Im Landkreis Cham wird die Geburtshilfe derzeit mit einem bewährten Beleghebammenmodell sichergestellt. Neue gesetzliche Regelungen und geänderte Vergütungsmodelle machen diese Form der Zusammenarbeit jedoch zunehmend unattraktiv. Gleichzeitig könnten geplante Änderungen beim GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz die Finanzierung von angestellten Hebammen erschweren.
Nach Einschätzung der Verantwortlichen bringt diese Entwicklung die Geburtshilfe im ländlichen Raum zunehmend in Bedrängnis.
Sana warnt vor Versorgungslücken
Sana-Geschäftsführer Dr. Thomas Koch sieht erhebliche Risiken für die Zukunft. Schon im September seien 23 Dienste unbesetzt, weil sich nicht mehr genügend Beleghebammen finden. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen und ein Wechsel in ein Anstellungsmodell wirtschaftlich nicht möglich sein, könnten langfristig sogar Einschränkungen bis hin zur Schließung von Kreißsälen drohen.
Appell an Bund und Land
Landkreis und Sana Kliniken fordern deshalb, die gesetzlichen Rahmenbedingungen so anzupassen, dass sowohl Beleghebammen als auch angestellte Hebammen wirtschaftlich arbeiten können. Nur so lasse sich die wohnortnahe Geburtshilfe langfristig sichern.
Landrat Christian Schindler macht deutlich: „Geburtshilfe ist Daseinsvorsorge. Wer ein Kind erwartet, muss sich darauf verlassen können, dass medizinische Hilfe, qualifizierte Betreuung und kurze Wege verlässlich gewährleistet sind.“
Austausch soll Lösungen bringen
Der Landkreis Cham will gemeinsam mit der Koordinierungsstelle Hebammenversorgung, den Hebammen und den Sana Kliniken weiter an Lösungen arbeiten. Ziel ist es, trotz der schwierigen finanziellen und gesetzlichen Rahmenbedingungen eine verlässliche Geburtshilfe in der Region langfristig zu erhalten.
Landratsamt Cham / SP