Sein wichtigstes Arbeitsgerät sei die Schreibmaschine der Marke Mercedes gewesen, die Mitte 1914 in Zella-Mehlis (Thüringen) hergestellt worden sei, hieß es. Eisners Töchtern zufolge seien damals Schriften, Artikel und Korrespondenzen auf der Maschine getippt worden. Viele Texte hatte Eisner seiner Frau Else diktiert oder ihr auf handschriftlichen Vorlagen vorgelegt.
Neben Presseberichten dürften auf der Maschine auch Briefe an diejenigen Menschen geschrieben worden sein, die mit Eisner am 7. und 8. November 1918 den Umsturz wagten und schließlich den Freistaat Bayern begründeten, wie das Museum mitteilte. Eisners Erbe als Ministerpräsident wirke bis heute fort, da er in Bayern etwa das Wahlrecht für Frauen oder den Acht-Stunden-Tag umgesetzt habe.
Nach der Ermordung Eisners am 21. Februar 1919 sei die Schreibmaschine im Besitz seiner Witwe Else geblieben, die die Schreibmaschine weiterhin benutzt habe. Anfang Mai 1919 sei Else Eisner nach der Niederschlagung der Räterepublik aus Bayern geflohen – über Südbaden und die Schweiz nach Frankreich. Nach dem Suizid von Else Eisner 1940 sei die Schreibmaschine über Umwege 1959 wieder in den Besitz von Eisners Töchtern in Deutschland gekommen. Über drei Generationen habe die Familie sie aufbewahrt.
dpa