer aus Aschaffenburg, München, Schwabach, Herzogenaurach sowie Neustadt an der Donau im Einsatz.

Am Sonntag, den 14.08.2022, wurden die Flughelfer aus Bayern aus dem Einsatz entlassen.

Aus dem Landkreis Cham waren KBM Konrad Kellner (Kreisbrandinspektion), Johannes Haselsteiner, Martin Silberbauer (beide FF Arrach), Anna Weinfurtner, Kilian Achatz (beide FF Haibühl-Ottenzell), Christian Kress, Stefan Kress, Johannes Brandl (alle FF Lohberg), Monika Zimmermann (FF Arnschwang), Lukas Kroner, Mario Mischok (beide FF Rimbach) und Christian Koller (FF Thürnstein) im Einsatz.

 

Landratsamt Cham / MB

Das könnte Dich auch interessieren

16.04.2026 Ostbayern: Bilanz nach Blitzmarathon 2026 Nach 24 Stunden intensiver Geschwindigkeitskontrollen ist der Blitzmarathon 2026 in der Oberpfalz am 16. April um 6 Uhr zu Ende gegangen. Nun hat die Polizei ihre Bilanz vorgestellt. Ziel der Aktion war es, auf die Gefahren von überhöhter Geschwindigkeit aufmerksam zu machen und schwere Verkehrsunfälle langfristig zu reduzieren. Auch in der Oberpfalz: Geschwindigkeit bleibt Unfallursache 16.04.2026 Waldmünchen: Mann tritt und schlägt seinen Hund Die Polizei sucht nach einem Mann, der seinen Hund geschlagen haben soll. 15.04.2026 Bad Kötzting: Raser und illegales Tuning beschäftigen Polizei 100 km/h innerorts und unnötiger Lärm Ein 23-jähriger Autofahrer beschleunigte am Freitag in der Arnbrucker Straße stark, ließ die Reifen durchdrehen und wurde mit 100 km/h innerorts gemessen. Zudem verursachte er bewusst Lärm mit seinem Auto. Ihn erwarten nun eine Anzeige. Auffälliges Tuning und mehr Kontrollen Am Samstag fiel ein 22-Jähriger wegen technischer Veränderungen am Auto 13.04.2026 Roding: Dieb klaut Pokémonkarten-Sammlung im Wert von 15.000 Euro „Schnappt sie euch alle!" - Das dachte sich auch ein Dieb in Roding als er in mehrere Kellerabteile einbrach. Ein Teil der Beute: hochwertige Sammlerkarten der weltbekannten Serie Pokémon.