Mi., 24.02.2021 , 08:34 Uhr

Doch nicht ab 1. März: Kostenlose Corona-Schnelltests verzögern sich

Angesichts von anhaltend hohen Infektionszahlen werden die Forderungen nach baldigen kostenlosen Corona-Schnelltests für alle immer lauter. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kritisierte bei einer Online-Veranstaltung der «Bild»-Zeitung, in Deutschland dauerten Zulassungen «immer so endlos lange». Er hoffe, dass es nach dem verschobenen Start zur Abgabe von Schnelltests nun kommende Woche eine Lösung gebe. Die FDP forderte, sich dabei Österreich als Vorbild zu nehmen. Damit sollen auch Lockerungen der Corona-Regeln schneller möglich werden. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will an diesem Mittwoch im Bundestag Auskunft geben.

Spahn hatte ursprünglich angekündigt, dass ab 1. März ein Angebot für alle Bürger kommen solle, sich kostenlos von geschultem Personal mit Antigen-Schnelltests testen zu lassen - etwa in Testzentren, Praxen oder Apotheken. Darüber soll nun aber erst bei den Bund-Länder-Beratungen am 3. März gesprochen werden.

Söder sagte, mit vielen Schnelltests könne man viel machen. «Wenn wir pro Monat 300 Millionen für Deutschland hätten, dann könnten wir in vielen Bereichen viel mehr Freiheiten ermöglichen.»

 

Änderung der Impfreihenfolge gefordert

Die FDP schlug vor, mit einer Regelung nach dem Vorbild Österreichs den Weg für stufenweise Lockerungen freizumachen. Ein entsprechender Antrag soll noch diese Woche in den Bundestag. «Beim Testen müssen wir auf die Tube drücken, nicht auf die Bremse», sagte der FDP-Abgeordnete Andrew Ullmann der Deutschen Presse-Agentur. Parteichef Christian Lindner zu «Bild»: «Testen verspricht Freiheit - zusammen mit Masken, Luftreinigern, digitaler Nachverfolgung von Infektionen und dem Schutz der verletzlichen Gruppen.»

Mit einer Änderung der Impfreihenfolge soll von diesem Mittwoch an die teilweise Öffnung von Kitas und Schulen besser abgesichert werden: Beschäftigte in Kitas, Kindertagespflege sowie Grund- und Förderschulen sollen jetzt schon eine Impfung erhalten können. Die geänderte Impfverordnung soll am Mittwoch im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Für diese Impfungen kommen voraussichtlich zunächst Hunderttausende Impfdosen des Herstellers Astrazeneca in Frage, die bisher ungenutzt lagern.

 

AstraZeneca wird nicht so gut angenommen

Dem Gesundheitsministerium zufolge wurden mehr als 1,4 Millionen Dosen geliefert - nach Angaben des Robert Koch-Instituts aber nur 212 000 Dosen gespritzt. Zuletzt hatte es Berichte gegeben, dass sich Pflegekräfte wegen der etwas geringeren Wirksamkeit damit nicht spritzen lassen wollen. Zudem drohen bei Astrazeneca womöglich weitere Lieferengpässe.

Unternehmensvertreter hätten der Europäischen Union auch für das zweite Quartal mögliche Produktionsausfälle in Europa angezeigt, sagte ein EU-Vertreter der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Doch könnten diese Mengen theoretisch aus anderen Impfstofffabriken des Herstellers wettgemacht werden. Astrazeneca teilte auf dpa-Anfrage mit, man wolle den Vertrag für das zweite Quartal laut jüngster Prognose erfüllen.

Unterdessen versprach EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die Lage werde sich in den kommenden Monaten «spürbar bessern». Europa werde seinen Rückstand im Vergleich zu Ländern wie Großbritannien wettmachen, sagte die CDU-Politikerin der «Augsburger Allgemeinen». «Wir holen auf.»

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, sprach sich für pragmatische Lösungen für übrig gebliebene Impfstoffe aus. Beim Astrazeneca-Stoff blieben jeden Tag viele Dosen liegen, sagte Mertens der Funke Mediengruppe. «Hier sollte es unbedingt in allen Impfzentren Listen geben, die festlegen, wer an die Reihe kommt, wenn Dosen übrig bleiben.» Dabei könne man auch «geeignete Kandidaten aus nachfolgenden Prioritätsgruppen» vorziehen.

 

34 Prozent wollen keine Impfung

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) warnte erneut vor übereilten Lockerungen des Lockdowns. Man dürfe «nicht zu schnell und nicht zu breit auf einmal öffnen», sagte der Grünen-Politiker bei einer Veranstaltung der «Heilbronner Stimme». «Das haben wir bei den Österreichern gesehen. Das führt zu Rückschlägen.»

Der Städte- und Gemeindebund forderte mehr Tempo bei der Einführung des digitalen Impfnachweises. Ansonsten drohten die «gleichen Probleme wie jetzt beim Impfen im Schneckentempo», sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Funke-Zeitungen. Nach einer repräsentativen Umfrage des Norstat-Instituts wollen sich 34 Prozent der Bundesbürger sich nicht gegen Corona impfen lassen. Die Befragung wurde im Auftrag der Bertelsmann Stiftung gemacht.

