Do., 28.01.2021 , 15:25 Uhr

Erneut Durchsuchungen bei Conti in Bezug auf VW-Abgasskandal

Hat der Autozulieferer Continental etwas mit dem VW-Abgasskandal zu tun? Bereits im Sommer 2020 wurden deshalb Geschäftsräume in Hannover und Regensburg durchsucht. Jetzt hat es erneut Durchsuchungen gegeben, wohl aber nur in Hannover.

Nach der letzten Aktion im Herbst haben Ermittler abermals Geschäftsräume des Autozulieferers Continental im Zusammenhang mit dem VW-Abgasskandal durchsucht. Vor gut zwei Wochen seien Staatsanwaltschaft und Polizei erneut in der Conti-Zentrale in Hannover vorstellig geworden, sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag. Man kooperiere mit den Behörden, Einzelheiten zu den am 12. Januar fortgesetzten Untersuchungen nannte das Dax-Unternehmen nicht. Zuvor hatte die «Wirtschaftswoche» darüber berichtet.

Die Zahl der Verdächtigen ist demnach mit 41 inzwischen deutlich höher, bisher hatten sich die Vorwürfe gegen sieben Ingenieure und zwei Projektleiter gerichtet. «Der Kreis wurde erweitert, aber es ist weiterhin dasselbe Verfahren», hieß es von Continental. Im Juli und September hatte es ebenfalls Durchsuchungen gegeben – unter anderem auch in Regensburg, wo große Teile der inzwischen ausgelagerten Antriebssparte Vitesco angesiedelt sind. Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt wegen des Verdachts der Beihilfe zum Betrug und der mittelbaren Falschbeurkundung in den Jahren 2006 bis 2015.

Konkret geht es um die Frage, ob Mitarbeiter der früheren Siemens-Autotechnik-Sparte VDO – von Continental 2007 übernommen – möglicherweise den Auftrag für die Motorsteuerung einer Ausgabe des späteren VW-Skandalmotors EA 189 in dem Wissen annahmen, dass der Autohersteller aus Wolfsburg damit betrügerische Absichten verfolgen wollte. Zudem wird Hinweisen nachgegangen, dass die Dokumentation der Abgas-Software entsprechend beeinflusst worden sein soll.

 

dpa/MB

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