Di., 02.06.2020 , 18:11 Uhr

Corona-Krise: Oberpfälzer Krankenhäuser können wieder mehr Betten belegen

Krankenhäuser in der Oberpfalz dürfen in der Corona-Krise wieder mehr Betten belegen. Dies ist ein weiterer Schritt in Richtung Normalität. Bislang mussten Krankenhäuser 25 Prozent ihrer Betten für Coronapatienten frei halten, jetzt sind es nur noch 15 Prozent. Durch diese Lockerung können wieder mehr Operationen durchgeführt werden. 

 

Krankenhäuser, die für die Versorgung von gesetzlich Versicherten zugelassen sind, mussten bisher 25 Prozent ihrer Normalkapazitäten für die Versorgung von COVID-19-Patienten zur Verfügung halten. Einrichtungen der Vorsorge und Rehabilitation waren gehalten, 30 Prozent der Kapazitäten zu reservieren. So sieht es die Allgemeinverfügung des Bayerischen Innenministeriums und des Bayerischen Gesundheitsministeriums vom 08.05.2020 vor. Bei einer günstigen Entwicklung des Infektionsgeschehens ist es den Bezirksregierungen möglich, in Zusammenarbeit mit den Ärztlichen Leitern der Führungsgruppen Katastrophenschutz und den Einrichtungen vor Ort davon abweichende Regelungen zu treffen. Davon hat die Regierung der Oberpfalz jetzt Gebrauch gemacht.

 

Im Rahmen eines sogenannten Stufenplans ist es den Krankenhäusern und Einrichtungen der Vorsorge und Rehabilitation in der Oberpfalz jetzt ein weiterer Schritt zum Normalbetrieb erlaubt. Die Vorhaltepflicht für Allgemein- und Normalpflegebetten wurde in der gesamten Oberpfalz generell auf 15 Prozent gesenkt.

In den Bereichen der Integrierten Leitstellen Nordoberpfalz und Amberg müssen weiterhin 25 Prozent der Intensivkapazitäten mit invasiver Beatmungsmöglichkeit für die Behandlung von COVID-19-Erkrankten zur Verfügung gehalten werden, im Bereich der Integrierten Leitstelle Regensburg sind dies aufgrund Fallhäufungen in der letzten Woche 30 Prozent der Intensivkapazitäten mit invasiver Beatmungsmöglichkeit. Durch die Einrichtungen vor Ort wird zudem sichergestellt, dass im Falle eines starken Anstiegs innerhalb von 24 Stunden mindestens weitere 10 Prozent Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden können.

 

„Durch die Freigabe der Bettenkontingente wollen wir den Krankenhäusern ermöglichen, erforderliche Eingriffe wieder verstärkt vornehmen zu können. Auf der anderen Seite wollen wir für den Fall gewappnet sein, dass wir auf ein eventuelles neues Ausbruchsgeschehen bestmöglich vorbereitet sind und umgehend reagieren können“, betont Regierungspräsident Axel Bartelt.

Die Lockerung der Corona-Vorhaltepflicht stützt sich auf die Analyse des aktuellen Infektionsgeschehens und die Kapazitäten in den Krankenhäusern. Zusammen mit den Ärztlichen Leitern der Führungsgruppen Katastrophenschutz in den ILS Bereichen Regensburg, Amberg und Nordoberpfalz und den Krankenhäusern vor Ort wird ein kontinuierliches Monitoring stattfinden, um bei einem Wiederanstieg der Zahlen umgehend gegensteuern zu können.

 

Regierungspräsident Axel Bartelt dankt in diesem Zusammenhang ausdrücklich allen Ärztlichen Leitern der Führungsgruppen Katastrophenschutz und den Verantwortlichen in den Krankenhäusern, die alles getan haben, um COVID-19-Patienten in der Oberpfalz bestmöglich zu behandeln und darüber hinaus im Rahmen des Katastrophenfalls zusätzliche Kapazitäten speziell zur Behandlung dieser Patienten geschaffen und im Rahmen eines abgestimmten Bettenmanagements optimal koordiniert haben. „Das war eine hervorragende Gemeinschaftsleistung für alle Oberpfälzerinnen und Oberpfälzer“, unterstreicht der Regierungspräsident.

„Ich möchte mich aber selbstverständlich auch bei allen Beschäftigten im Bereich von Medizin, Pflege und Rettungsdienst herzlich für ihren aufopferungsvollen und unermüdlichen Einsatz in den letzten Wochen und Monaten bedanken“, so Bartelt. „Das hat mit tief beeindruckt und bewegt.“ Der Einsatz sei oft weit über die Grenzen der Belastbarkeit hinausgegangen, körperlich und auch psychisch. „Sie waren viele Wochen mit vollem Einsatz an vorderster Front, haben sich selbst einem nicht unerheblichen Risiko ausgesetzt, um anderen Menschen in z.T. lebensbedrohlichen Situationen zu helfen und für uns alle diese Pandemie in den Griff zu bekommen. Das verdient unser aller höchsten Respekt.“

Die derzeit stetig sinkenden Infektionszahlen stimmen vorsichtig optimistisch. Dennoch appelliert Regierungspräsident Bartelt an die Vernunft eines jeden Einzelnen: „Trotz aller Lockerungen, die für viele von uns sicherlich wichtig sind, müssen wir auch in Zukunft wachsam bleiben und dürfen das Virus nicht unterschätzen. Es gibt immer noch keine Impfung und kein Medikament. Die strikte Einhaltung aller notwendigen Hygienemaßnahmen hilft auch weiterhin, Leben zu schützen und eine eventuelle zweite Infektionswelle zu verhindern.“

 

Pressemitteilung Regierung der Oberpfalz

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