Mi., 09.01.2019 , 06:53 Uhr

Drachenwels aus Asien schwimmt in der Donau

Wer gern heimischen Fisch isst, könnte demnächst eine neue Art auf den Teller bekommen. Im bayerischen Abschnitt der Donau ist seit einigen Monaten der Gelbe Drachenwels unterwegs. Das bis etwa 35 Zentimeter lange Tier ist Fischern im Mai 2018 zum ersten Mal ins Netz geschwommen. Das war die erste bekannt gewordene Sichtung des Fisches in Deutschland, wie die Zoologische Staatssammlung München am Dienstag mitteilte. Seitdem hätten Fischer der Region bereits mehrere Hundert Exemplare der eingeschleppten Art zwischen Regensburg und Straubing gefangen.

Wie der Gelbe Drachenwels mit dem wissenschaftlichen Artnamen Tachysurus fulvidraco in die Donau gekommen ist, sei noch unklar. Er könne sowohl beim Donauhochwasser aus Zier- oder Nutzfischteichen herausgeschwommen als auch absichtlich in den Fluss gesetzt worden sein. Seit den 1980er Jahren tauchen in deutschen Gewässern immer wieder exotische Fische auf.

Das Fleisch des Drachenwelses gilt als schmackhaft. In seiner Heimat in Ostasien, vor allem in China, ist er ein kommerziell wichtiger Fisch. Er wird dort in Teichen gezüchtet. Dass er künftig auch auf deutschen Tellern landet, hält Fischkundler Ulrich Schliewen deshalb für denkbar. «Im Prinzip spricht nichts dagegen», so der Kurator für Fische bei der Zoologischen Staatssammlung.

Der asiatische Wels isst üblicherweise Insektenlarven, Weichtiere und kleine Fische. «Ob die Art auf Dauer eine Gefahr für die einheimische Fauna darstellt, kann derzeit nicht abgeschätzt werden», sagte Schliewen. Er geht davon aus, dass sich der Gelbe Drachenwels über kurz oder lang weiter ausbreiten wird. Gemeinsam mit einem Fischer und einem Amateurbiologen hat Schliewen seine Erkenntnisse in der zoologischen Fachzeitschrift «Spixiana» veröffentlicht. Er hat darin auch den deutschen Namen Gelber Drachenwels vorgeschlagen.

dpa

Das könnte Dich auch interessieren

22.10.2026 Politik: Klingbeil lehnt Änderung des Finanzausgleichs ab Finanzminister Lars Klingbeil hält nichts davon, Länder mit AfD- oder Linke-Regierung vom Länderfinanzausgleich abzuschneiden. Das sagte der SPD-Chef in Berlin.   Klingbeil lehnt Konsequenzen für Länder ab «Ich habe Probleme damit, Ländern zu sagen, ihr habt aus unserer Sicht falsch gewählt und deswegen gibt es Konsequenzen», sagte Klingbeil in Berlin. Sollten sich Landesregierungen nicht an 22.10.2026 Niederbayern: Vermehrte Anrufe von Telefonbetrügern im Bereich Passau, Landshut und Straubing Seit heute Mittag verzeichnet die Einsatzzentrale des PP Niederbayern insbesondere im Raum Passau, Landshut und Straubing sog. „Schockanrufe“. Es ist nicht auszuschließen, dass weitere Teile Niederbayerns im Laufe des Tages von den Anrufen betroffen sein könnten. Mit „Schockanrufen“ versuchen sie die Angerufenen zur Herausgabe von Bargeld und Wertsachen zu bringen. Sie geben z. B. unter 22.10.2026 Umfrage: Viele Bayern sehen KI skeptisch Viele Menschen in Bayern sehen Künstliche Intelligenz einer neuen Umfrage zufolge eher skeptisch. 38 Prozent erwarten, dass KI das Leben der Menschen in den kommenden Jahren verschlechtern wird. Nur 27 Prozent gehen von einer Verbesserung aus, 35 Prozent sind unentschieden. Umfrage von Civey im Auftrag des Genossenschaftsverbands Das Ergebnis stammt aus einer Erhebung des Instituts 22.10.2026 Heute Abend im Programm