Di., 22.06.2021 , 13:58 Uhr

Corona-Jahr 2020: So viele Neugeborene wie seit 20 Jahren nicht mehr

Die höchste Geburtenzahl seit über zwei Jahrzehnten, leider ist die Zahl der Sterbefälle auch höher als in den Vorjahren, meldet das Landesamt für Statistik.

In Bayern wurden im Jahr 2020 insgesamt 128 764 Kinder lebend geboren, dies ist die höchste Geburtenzahl seit dem Jahr 1997; damals kamen sogar 130 517 Kinder auf die Welt. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Geburten damit um 0,4 Prozent bzw. 537 Geburten angestiegen. Auch die Zahl der Verstorbenen erhöhte sich im vergangenen Jahr um 6,7 Prozent auf 143 367 Sterbefälle (2019: 134 313 Sterbefälle), die Entwicklung der Sterbefallzahlen des Jahres 2020 wurde dabei maßgeblich durch das Infektionsgeschehen der Corona-Pandemie geprägt. Damit sind im Jahr 2020 – mit bayernweit insgesamt 14 603 Personen – weitaus mehr Menschen gestorben als geboren wurden. Entsprechend lag auch der Sterbefallüberschuss im Corona-Jahr 2020 deutlich über dem Vergleichszeitraum der Jahre 2016 bis 2019 mit durchschnittlich 6 213 mehr Gestorbenen als Geborenen.
Im Jahr 2020 kamen in Bayern 128 764 Babys lebend zur Welt. Dies entspricht der höchsten Geburtenzahl seit dem Jahr 1997 (130 517 Geburten). Geboren wurden 62 832 Mädchen und 65 932 Jungen: auf 100 weibliche Lebendgeborene kamen damit – wie bereits im Vorjahr – knapp 105 männliche Lebendgeborene. Nach Angaben des Bayerischen Landesamts für Statistik gab es im Jahr 2020 bayernweit 0,4 Prozent mehr Geburten (+537) als im Jahr 2019. Dabei registrierten fünf der sieben Regierungsbezirke einen Anstieg der Geburtenzahlen. Die deutlichsten Zunahmen ergaben sich für die Regierungsbezirke Niederbayern (+2,3 Prozent) sowie Mittelfranken und Schwaben (jeweils +1,1 Prozent). Die Veränderungsraten in den vier weiteren Regierungsbezirken lagen zwischen -1,9 und +1,0 Prozent.

Die hohen Geburtenzahlen im Jahr 2020 sind in erster Linie auf die derzeit vergleichsweise hohe Anzahl junger Frauen im gebärfähigen Alter zurückzuführen. Dies liegt zum einen noch an den Auswirkungen des Babybooms ab Mitte der 1950er- bis Ende der 1960er-Jahre (Enkelkinder der geburtenstarken Jahrgänge), zum anderen resultieren sie aus der Zuwanderung junger Menschen aus dem Ausland nach Bayern. Inwieweit auch die Corona-Pandemie zu einem temporären Anstieg der Geburtenzahlen geführt hat bzw. führen wird, kann erst anhand der Daten für das Jahr 2021 untersucht werden.

Gestorben sind im Freistaat im Jahr 2020 insgesamt 143 367 Personen, womit sich die Zahl der Sterbefälle im Vergleich zum Jahr 2019 um 9 054 (+6,7 Prozent) erhöhte. Dieser deutliche Zuwachs ist vor allem eine Folge der Corona-Pandemie, was sich insbesondere im Jahresverlauf zeigt: Die Zahl der Gestorbenen entwickelte sich parallel zum Infektionsgeschehen. Entsprechend war der starke Anstieg auch in allen Regierungsbezirken in Bayern zu verzeichnen: mit +4,9 Prozent fiel er in Unterfranken am geringsten aus, in den übrigen Regierungsbezirken lag er zwischen +5,7 und +8,6 Prozent.
Bereits seit dem Jahr 2001 ist in Bayern die Zahl der der Geburten niedriger als die Zahl der Gestorbenen. Dieser Sterbefallüberschuss, der sich zuletzt kontinuierlich verringerte (2017: -7 711; 2018: -7 193; 2019: -6 086), ist im Corona-Jahr 2020 mit -14 603 Personen besonders hoch ausgefallen und lag deutlich über dem Durchschnittswert der Berichtsjahre 2016 bis 2019 (-6 213). Auf Ebene der Regierungsbezirke fiel nur in Oberbayern die Bilanz der natürlichen Bevölkerungsentwicklung (Lebendgeborene abzüglich Gestorbene) positiv aus, auch wenn sich der Überschuss der Geborenen mit einem Plus von 2 985 gegenüber dem Jahr 2019 (+6 035 Personen) deutlich verringerte. In den anderen sechs Regierungsbezirken waren hingegen durchgehend Sterbefallüberschüsse zu verzeichnen.

 

pm/MS

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