Di., 11.04.2023 , 17:37 Uhr

Caritasdirektor aus Odessa besucht Caritas Regensburg

Seit Kriegsbeginn in der Ukraine kooperiert die Caritas Regensburg mit der Caritas in Odessa. Nun kam es zum persönlichen Treffen der Direktoren.

Vasyl Kolodchyn leitet die Caritas Odesa UGCC und schläft seit Monaten in Straßenkleidung.

„Jederzeit kann es einen Alarm geben. Dann müssen wir unsere Häuser und Wohnungen so schnell wie möglich verlassen“,

sagt Kolodchyn. Er sitzt in der Caritaszentrale in Regensburg, ist zu Besuch bei Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann − und erzählt vom Krieg. Über der ukrainischen Stadt Odessa stehen Drohnen.

„Wenn sie die Standorte wechseln, machen sie Lärm wie vorbeifahrende Motorräder.“

Knapp 2000 Kilometer ist Vasyl Kolodchyn gefahren, um seine Partner in Regensburg zu besuchen. Anfang des Jahres hat die Caritas Regensburg 25.000 Euro an die Caritas Odesa UGCC gespendet. Nun war es Zeit, sich persönlich kennenzulernen. Gemeinsam mit seiner Ehefrau kam Kolodchyn nach Regensburg und berichtete von der Caritasarbeit im Kriegsgebiet.

In der Region Odessa sind knapp 140.000 Binnenvertriebene registriert. Die Zahl der Mitarbeitenden von Caritas Odesa UGCC  lag vor Kriegsausbruch bei 17 − heute beschäftigt derselbe Verband 120 hauptamtliche Mitarbeitende. Die Organisation hat insgesamt 15 Projekte, mit denen sie Binnenvertriebene unterstützt, darunter Alleinstehende, Menschen mit Beeinträchtigung, Alte oder Kranke. Eine Stelle wurde eigens dafür eingerichtet, die Hilfen zu koordinieren.

Die Spendengelder aus Regensburg fließen vor allem in das Projekt „Child Friendly Space“ (Raum für Kinder) und versorgen entsprechende Räume mit Strom- und Wärmeaggregaten.

„Wir sind sehr dankbar für die Unterstützung. Die Caritas aus Regensburg war eine der ersten Organisationen, die uns bereits kurz nach Kriegsbeginn kontaktiert hat. Der Anruf hat uns Mut gemacht“,

sagt Kolodchyn.

Die Versorgungslage sei in Odessa inzwischen wieder gut. „Das Notwendige ist da.“ Wenn auch die Waren sehr teuer seien.

Kolodchyn: „Der Krieg ist immer präsent.“

Wenn Russland Luftangriffe startet, fliegen Raketen über die Stadt. Einmal schlugen sie unweit von Kolodchyn ein und trafen eine Versorgungsstation bei einem Kloster. Und doch:

„Die Menschen passen sich der veränderten Situation an“,

erzählt Kolodchyn. Dort, wo es möglich ist, gehen sie ihren Tätigkeiten nach. Doch vieles ist anders. Manche Firmen haben ihre Mitarbeitenden freigestellt, teils seit Kriegsbeginn, und zahlen keine Löhne mehr. Andere Firmen halten den Betrieb zwar aufrecht, können aber dennoch keine Löhne zahlen. Viele würden von Erspartem leben. Natürlich gibt es auch keinen Tourismus mehr, eine einst wichtige Einnahmequelle. Die Häfen seien zwar offen, aber deren Nutzung sei gefährlich.

„Viele Fahrrinnen sind vermint.“

Die Caritas Odesa UGCC arbeitet international vernetzt. Außer zur Caritas Regensburg hat sie Kontakte zur Caritas Wien und zur Caritas in Norwegen. Zudem wird sie finanziell vom kirchlichen Hilfswerk Renovabis unterstützt. Die Hilfen waren bislang auf grundlegende Hilfsgüter ausgerichtet wie Kleidung, Nahrung, Medizinprodukte oder Hygieneartikel.

Was jetzt wichtig sei, sagt Kolodchyn: „Stabilisieren!“

Die lokale Infrastruktur müsse wiederaufgebaut werden. Als Beispiel nennt er eine zerstörte Gärtnerei. Die Gewächshäuser müssten schnellstmöglich repariert werden – um buchstäblich „Wachstum“ möglich zu machen.

 

Caritas Regensburg

Das könnte Dich auch interessieren

22.09.2026 SSV Jahn: Kapitän Felix Strauss fällt mehrere Monate aus Der Jahn Kapitän hatte sich die Verletzung zu Beginn der zweiten Halbzeit im Auswärtsspiel am Samstag in Stuttgart zugezogen und war in der 52. Minute ausgewechselt worden. Eingehendere Untersuchungen am Dienstag ergaben eine Kreuzband- und Meniskusverletzung im rechten Knie. Er wird sich einer Operation unterziehen müssen. Text: SSV Jahn 22.09.2026 Mötzing: Reifenplatzer bringt Traktor-Gespann von der Straße ab Ein Reifenplatzer hat am Montagmorgen bei Mötzing im Landkreis Regensburg zu einem schweren Verkehrsunfall mit einem Traktor-Gespann geführt. 21.09.2026 Regensburg: Ostbayerischer Faschingszug kommt erst 2028 zurück Faschingsfans in Regensburg müssen sich beim großen Umzug noch gedulden: Der Ostbayerische Faschingszug findet auch 2027 nicht statt. Die Narragonia Regensburg nennt organisatorische Gründe und die kurze Faschingssession als Ursache. Dafür soll der Umzug 2028 zum 180-jährigen Jubiläum der Narragonia zurückkehren. Startschuss fällt am 11.11. Die Faschingssession 2026/27 beginnt für die Narragonia am 11. November 21.09.2026 Streetbunnys spenden 41.414,14 Euro an den VKKK Die Streetbunnycrew ist eine Gemeinschaft von Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern, die mit ihren auffälligen rosa Hasenkostümen bei Veranstaltungen und Ausfahrten auftritt und dabei Spenden für soziale Projekte sammelt. Ihr Markenzeichen sind die rosa Hasenkostüme– ihr Anliegen ist es, mit gemeinsamen Aktionen Aufmerksamkeit zu schaffen und gleichzeitig Gutes zu tun. Doch die Verbindung zwischen den Streetbunnys und