Di., 20.06.2023 , 18:18 Uhr

Entflohener Mörder in Regensburg erneut vor Gericht

Mit einem Sprung aus dem Fenster des Amtsgerichtes Regensburg hatte ein Mörder im Januar für einen internationalen Polizeieinsatz gesorgt. Jetzt kehrt er für einen Prozess zurück zum Ort des Geschehens.

Am fünften Tag seiner Flucht war er in Frankreich festgenommen worden. Am Mittwoch soll der Mann erneut zu einer Verhandlung in Regensburg erscheinen – in Hand- und Fußfesseln, wie eine Sprecherin am Dienstag sagte. Es handelt sich um ein Berufungsverfahren am Landgericht. Zuvor hatten die «Mittelbayerische Zeitung» und die «Main-Post» berichtet.

Der wegen Mordes an einer 76 Jahre alten Frau in Nürnberg 2011 zu lebenslanger Haft verurteilte Algerier stand am 5. Januar wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte der JVA Straubing in Regensburg vor Gericht. Während einer Besprechung mit seinem Verteidiger flüchtete er aus dem Anwaltszimmer.

Zwei Wochen später wurde der Mann vom Amtsgericht in Abwesenheit zu einem Jahr Haft verurteilt. Dagegen hätten sowohl der Verurteilte wie auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt, sagte die Gerichtssprecherin. Darüber werde nun verhandelt.

Nach der Flucht des Mannes seien am Amts- und Landgericht – beide befinden sich im selben Gebäudekomplex – die Sicherheitsvorkehrungen überprüft worden. Der Sprecherin zufolge wurde ein Informationsblatt für auswärtige Beamte erstellt, die Häftlinge aus einer anderen Stadt nach Regensburg begleiten und das Gebäude nicht kennen. Am Gericht gebe es Arrestzellen mit vergitterten Fenstern, die für Besprechungen ausgestattet seien, sowie fensterlose Toilettenräume.

Das Anwaltszimmer, in dem sich der Angeklagte im Januar mit seinem Verteidiger besprochen habe, sei dafür jedenfalls nicht geeignet gewesen. Es diene lediglich als Aufenthaltsraum für Anwälte. Auch kleinere bauliche Maßnahmen seien am Gericht nach der Flucht des Mannes ergriffen worden, etwa an den Fenstergriffen.

Der Häftling war nach dem Vorfall in der JVA Straubing nach Würzburg ins Gefängnis verlegt und von dort von Beamten nach Regensburg zur Gerichtsverhandlung gebracht worden.

 

dpa

 

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