Di., 06.02.2024 , 15:44 Uhr

Dietfurt: Chinesenfasching setzt auf Drachenlogos

Der Chinesenfasching in Dietfurt hat Tradition. In den vergangenen Jahren waren Diskussionen aufgekommen, ob er - etwa wegen gelb geschminkter Gesichter - zeitgemäß sei. Nun gibt es Änderungen.

Drachen statt gelber Gesichter sollen in diesem Jahr für den Chinesenfasching in Dietfurt an der Altmühl werben. Damit reagiert die Kleinstadt in der Oberpfalz nach eigenen Angaben auf Vorwürfe aus den vergangenen Jahren, die Veranstaltung sei unter anderem wegen des sogenannten Yellow Facings nicht mehr zeitgemäß.

Statt eines chinesischen Konterfeis auf gelbem Grund sei in diesem Jahr ein chinesischer Drache auf Schildern und Plakaten zu sehen. Zudem würden originale Lampions aus der chinesischen Partnerstadt Nanjing verwendet, sagte ein Sprecher des Tourismusbüros der Deutschen Presse-Agentur. Auch beim Faschingsumzug sollen keine gelb geschminkten Gesichter mehr zu sehen sein. Verhindern könne die Stadt allerdings nicht, dass sich vielleicht Besucher entsprechend schminken.

Der Chinesenfasching geht traditionell am Unsinnigen Donnerstag mit einem großen Maskenumzug über die Bühne und hat eine fast 100-jährige Geschichte. Seit den 50er-Jahren gibt es auch eine Kaiser-Proklamation. 2021 gab es erstmals eine Kaiserin. Der Festruf lautet nicht «Helau» oder «Alaaf», sondern «Kille Wau». Mehrere Tausend Schaulustige sind es in der Regel, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen.

Aus Sicht der Stadt Dietfurt (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) trägt das Fest zum bayerisch-chinesischen Kulturaustausch bei. Mit der Stadt Nanjing gebe es eine Partnerschaft, guten Kontakt und gegenseitige Besuche. Der Tourismusbüro-Sprecher sagte, für die Partner in Nanjing sei die Debatte um Yellow Facing, Rassismus- und Beleidigungsvorwürfe nicht nachvollziehbar. «Sie fühlen sich nicht diskriminiert.»

Der Chinesenfasching geht auf eine Legende zurück, nach der die Dietfurter im Mittelalter einen Steuereintreiber vor der Stadtmauer stehen ließen. Der Kämmerer soll sich anschließend beim Bischof, seinem Dienstherrn, beschwert haben, dass sich die Dietfurter «wie die Chinesen» hinter ihrer Mauer verschanzten.

 

dpa

Das könnte Dich auch interessieren

23.10.2026 Steuerschätzung: Der Bund kann sich freuen, der Freistaat nicht Bayern kann sich nach der neuesten Steuerschätzung anders als der Bund bis 2027 nicht auf steigende Steuereinnahmen freuen. Finanzminister Albert Füracker (CSU) sagte der Deutschen Presse-Agentur in München, für 2026 müsse Bayern mit einem leichten Minus von 0,3 Milliarden Euro im Vergleich zum Haushalt 2026 rechnen.   Leichtes Minus für 2026 und 2027 Für 2027 22.10.2026 Politik: Klingbeil lehnt Änderung des Finanzausgleichs ab Finanzminister Lars Klingbeil hält nichts davon, Länder mit AfD- oder Linke-Regierung vom Länderfinanzausgleich abzuschneiden. Das sagte der SPD-Chef in Berlin.   Klingbeil lehnt Konsequenzen für Länder ab «Ich habe Probleme damit, Ländern zu sagen, ihr habt aus unserer Sicht falsch gewählt und deswegen gibt es Konsequenzen», sagte Klingbeil in Berlin. Sollten sich Landesregierungen nicht an 22.10.2026 Niederbayern: Vermehrte Anrufe von Telefonbetrügern im Bereich Passau, Landshut und Straubing Seit heute Mittag verzeichnet die Einsatzzentrale des PP Niederbayern insbesondere im Raum Passau, Landshut und Straubing sog. „Schockanrufe“. Es ist nicht auszuschließen, dass weitere Teile Niederbayerns im Laufe des Tages von den Anrufen betroffen sein könnten. Mit „Schockanrufen“ versuchen sie die Angerufenen zur Herausgabe von Bargeld und Wertsachen zu bringen. Sie geben z. B. unter 22.10.2026 Umfrage: Viele Bayern sehen KI skeptisch Viele Menschen in Bayern sehen Künstliche Intelligenz einer neuen Umfrage zufolge eher skeptisch. 38 Prozent erwarten, dass KI das Leben der Menschen in den kommenden Jahren verschlechtern wird. Nur 27 Prozent gehen von einer Verbesserung aus, 35 Prozent sind unentschieden. Umfrage von Civey im Auftrag des Genossenschaftsverbands Das Ergebnis stammt aus einer Erhebung des Instituts