Mo., 15.02.2016 , 08:40 Uhr

Fans: Herbert von Karajan soll in die Walhalla

Fans des Dirigenten und Künstlers Herbert von Karajan (1908-1989) aus Bernau (Brandenburg) wollen für ihn einen Platz im Nationaldenkmal Walhalla bei Regensburg sichern. «Wir rechnen uns gute Chancen aus», sagte Initiator Johannes Bischoff. Über die Aufnahme entscheidet der Bayerische Ministerrat. Derzeit gibt es mehr als 100 Vorschläge. Voraussetzung: Die Kandidaten müssen seit 20 Jahren tot und deutschsprachig sein sowie großen Einfluss auf Kultur, Wissenschaft und Politik gehabt haben. Noch ist Platz für vier Büsten. Der Verein rechnet mit Ausgaben bis zu 40 000 Euro. Die Summe soll durch Spenden aufgebracht werden.

«Karajan war ein herausragender Künstler», sagte Bischoff. Er gründete unter anderem die Salzburger Oster- und Pfingst-Festspiele, war von 1955 bis 1989 Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und spielte viermal die Sinfonien von Beethoven ein.

Wer mit einer Büste in das Nationaldenkmal aufgenommen werde, entscheide der Bayerische Ministerrat, sagte Ludwig Unger, Sprecher des Bayerischen Staatsministeriums für Kunst und Kultur. Auch die Bayerische Akademie der Wissenschaften wird befragt.

Derzeit gibt es mehr als 100 Vorschläge. Voraussetzung: Die Kandidaten müssen seit 20 Jahren tot und deutschsprachig sein sowie großen Einfluss auf Kultur, Wissenschaft und Politik gehabt haben.

Im Gespräch sind der CSU-Politiker Franz-Josef Strauß (1915-1988) sowie die Künstler Joseph Beuys (1921-1986), Käthe Kollwitz (1867-1945) und Robert Schumann (1810-1856). Vorgeschlagen wurde auch der von den Nationalsozialisten ermordete evangelische Pfarrer Dietrich Bonhoeffer (1906-1945).

Im Schnitt wird die Walhalla alle fünf bis sieben Jahre ergänzt. Derzeit gibt es dort 130 Büsten und 60 Gedenktafeln: von Kaiser Otto dem Großen (912-973), aber auch von der von den Nazis ermordeten Widerstandskämpferin Sophie Scholl (1921-1943). «Nach der derzeitigen Präsentation ist noch Platz für vier weitere Büsten», sagte der Sprecher. Allerdings seien auch neue Arrangements möglich.

Der Antragsteller muss die Kosten für die Büste, ihre Aufstellung und die Pflege übernehmen. Die zehn Mitglieder des Bernauer Vereins rechnen mit Ausgaben zwischen 35 000 und 40 000 Euro. Die Summe soll durch Spenden aufgebracht werden.

Die Ruhmeshalle Walhalla bei Regensburg entstand von 1830 bis 1842. Zuletzt kam 2010 der Dichter und Schriftsteller Heinrich Heine (1797-1856) hinzu.

dpa

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