Mo., 15.04.2019 , 18:41 Uhr

Einbürgerungs-Rekord in Bayern

In Bayern sind im Jahr 2018 so viele Ausländer Deutsche geworden wie seit 17 Jahren nicht mehr: Im vergangenen Jahr seien 18 062 Menschen eingebürgert worden, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in München. Das war ein Sechstel mehr als im Vorjahr.

Zu dem Rekord trugen auch Briten bei, 1329 beantragten und bekamen den deutschen Pass. Der Brexit sei sicher ein Grund für den starken Anstieg, sagte Herrmann.

Spitzenreiter unter allen Herkunftsländern blieb aber die Türkei mit 2135 Eingebürgerten oder zwölf Prozent aller Einbürgerungen, gefolgt von den Nachfolgestaaten Jugoslawiens mit sieben Prozent.

Nur 43 Prozent der Neubürger kamen aus EU-Staaten, darunter 1437 Rumänen, 869 Italiener und 832 Polen. Sie alle dürfen ihre bisherige Staatsangehörigkeit beibehalten und tun es meist auch: Nur 117 gaben ihre bisherige Staatsbürgerschaft auf.

Türken und andere dagegen sollen ihren alten Pass möglichst abgeben. Rund vier Prozent der eingebürgerten Türken durften ihre alte Staatsangehörigkeit aber behalten, weil es ihnen aus politischen oder bürokratischen Gründen nicht zumutbar gewesen sei, Kontakt mit den türkischen Behörden aufzunehmen.

Herrmann überreichte am Montag sieben Neubürgern ihre Einbürgerungsurkunde. Sie alle hatten 2018 bereits seit mindestens acht Jahren in Deutschland gelebt, Sprachkenntnisse nachgewiesen und den Einbürgerungstest bestanden. «Meine bayerische Schwiegermutter hätte den nicht geschafft», sagte Rohit Arun Bhosale. Der 40-Jährige kommt aus Indien, wohnt im Landkreis Landshut und freut sich, wie seine Frau und Kinder nun Deutscher zu sein: «Jetzt gehöre ich so richtig dazu.»

dpa

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