Do., 16.10.2014 , 17:26 Uhr

Der falsche Schönheitschirurg von Regensburg

Die Kriminalpolizei Regensburg führt in enger Absprache mit der Staatsanwaltschaft Regensburg umfangreiche Ermittlungen gegen einen 30jährigen Regensburger durch, der in den vergangenen Jahren über 80 Patienten vorspiegelte Arzt zu sein und diese medizinisch behandelte. Nachdem der Mann diese Tätigkeit trotz Aufforderung nicht unterließ, erging zwischenzeitlich Haftbefehl.

Die bisherigen Ermittlungen zeigen auf, dass der falsche Arzt in der Zeit von Mitte 2013 bis zu seiner Inhaftierung im September 2014 überwiegend Gesichts-Behandlungen durchführte.
Spezialisiert hatte sich der 30-Jährige, der von seinen Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland überwiegend über soziale Internetplattformen kontaktiert wurde, auf Silikonunterfüllungen sowie Botox-Behandlungen.
Als Praxisräume dienten dazu Privatwohnungen in Regensburg und im niedersächsischen Hannover.

Mit hohem Aufwand fälschte der Mann notwendige Dokumente und Urkunden, was bei seinen Patienten den Glauben nährte, sich tatsächlich in die Obhut eines ausgebildeten Mediziners zu begeben. Weiter gelang es ihm, durch geschicktes Auftreten gegenüber Apotheken an verschreibungspflichtige Medikamente und benötigte Utensilien zu gelangen.
Bei Durchsuchungen stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial und einen fünfstelligen Bargeldbetrag sicher. Erste Aus- und Bewertungen führten zu dem derzeitigen Sachstand, dass der falsche Arzt mehr als 80 überwiegend weibliche Personen behandelte. Bei diesen traten teilweise aufgrund der fehlenden medizinischen Ausbildung auch Komplikationen auf, wie die bereits durchgeführten Vernehmungen ergaben. Die Bezahlung für die Leistungen erfolgte in bar und ohne Quittung.

Da der 30-Jährige auch nach dem ersten Tatvorwurf weiter „praktizierte“ stellte die Staatsanwaltschaft Regensburg in enger Zusammenarbeit mit der Kripo Regensburg Haftantrag gegen den Mann.
Die zuständige Haftrichterin am Amtsgericht Regensburg erließ antragsgemäß Haftbefehl aufgrund Wiederholungsgefahr gegen den Regensburger aufgrund verschiedener Delikte, wie Gefährlicher Körperverletzung, Betrug, sowie Verstößen nach dem Arzneimittelgesetz. Der 30-Jährige befindet sich bereits seit Anfang September in einer Justizvollzugsanstalt.

Ins Rollen brachte die Ermittlungen eine besorgte Mutter aus Österreich, die Zweifel an der Richtigkeit der Angaben zur Approbation des Mannes hatte und diese bei den zuständigen Behörden prüfen ließ.

Die Kriminalpolizei Regensburg bittet nun Personen die möglicherweise selbst geschädigt wurden, oder in sonstiger Weise Kenntnisse zum Vorgehen des Mannes haben, sich mit der Polizei unter der Tel.-Nr. 0941/506-2888 in Verbindung zu setzen.

 

pm

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