Di., 20.06.2023 , 10:04 Uhr

Bundesweiter Protesttag: Auch bayerische Kliniken fordern Hilfe

Rot angeleuchtete Gebäude, Infostände, Unterschriftenlisten - zahlreiche Krankenhäuser in Bayern beteiligen sich am Dienstag an einem bundesweiten Klinikprotest.

Damit wollen sie auf die Finanznot vieler Häuser hinweisen. Neun von zehn Kliniken im Freistaat erwarten für dieses Jahr ein Defizit, teilte die Bayerische Krankenhausgesellschaft (BKG) am Dienstag mit.

Patientinnen und Patienten müssten sich wegen des Protesttags aber keine Sorgen machen.

«Behandlungen und Operationen werden wie geplant durchgeführt, die Notaufnahmen sind wie gewohnt rund um die Uhr offen für Notfälle und Menschen, die einer dringenden Behandlung bedürfen»,

hieß es.

Mit dem Protest wollen BKG, Marburger Bund, die Gewerkschaft Verdi und die Vereinigung der Pflegenden in Bayern ihre Forderung nach einem Inflationsausgleich untermauern. Dieser soll helfen, die gestiegenen Kosten und Gehälter zu bezahlen. Andernfalls würden vielen Häusern nach Angaben von BKG noch vor der geplanten Krankenhausreform das Geld ausgehen.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) strebt über den Sommer konkretere Vorschläge für die geplante Neuaufstellung der Kliniken in Deutschland an. Im Kern soll das Vergütungssystem mit Pauschalen für Behandlungsfälle geändert werden, um Kliniken von ökonomischem Druck zu lösen. Um nicht auf immer mehr Fälle angewiesen zu sein, sollen sie einen größeren Vergütungsanteil allein schon für das Vorhalten von Leistungsangeboten bekommen.

 

dpa

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