Mo., 05.08.2024 , 19:04 Uhr

Autozuliefersparte soll abspalten werden

Continental plant Aufspaltung in zwei eigenständige Unternehmen

Continental soll aufgespalten werden. Es würden zwei selbstständige Unternehmen entstehen. Die Prüfung läuft. Das Unternehmen hat auch in Regensburg einen Standort.

Continental, der bekannte Autozulieferer und Reifenhersteller aus Hannover, steht vor einer bedeutenden Transformation. Das Unternehmen plant, seine schwächelnde Autozuliefersparte abzuspalten und eigenständig an die Börse zu bringen. Dies könnte zu einer Trennung des Traditionskonzerns in zwei separate Einheiten führen.

 

Hintergrund

Seit Jahren kämpft Continental mit einer schwachen Performance im Autozuliefergeschäft. Der Marktwert des Unternehmens sank von über 45 Milliarden Euro in 2018 auf derzeit rund 10 Milliarden Euro. Das Management um CEO Nikolai Setzer hat lange Zeit Berichte und Spekulationen über eine mögliche Aufspaltung dementiert, doch nun scheint der Schritt unausweichlich.

 

Gründe für die Aufspaltung

Laut Setzer haben sich die Märkte und die Kundenanforderungen in der Automobilindustrie stark verändert. Schwankende Marktbedingungen und der technologische Wandel hin zu softwarebasierten Lösungen erfordern mehr Flexibilität und unternehmerischen Spielraum. Vor diesem Hintergrund erscheint eine Aufteilung des Konzerns als sinnvoll.

 

Geplante Umsetzung

Continental plant ein sogenanntes Spin-Off, bei dem die Autozuliefersparte separat an die Börse gebracht wird. Dadurch würden die Aktionäre Eigentümer von zwei eigenständigen Unternehmen: Einem, das das profitable Reifengeschäft und die Kunststofftechnik umfasst, und einem anderen, das Bremsen, Elektronik, Displays und weitere Autozulieferteile produziert. Die erforderlichen Schritte werden derzeit geprüft, und eine Entscheidung des Vorstands wird im vierten Quartal erwartet. Die Hauptversammlung muss im kommenden Jahr zustimmen, und ein Abschluss der Transaktion ist bis Ende 2025 geplant.

Welche Folgen eine solche Entscheidung für den Standort Regensburg und die Mitarbeitenden hätte, ist aktuell noch nicht bekannt.

 

Finanzielle Lage und Sparmaßnahmen

Das Reifengeschäft von Continental ist seit Jahren ein wichtiger Gewinnbringer, während die Autozuliefersparte in den letzten Jahren mit hohen Investitionskosten, Zollstreitigkeiten sowie Energie- und Logistikkosten zu kämpfen hatte. Vergangenes Jahr schrieb dieser Bereich erstmals seit 2019 wieder schwarze Zahlen. Um die Kosten zu senken, hat Continental bereits Stellenstreichungen angekündigt: Rund 7150 Arbeitsplätze, hauptsächlich in der Verwaltung sowie in Forschung und Entwicklung, sollen bis 2025 abgebaut werden, um jährlich 400 Millionen Euro einzusparen.

 

Historische Perspektive und Zukunftsaussichten

Spekulationen über eine Trennung gibt es schon lange. Bereits vor einigen Jahren hatte Continental das Antriebsgeschäft in die Firma Vitesco ausgegliedert und per Spin-Off an die Börse gebracht. Der fränkische Autozulieferer Schaeffler, Großaktionär von Continental, hat mittlerweile die Mehrheit an Vitesco übernommen und plant eine Verschmelzung mit dem eigenen Konzern.

 

Management-Perspektive

Bei der spekulierten Trennung von Reifen- und Autogeschäft hatte sich das Management – zuletzt Setzer, zuvor aber auch Vorgänger Elmar Degenhart – lange zurückhaltend gezeigt und den Wert eines gemeinsamen Konzerns betont. Setzer hatte vergangenes Jahr allerdings bereits viele Teile des Autogeschäfts auf den Prüfstand gestellt.

 

Einfluss des Aufsichtsrats

Dabei galt der Oberkontrolleur der Hannoveraner als Fürsprecher einer Trennung: Wolfgang Reitzle. Der Top-Manager mit vielen Stationen in der deutschen Industrie, unter anderem als Chef des Gasekonzerns Linde, hatte sich dieses Jahr sein Mandat im Aufsichtsrat noch einmal um zwei Jahre bis zur Hauptversammlung 2026 verlängern lassen. In Berichten im «Manager-Magazin» hatte es geheißen, er wolle in der verbliebenen Zeit die Dinge in Hannover noch in die richtige Spur bringen.

 

dpa / MB

Das könnte Dich auch interessieren

05.02.2026 Konjunkturumfrage: Industrie tastet sich vor, Bau bleibt Sorgenkind Die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim zeigt zum Jahresbeginn leichte Aufwärtssignale, jedoch keinen breiten wirtschaftlichen Aufschwung. Grundlage sind die Rückmeldungen von 280 Unternehmen aus der Region. Die Wirtschaftslage stagniert weiterhin, auch wenn sich in einzelnen Branchen vorsichtiger Optimismus bemerkbar macht. Verhaltene Entwicklung in Industrie, Handel und Tourismus „Insgesamt spiegelt unsere Konjunkturumfrage 02.01.2026 Neue Stromleitungen: Bayernwerk startet massiven Netzausbau Das Bayernwerk mit Sitz in Regensburg will in den kommenden Jahren zehntausende Kilometer neuer Stromleitungen errichten. Hintergrund ist der grundlegende Umbau der Stromversorgung in Bayern und Deutschland hin zu erneuerbaren Energien. „Wir bauen bis 2030 ungefähr 40.000 Kilometer Mittel- und Niederspannungsleitungen, das entspricht einmal rund um den Äquator“, sagte Vorstandschef Egon Westphal der Deutschen Presse-Agentur. 01.06.2026 Regensburg: Prozess nach Axtangriff im ICE beginnt Knapp ein Jahr nach dem folgenschweren Axtangriff in einem ICE in Niederbayern beginnt am Dienstag vor dem Landgericht Regensburg der Prozess gegen einen heute 21-Jährigen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Syrer versuchten Totschlag sowie gefährliche Körperverletzung vor. Antrag auf dauerhafte Unterbringung Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft soll der Beschuldigte aufgrund einer psychischen Erkrankung schuldunfähig sein. Die Ermittler 29.05.2026 Bayern: Arbeitslosigkeit geht im Mai leicht zurück Die Arbeitslosigkeit im Freistaat ist im Mai leicht zurückgegangen. 313.557 Menschen waren arbeitslos gemeldet, das sind 9.190 weniger als im April. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg weiter mitteilte, lag die Arbeitslosenquote im Mai bei 4,0 Prozent, im April waren es 4,1 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen sei «saisonal üblich» zurückgegangen, sagte