Mi., 25.03.2020 , 10:35 Uhr

Corona-Krise: Aktion Mensch startet 20 Millionen Euro-Soforthilfeprogramm

Die Aktion Mensch legt anlässlich der aktuellen Corona-Krise ein Soforthilfeprogramm in Höhe von 20 Millionen Euro auf. Hintergrund ist die akute Notlage von Menschen, die aufgrund ihrer persönlichen Situation besonders durch die Pandemie bedroht sind und Unterstützung benötigen: Dazu gehören Menschen mit Behinderung, deren Assistenzkräfte ausfallen, aber auch sozial schlechter gestellte Menschen, die durch die zunehmende Schließung von Tafeln oder anderen Einrichtungen nicht mehr mit Lebensmitteln versorgt werden können.

 

Schnelle Hilfe für Menschen mit Unterstützungsbedarf

Die Aktion Mensch wird hier schnell und unbürokratisch helfen und unterstützt mit ihrem Corona-Soforthilfeprogramm Organisationen und Vereine, die sich um die akuten Problemfelder „Assistenz und Begleitung“ sowie „Lebensmittelversorgung” kümmern. „Mit der Soforthilfe in Höhe von 20 Millionen Euro wollen wir in dieser Notlage einen Beitrag zugunsten der Menschen leisten, die besonders betroffen sind. Dringend notwendige Unterstützung durch Assistenz und Lebensmittelhilfen soll auch in der Corona-Krise gesichert bleiben. Hier sehen wir uns als größte private Förderorganisation in Deutschland in der Verantwortung“, so Armin v. Buttlar, Vorstand der Aktion Mensch.

 

Unterstützung ambulanter Dienste

Assistenzdienste stehen durch die Coronavirus-Pandemie vor großen Herausforderungen. „Menschen mit Behinderung geraten zunehmend in schwierige Situationen, wenn ihre Assistent*innen ausfallen, nicht eingesetzt werden können, aus dem Urlaub nicht wie geplant zurückkommen können oder erst einmal in Quarantäne müssen. Gerade in einer solchen Situation ist es eine wunderbare Nachricht, dass wir nicht alleine sind und uns die Aktion Mensch unterstützt“, so Uta Wehde, Geschäftsführerin des Vereins ambulante Dienste e.V.

 

Problematische Situation bei Tafeln

„Unsere 60.000 Ehrenamtlichen sind zu einem Großteil im Rentenalter. Schon in der letzten Woche hatten die Tafeln viele Neuanmeldungen, doch aktuell stehen wir vor der Herausforderung, unsere 1,65 Millionen Besucher mit Lebensmitteln zu unterstützen, ohne direkten Kontakt zu haben und unsere Ehrenamtlichen zu schützen. Wir sind dankbar, dass die Aktion Mensch uns dabei unterstützt“, so Jochen Brühl, Vorsitzender Tafel Deutschland e.V.

 

Lebensmittel für Menschen in Not

Bernd Siggelkow, Gründer und Vorstand der Arche, ist ebenfalls mit einer völlig neuen Situation konfrontiert. Aufgrund der Corona-Krise können die Menschen nicht mehr vor Ort in den Archen versorgt werden. „Da wir die Familien jetzt einzeln zuhause besuchen müssen, um sie mit Mahlzeiten und Lebensmitteln zu versorgen – zurzeit 200 allein in Berlin – ist der Arbeitsaufwand extrem gestiegen. Unsere Mitarbeiter*innen machen viele Überstunden, um alle Menschen zu erreichen. Und es werden immer mehr Familien, die Hilfe benötigen. Wir gehen in der nächsten Zeit von einer Verdoppelung des Bedarfs aus. Daher sind wir sehr froh über die Soforthilfe der Aktion Mensch.“

 

Unterstützung von bis zu 50.000 Euro möglich

Förderung beantragen können freie gemeinnützige Vereine und Einrichtungen in Deutschland. Sie erhalten bis zu 50.000 Euro für Personal-, Honorar- und Sachkosten. Ambulante Assistenzdienste werden bei der Koordination und Organisation und bei der Gewinnung von Betreuungs- und Assistenzkräften unterstützt, Organisationen wie die Tafeln und Archen bei der Lebensmittelbeschaffung, dem Aufbau von Lieferdiensten sowie der Rekrutierung neuer Unterstützer*innen und Helfer*innen. Die Gelder können bei der Aktion Mensch ab sofort beantragt werden.

Alle Informationen zur Corona-Soforthilfe finden Sie unter: https://www.aktion-mensch.de/corona

 

Pressemitteilung Aktion Mensch

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