 

Milliarden-Schulden durch Corona

Der deutsche Staat hat im Corona-Krisenjahr 2020 deutlich mehr Geld ausgegeben als eingenommen. Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung wiesen ein Defizit von 139,6 Milliarden Euro aus, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Erste Berechnungen der Behörde hatten ein Minus von 158,2 Milliarden Euro ergeben.

 

dpa/MB

 

Aktuelle Corona-Nachrichten

 

31.05.2026 Abensberg: Radfahrer bei Unfall schwer verletzt Bei einem Verkehrsunfall in Abensberg im Landkreis Kelheim ist am Samstagmorgen ein 36-jähriger Radfahrer schwer verletzt worden. Der Mann musste nach dem Zusammenstoß mit einem Auto in ein Krankenhaus gebracht werden. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf rund 1.000 Euro. 24.05.2026 A3 bei Nittendorf: Vier Verletzte nach Auffahrunfall und Vollsperrung Auf der A3 bei Nittendorf in Fahrtrichtung Passau ist es am Samstagnachmittag zu einer Unfallkette mit mehreren Fahrzeugen gekommen. Insgesamt wurden vier Menschen leicht verletzt, außerdem entstand ein Sachschaden von rund 33.000 Euro. Die Autobahn musste zeitweise vollständig gesperrt werden. 25.04.2026 Hemau: Autofahrer rastet aus – Faustschlag nach dichtem Auffahren Am Freitag gegen 13:50 Uhr ist es auf der St 2233 bei Hemau zu einer Nötigung und Körperverletzung im Straßenverkehr gekommen 04.04.2026 Regensburg: Schlägerei am Hauptbahnhof – 26-Jährige greift Bundespolizisten an Am Karfreitag (3. April) ist es am Hauptbahnhof Regensburg zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen gekommen. Der Streit begann zunächst verbal, eskalierte jedoch wenig später. Auch Unbeteiligte mischten sich ein. Eine 26-jährige Deutsche griff im weiteren Verlauf einen Bundespolizisten an. Verletzt wurde niemand. 13.07.2025 Roding: Unberechtigt auf Dachboden genächtigt In Roding wurde am 13. Juli ein 59-Jähriger auf dem Dachboden eines Mehrfamilienhauses beim unbefugten Nächtigen angetroffen, festgenommen und nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wieder entlassen – ihn erwartet nun eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. 26.01.2025 Regensburg: Tödlicher Verkehrsunfall auf der A3 Auf der A3 bei Regensburg kam es heute in den frühen Morgenstunden zu einem schweren Verkehrsunfall mit einem Toten und mehreren Verletzten.

 

Videos zur Corona-Pandemie

21.09.2023 01:05 Min Donaustauf: Landesverband für Post-Covid 19 gegründet Heute ist daran nicht mehr zu denken, aber im September vor zwei Jahren war unser Alltag noch von der 2 und 3G Regel geprägt. Corona liegt für manche weit zurück, für andere ist es noch jeden Tag präsent. Die Rede ist von den Folgen der Erkrankung. In Donaustauf gibt es ja schon eine Bilanz, die 18.09.2023 04:00 Min Corona- und Grippeimpfungen sinnvoll? Experte im Gespräch Auch wenn es immer noch warm ist, der Sommer neigt sich allmählich dem Ende entgegen. Das bedeutet, langsam beginnt die Erkältungs- und Grippezeit. Und leider gibt es ja auch immer noch das Corona-Virus. Wie sinnvoll ist es, sich impfen zu lassen? Darüber hat Martin Lindner mit Richard Leberle gesprochen. Der Mediziner war Leiter des Regensburger 13.09.2023 01:20 Min Regensburg: Corona- und Grippeimpfungen, Ja oder Nein? Mit dem Herbst steht auch die Erkältungs- und Coronazeit bevor. Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) rät zu Impfungen. Wir wollten wissen, ob sich die RegensburgerInnen schon Gedanken dazu gemacht haben… 13.06.2023 00:36 Min Bayern: Anstieg im bayerischen Gastgewerbe im April Der Umsatz im bayerischen Gastgewerbe ist stärker als noch 2022. Das zeigen aktuelle Zahlen des Bayerischen Landesamtes für Statistik. 28.02.2023 00:24 Min Bayern: Corona-Testzentren schließen Ab Morgen haben die öffentlichen Corona-Testzentren in Bayern geschlossen. 01.02.2023 00:30 Min Bayern: Weitere Maskenpflichten fallen Ein Thema, das in den letzten Jahren für viel Aufregung und Demonstrationen gesorgt hat, war die Corona-Pandemie. Besonders über die Maskenpflicht wurde viel debattiert. Jetzt fallen immer mehr Maßnahmen weg – auch in Bayen.

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