Di., 24.06.2014 , 14:15 Uhr

Donauausbau im Verkehrswegeplan sorgt für Irritationen

Um den Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen gibt es erneut Irritationen. Grund ist eine Liste des Bundesverkehrswegeplans der Bundesregierung. Knapp eineinhalb Jahre nach dem Landtagsbeschluss für eine sanfte Ausbauvariante taucht in der Liste die bei Umweltschützern und Anwohnern umstrittene Variante C280 mit Staustufen auf. Die «Süddeutsche Zeitung» berichtete am Dienstag darüber.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte daraufhin: «Das Votum der Bayerischen Staatsregierung ist eindeutig. Die Donau wird ausschließlich sanft ausgebaut werden. Diese Variante ist für den neuen Bundesverkehrswegeplan angemeldet, der in den kommenden Monaten erstellt wird.» Er unterstütze die Entscheidung der Staatsregierung zum sanften Donauausbau. «Eine andere Entscheidung wird es mit mir nicht geben.»

Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) betonte, dass ein Ausbau mit Staustufe nicht infrage komme: «Die Bayerische Staatsregierung steht auch zum Ministerratsbeschluss vom 27. Februar 2013, in dem sie sich klar zum Hochwasserschutz und zum sanften Donauausbau bekannt hat.» Bei der Liste handele es sich um eine Übersicht aller Varianten und nicht um einen Entwurf eines neuen Bundesverkehrswegeplans.

Naturschützer befürchten, dass die Variante mit der Staustufe doch durch die Hintertür kommt oder zumindest die Voraussetzungen dafür geschaffen werden sollen. «Es besteht die Gefahr, dass die Staustufe derzeit aus Geldmangel nicht kommt, aber später dann doch», sagte der Vorsitzende des Bundes Naturschutz, Hubert Weiger. Daher habe er Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in einem Brief aufgefordert, sich ausschließlich für den sanften Ausbau einzusetzen.

In dem Papier des Bundesverkehrsministeriums heißt es laut «SZ»: «Ausbau der Donau im Abschnitt Straubing-Vilshofen: Untersuchung der Varianten A und C280 – Verbesserung der wirtschaftlichen Befahrbarkeit durch Angleichung des Streckenabschnitts an die Fahrrinnentiefen der unterhalb und oberhalb gelegenen Strecken.»

Nach jahrzehntelangem Streit um den Ausbau war Anfang vergangenen Jahres Ruhe eingekehrt. Ministerpräsident Seehofer hatte klargemacht, dass er nur noch die sanfte Ausbauvariante wolle. Das Kabinett beschloss, auf dem 69 Kilometer langen Flussabschnitt zunächst den Hochwasserschutz voranzutreiben. Auf 54 Kilometern soll zudem die Schiffbarkeit nach der sanften Ausbauvariante A verbessert werden. Für die umstrittenen letzten 15 Kilometer legte sich das Kabinett zwar noch nicht fest. Seehofer hatte aber betont, dass es in seiner Amtszeit keine Staustufe, keinen Stichkanal und keine Verfahren dazu geben werde.

Und auch im Koalitionsvertrag der schwarz-roten Bundesregierung heißt es wörtlich: «Wir wollen den Donauausbau zwischen Straubing und Vilshofen auf Basis der Beschlussvariante der bayerischen Staatsregierung (ohne Staustufe).» Die Donau ist eine Bundeswasserstraße, und damit hat der Bund die Hoheit.

 

dpa / lby

Alexander Dobrindt donau donauausbau horst seehofer joachim herrmann

Das könnte Dich auch interessieren

14.02.2026 Bayern: 95 Millionen Euro Hochwasserhilfe von der EU Bayern hat nach dem verheerenden Hochwasser im Juni 2024 rund 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds erhalten. Das bestätigte eine Sprecherin des Finanzministeriums auf dpa-Anfrage. Zuvor hatte die „Augsburger Allgemeine“ darüber berichtet. Den Antrag auf die europäischen Hilfen hatte der Freistaat gemeinsam mit Baden-Württemberg gestellt. 95 Millionen Euro aus dem Europäischen Solidaritätsfonds Mit den 23.02.2026 Bayern: Steigende Wasserstände – Flüsse und Bäche treten über die Ufer Vor allem in den Regionen rund um den Bayerischen Wald und das Fichtelgebirge treten Flüsse und Bäche teils über die Ufer. Während vielerorts nur Wiesen und Felder betroffen sind, könnten mancherorts auch Keller und Häuser überflutet werden. Noch ist der Höchststand nicht überall erreicht. Der Hochwassernachrichtendienst rechnet jedoch damit, dass die Pegelstände ab Mittwoch wieder 15.02.2026 Fasching in Ostbayern 2026 05.02.2026 Konjunkturumfrage: Industrie tastet sich vor, Bau bleibt Sorgenkind Die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim zeigt zum Jahresbeginn leichte Aufwärtssignale, jedoch keinen breiten wirtschaftlichen Aufschwung. Grundlage sind die Rückmeldungen von 280 Unternehmen aus der Region. Die Wirtschaftslage stagniert weiterhin, auch wenn sich in einzelnen Branchen vorsichtiger Optimismus bemerkbar macht. Verhaltene Entwicklung in Industrie, Handel und Tourismus „Insgesamt spiegelt unsere Konjunkturumfrage